EU-Wahlen 2019: Bayerische KMU und Europa

EU-Wahlen 2019: Bayerische KMU und Europa

Interview mit einer Unternehmerin aus Oberfranken


Bayreuth (13.05.2019) - Was bringt die EU kleinen und mittelgroßen Unternehmen aus Bayern? Was wünschen diese der EU? Die IHK Oberfranken Bayreuth hat nachgefragt:

Martin Hörtig ist Geschäftsführer des Bayreuther Unternehmens Hörtig Rohrpost GmbH, das er in zweiter Generation führt. Hörtig Rohrpost gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Rohrpostsystemen und ist in mehr als 40 Ländern aktiv. Martin Hörtig arbeitet seit vielen Jahren ehrenamtlich im IHK-Außenhandelsausschuss der IHk Bayreuth mit.

Das ist die EU für mich

… eine Wertegemeinschaft, die sich zusammenschließt, um einen gemeinsamen Lebensraum zu schaffen. Jeder, der sich diesen Werten anschließen möchte, kann mitwirken. Die wichtigsten Werte sind Solidarität und Menschenrechte. Sie sind  das Gegenteil von Egoismus (America First) und Unterdrückung (Diktatur).

Für mein Unternehmen bedeutet die EU

dass wir innerhalb Europas Geschäft machen können ohne großen Verwaltungsaufwand. Was aber noch viel wichtiger ist: Wir können außerhalb Europas Geschäfte machen ohne benachteiligt zu werden, weil die EU als Ganzes ein Schwergewicht ist,  das sich nicht austricksen lässt bei den Themen Zölle, Währung, Zertifikate.

Für die Zukunft wünsche ich mir

…dass Europa eine Identität entwickelt, die die der Nationalstaaten überwieg,

… dass Europa sich bei Steuern (die Mehrwertsteuer wäre ein erster Schritt) und Sozialgesetzen angleicht,

…. dass wir aufhören auf die USA zu schauen wie das Kaninchen auf die Schlange, sondern  mehr auf die Zukunftsmärkte im Osten.

Würden die Menschen in Deutschland endlich verstehen, dass Entscheidungen in Brüssel mehr Einfluss auf ihr Leben haben als Entscheidungen in Berlin, dann würden mehr Menschen zur Europawahl gehen als zur Bundestagswahl. Und es würden Parteien ihr wichtigstes Personal nach Brüssel schicken und nicht nach Berlin.

Interview: Cornelia Kern, IHK Bayreuth, erschienen im Magazin 05/2019 der IHK Oberfranken Wirtschaft in Oberfranken