Israel importiert immer mehr alkoholische Getränke

Israel importiert immer mehr alkoholische Getränke

Deutsche Anbieter partizipieren am Boom


Jerusalem (09.04.2019) Israelische Verbraucher entscheiden sich immer häufiger für ausländische Spirituosen. Im Jahr 2018 hat Deutschland seinen Importmarktanteil zum dritten Mal in Folge erhöht.

Israelis geben mehr Geld für alkoholische Getränke aus. Im Jahr 2018 lagen die Ausgaben der Haushalte für diesen Konsumposten bei umgerechnet 1,3 Milliarden US-Dollar (US$).

Nach Angaben des Zentralamts für Statistik hat sich der Anteil alkoholhaltiger Getränke an den Konsumausgaben von 0,41 Prozent 2015 auf 0,65 Prozent 2018 erhöht. Der Alkoholverbrauch pro Einwohner und Jahr lag 2015 bei 2,8 Liter und 2018 schätzungsweise bei 3 Liter. Ein Grund für das Mehr an Ausgaben ist eine zunehmende Verlagerung der Nachfrage auf hochwertige und teurere Erzeugnisse.

Besteuerungsreform hat die Einfuhr beflügelt

Dazu hat wesentlich eine 2013 beschlossene Reform der Besteuerung alkoholischer Getränke beigetragen, in deren Endergebnis teurere importierte Marken verbilligt und viele einheimische Alkoholika verteuert wurden. Die stark gesunkene Preisdifferenz bewog zahlreiche Verbraucher, etwas mehr Geld auszugeben und dafür bessere oder prestigeträchtigere Produkte aus dem Ausland zu kaufen. Im Jahr 2018, fünf Jahre nach der Besteuerungsreform, lagen die Importe in Dollarpreisen um 85,4 Prozent über dem Ergebnis von 2013.

Zur einheimischen Produktion alkoholischer Getränke liegen keine aktuellen Zahlen vor. Die jüngsten verfügbaren amtsstatistischen Angaben beziehen sich auf das Jahr 2015, in dem die israelischen Hersteller auf dem Binnenmarkt einen Umsatz von umgerechnet 310 Millionen US$ erreichten. Auch wenn neuere Zahlen nicht verfügbar sind, lässt sich annehmen, dass der Wert der Alkoholika-Importe inzwischen zumindest eine ähnliche Größenordnung wie der Absatz einheimischer Produkte erreicht hat.

Die allermeisten alkoholischen Getränke die nach Israel importiert werden, haben ein Koscher-Zertifikat, ohne das die meisten Lebensmittelgeschäfte sie nicht in ihr Sortiment aufnehmen würden. Die religiösen Vorschriften für die Herstellung koscherer Getränke sind bei Wein komplizierter als bei Bier oder hochprozentigen Alkoholika, stellen aber kein unüberwindliches Hindernis dar. Tatsache ist, dass Israel 2018 Wein aus 31 Ländern importierte. In Deutschland erteilt die Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland (ORD) Informationen über die Anforderungen und das Verfahren zur Koscher-Zertifizierung.

Britischer Whisky, mexikanisches Bier und russischer Wodka

Das mit Abstand führende Lieferland war 2018 das Vereinigte Königreich. Diese Position hatten die Briten ihrem Whisky zu verdanken, auf den 91,5 Prozent ihrer Lieferungen entfielen. Frankreich und Deutschland belegten beim Alkoholika-Import Rang zwei beziehungsweise drei. Beim viertwichtigsten Lieferanten, Mexiko, waren die Importe mit 82,5 Prozent ebenfalls stark auf eine einzige Kategorie konzentriert, und zwar Bier, während die Importe aus dem sechstplatzierten Russland zu 99,6 Prozent aus Wodka bestanden.

Dass Mexiko 2018 auf Rang vier vorrücken konnte, war einer sprunghaften Vervielfachung seiner Bierexporte nach Israel geschuldet. Hatten diese in den Jahren 2014 bis 2017 durchschnittlich 40.000 US$ pro Jahr betragen, so nahmen sie 2018 auf 17,4 Millionen US$ zu. Damit löste das lateinamerikanische Land in der Top-Ten-Tabelle der Bierlieferanten, das in den beiden vorangegangenen Jahren führende Belgien ab.

An dem Importboom alkoholischer Getränke konnten auch deutsche Anbieter partizipieren. In den Jahren 2014 bis 2018 haben sich die israelischen Einfuhren aus Deutschland mehr als verdoppelt. Der größte Teil der deutschen Lieferungen entfällt auf Bier.

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