Die Welt auf einen Klick: Das Außenwirtschaftsportal Bayern wird 15

Die Welt auf einen Klick:  Das Außenwirtschaftsportal Bayern wird 15

15 Jahre Außenwirtschaftsportal Bayern


Nürnberg (März 2019) - Das Außenwirtschaftsportal Bayern ist heute ein fester Begriff für alle, die im Freistaat mit dem internationalen Geschäft zu tun haben. Die Idee zu dem vor 15 Jahre gestarteten Portal stammt von Dr. Manfred Gößl, dem heutigen Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern. Im Interview mit Online-Redakteurin Karoline Rübsam sagt Gößl, weshalb er das sogenannte „Auwi-Portal“ für eine unverzichtbare Exporthilfe hält – und wie das Service-Portal noch besser wird.

Herr Gößl, wie kamen Sie auf die Idee, ein Außenwirtschaftsportal zu starten?

Die Erfahrung aus meiner eigenen Arbeit. Ich habe seit 1997 für die IHK im Nordschwarzwald und von 2000 an in Oberbayern viele Beratungsgespräche mit Mittelständlern geführt. Unser Ziel war und ist es bis heute, unsere Firmen beim Erschließen von Auslandsmärkten zu unterstützen. Ich habe dann angefangen, für diese Gespräche Listen mit den besten Internet-Links aufzubauen. Auf die konnte ich mit meinem Laptop jederzeit zugreifen. Die Idee war dann einfach: Was meinen Gesprächspartnern hilft, nützt auch anderen international tätigen Unternehmen.

Im Internet gibt es doch Millionen von Service-Seiten...

Man kann sich das nicht mehr vorstellen: Aber damals lieferten die Suchmaschinen wenig brauchbare Ergebnisse, wenn man sich umfassend über einen Auslandsmarkt informieren wollte. Handelsorganisationen, alle Wirtschaftsakteure, Banken und Kanzleien berichteten über Teilaspekte und Details, die beispielsweise das US-Geschäft betrafen. Um die Marktchancen eines Maschinenbauers abzuschätzen, musste man sich durch sehr viele Seiten klicken. Das war sehr mühsam.

Woher wussten Sie, dass die Unternehmer dann Ihr Service-Portal nutzen?

Ich war damals stellvertretender Leiter unserer IHK-Abteilung Außenwirtschaft. Schon von daher wusste ich, welche Themen unseren Firmen besonders wichtig sind. 2003 haben wir dann den Vorläufer des heutigen „Auwi-Portals“ entworfen, den „Serviceverbund Außenwirtschaft Bayern“, 2004 ging dies dann als Außenwirtschaftsportal Bayern online. Mir war von Anfang an klar, dass der Inhalt über den Erfolg entscheidet. Wir hatten damals nur die IHK-Mitglieder im Blick. Denen wollten wir bieten, was es sonst nirgendwo gab: „Best-of-Informationen“ für das Auslandsgeschäft. Und das verbunden mit Ansprechpartnern, die weiterhelfen. Das ist digitale Netzwerkarbeit.

Wie kam es dann zum Start des Außenwirtschaftsportals Bayern?

Das war der logische, zweite Schritt. Auch im Bayerischen Wirtschaftsministerium hat man damals den Bedarf erkannt. Auch der Start des Auwi-Portals 2004 war Folge einer einfachen, aber wirksamen Idee: Alle Akteure der Außenwirtschaft im Freistaat zusammenbringen - IHKs, Wirtschaftsministerium, Handwerkskammern und Bayern International. Das bringt mehr Übersicht, Schlagkraft und Reichweite.

Zahlt sich das für die Betriebe aus?

Mit Sicherheit. Es ist kein Zufall, dass Bayern als erstes Bundesland ein Auwi-Portal gestartet hat. Im verarbeitenden Gewerbe liegt unsere Exportquote bei 53,2 Prozent. Nirgendwo sonst in Deutschland sind auch kleine Mittelständler international so aktiv. Für sie ist das Auwi-Portal eine Exporthilfe. Zudem informiert die Plattform die Unternehmer über alle Fördermöglichkeiten. Das kann richtig Geld bringen.

Wie wird die Plattform finanziert?

Das Auwi-Portal ist ein gemeinsames Projekt der genannten Akteure und wird von ihnen auch gemeinsam finanziert. Es wird auch durch Mittel des EFRE-Förderprogramms der Europäischen Union unterstützt.

Wie hat sich das Auwi-Portal seit seinem Start inhaltlich weiterentwickelt?

Wir müssen natürlich auf das reagieren, was in Europa und in der Weltwirtschaft passiert und Folgen für unser Exportgeschäft beeinflusst. Wichtig für uns sind auch Studien, die uns zeigen, wo die Firmen Handlungsbedarf sehen. Ein Beispiel sind die Hürden für Dienstleister im EU-Binnenmarkt. Die Firmen tun sich unverändert schwer, Mitarbeiter ins EU-Ausland zu entsenden. Wir haben deshalb den Dienstleistungskompass in das Portal integriert. Die Unternehmer sehen auf einen Blick, was im jeweiligen Land rechtlich zu beachten ist.

Wie viele User hat das Auwi-Portal?

Die Nutzerzahlen steigen stetig. Derzeit haben wir über 37.000 monatlich. Laut Klick-Statistik sind die Länderinformationen mit ihren Exportberichten und Wirtschaftsstatistiken besonders gefragt.

In diesem Jahr wird das Portal überarbeitet und unter dem Arbeitstitel „Marktnavigator“ neu gestartet werden. Was wollen Sie ändern?

Die wirtschaftlichen Kennzahlen unserer Schlüsselmärkte werden mit noch mehr Datensätzen verfeinert. Der User wird erstmals die Möglichkeit haben, die Statistiken der von ihm ausgewählten Länder direkt miteinander zu vergleichen. Das hilft Unternehmern, den für sie besten Absatzmarkt zu finden. In dieser Form ist das bislang einmalig im Netz.