WALTEC – Hidden Champion aus Oberfranken

Wilhelmsthal (April 2018) - Pressen, Press-Blas-Maschinen, Schleudern, Feuerpolieren, Blas-Blas-Maschinen, Vorspannen, Schleifen – diese teilweise kompliziert klingenden Fachbegriffe beschreiben die Produkte und Produktfähigkeiten des Familienbetriebs WALTEC Maschinen GmbH aus dem oberfränkischen Wilhelmsthal.

  • „Vereinfacht gesagt: Wir produzieren Maschinen für die Glasherstellung. Aber Achtung: Keine Maschinen für die Herstellung von Getränkeflaschen, sondern für Verbrauchsgüter wie Weingläser, Salatschüsseln, Blumenvasen aber auch Industriegläser, zu denen z. B. Waschmaschinenbullaugen zählen“, erklärt Firmenchefin Britta Höfer.
  • Von der Schreibmaschine zur Glasindustrie
    Von der Schreibmaschine zur Glasindustrie
    Was als mittelgroßer Betrieb im polnischen Breslau begann, ist heute ein Global Player mit Vertretungen u.a. in Europa, Südamerika, Russland, China und Indien. „1899 wurde die Firma als Familienunternehmen in Breslau gegründet und war vor allem zuständig für die Produktion im Bereich Transportfahrzeugen für Bergbau und Feldbahnen, vom Kessel bis zum Schienenfahrzeug. Aber auch Schreibmaschinen und Fräsmaschinen gehörten dazu“, sagt Britta Höfer. Durch den Zweiten Weltkrieg und der näher rückenden Ostfront wurde der Betrieb evakuiert, eine Verlegung nach Berlin wurde in Betracht gezogen. „Doch der Zug fuhr weiter bis nach Kronach, die Firma wurde dort nach und nach aufgebaut und war zunächst auf Reparaturen von Anlagen und Maschinen aller Art ausgelegt.“ Die Spezialisierung auf den Sondermaschinenbau erfolgte 1957 mit der Gründung der Firma J. WALTER Co Maschinen GmbH, später WALTEC GmbH.
  • Entwicklung und Produktion in einer Hand
    Entwicklung und Produktion in einer Hand
    „Seit den 70 er Jahren konzentrieren wir uns ausschließlich auf Maschinen für die Glasherstellung“, so Britta Höfer, die seit 2011 die Firma zusammen mit Ulrich Zirfas leitet. Heute hat die Firma insgesamt 85 Mitarbeiter. WALTEC konzipiert und entwickelt, fertigt und montiert die Maschinen und bietet nach dem Aufbau auch einen After-Sales Service für seine Kunden. „Die Glasmaschinen-Branche ist weltweit eine relativ kleine Nische, es gibt nicht viele Anbieter, der Markt ist überschaubar“, sagt die Geschäftsführerin. „Das benachbarte Ausland bot WALTEC die ersten grenzüberscheitenden Geschäfte.“ Durch die dortige Vielzahl an Glashütten wurden die CSSR - das heutige Tschechien und die Slowakei - einer der ersten ausländischen Geschäftspartner schon zu Zeiten des Eisernen Vorhangs.“ Italien und seit 1980 auch Mexiko zählen zu den weiteren ersten internationalen Märkten von WALTEC.
  • Messen, Finanzen absichern und Unterstützung durch die IHK – und Ziele
    Für die Markterschließung ist WALTEC vor allem auf Messen weltweit unterwegs – auf der glasstec in Düssledorf, Glasstech Asia oder Glasman Latinamerica. „Darunter waren auch Firmengemeinschaftsstände von Fachverbänden wie dem VDMA“, so Britta Höfer. „Für erfolgreiche Auslandsgeschäfte muss man Zeit mitbringen und vor Ort Native Speakers als Kontaktpersonen haben“, lautet ihr Tipp. Es müsse jemand da sein, der sich auskennt, vor allem mit den Mentalitätsunterschieden, die ihrer Erfahrung nach vor allem im Bereich Arbeitsbedingungen immens sind. Um das finanzielle Risiko zu stemmen, fahre man am besten mit Hermesdeckungen und Letters of Credits. „Zudem stehen wir im Kontakt mit den Experten der IHK Bayreuth, die uns bei Zollfragen unterstützen.“
  • WALTECs Weltkarte ist fast schon überall markiert, aber Ausruhen gilt nicht: „Mittelamerika läuft soweit gut, stärker werden wollen wir in den USA“, sagt die Firmenchefin. +++Karoline Rübsam