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Marktchancen: Energieeffizientes Bauen in Frankreich und der Region Rhône-Alpes

Marktchancen: Energieeffizientes Bauen in Frankreich und der Region Rhône-Alpes

Lyon (April 2010) – Großen Nachholbedarf und ehrgeizige Ziele bescheren dem Energieeffizienten Bauen in Frankreich rosige Zukunftsaussichten; auch für ausländische Unternehmen, die den Schritt ins Nachbarland wagen.

Nicht nur die französische Regierung, sondern auch die Regionen, insbesondere Rhône-Alpes, unterstützen Initiativen und Unternehmen, die Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz fördern.
 
Die französische Regierung hat das Umweltprogramms 2020 (Grenelle de l’Environnement) im ersten Semester 2009 verabschiedet. Die neuen Gesetze sind im August 2009 in Kraft getreten. Seitdem zeichnet sich ein positiver Trend für die Baubranche, besonders im Bereich des Energieeffiziente Bauens, ab.
268 Maßnahmen wurden beschlossen. Bis 2020 soll der Energieverbrauch von Privatwohnungen um 38 Prozent gesenkt werden und Investitionen von 450 Milliarden Euro vorrangig in die Förderung von Energieeffizienz, erneuerbaren Energien und Umweltschutz fließen. 
Mit 192 Milliarden Euro dient ein Großteil der Ausgaben dazu, Altbauten, Sozialwohnungen und öffentliche Gebäude thermisch zu sanieren.  Das Umweltprogramm gibt das Ziel vor, dass private Haushalte bis 2012 jährlich über 5 Milliarden Euro in individuelle Heizsysteme mittels Wärmepumpen, Solarthermie und Holzheizungen investieren. Der Umweltagentur ADEME zufolge wird der Markt für Isolierung, Heizung und Klimatisierung sein aktuelles Volumen von 9 Milliarden Euro bis 2012 auf 22 Milliarden Euro steigern.
Diese Zahlen sind nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass Frankreich enormen Nachholbedarf in Sachen Energieeffizienz hat. Rund 60Prozent der Häuser erfüllen nicht die Vorschriften der Wärmedämmung und 2 Millionen Haushalte wohnen in schlecht beheizten Wohnungen. Außerdem sollen Niedrig-Energie-Gebäude (d.h. 50kWh/m²/Jahr) ab 2013 für Neubauten zum Standard werden.
Dazu hat die Regierung nationale Förderprogramme aufgelegt, wie eine Steuergutschrift für Anlagen und Ausrüstungen für erneuerbare Energien oder für Energieeinsparungen, kostenlose Darlehen und einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 5,5 Prozent.
 Aber auch ohne diese Anreize und trotz Krise schwächelt der Wohnungsbau in Frankreich nicht. Von Dezember 2008 bis November 2009 wurden 298 000 Wohneinheiten fertiggestellt (152 000 in Deutschland) und 352 500 Baugenehmigungen erteilt (176 000 in Deutschland, Schätzungen der LBS). So ist zu erwarten, dass die Nachfrage nach importierten Baumaterialen in den kommenden Jahren noch weiter steigt. Heute werden 40% der Nachfrage (50 Milliarden Euro für 2009) durch Importe gedeckt.
 
Auch in der Region Rhône-Alpes rund um die Hauptstadt Lyon hat man den Nutzen und die Notwendigkeit von Energieeffizientem Bauen erkannt. Abgesehen von den national verfügbaren Förderungen bietet die Region zusätzliche finanzielle Hilfe an, um die Nachfrage anzukurbeln. Seit dem 1. Juli 2009 wurde die Vergabe von Zuschüssen für Solarwarmwasseranlagen, Kombi-Solaranlagen und Holzheizanlagen durch die Ausgabe von „Energie-Schecks“ vereinfacht, die von den Auftraggebern direkt an die ausführenden Handwerker weitergegeben werden – bargeldlos.
Darüber hinaus investiert die Region auch selbst. So werden nicht nur Sozialwohnungen nach Energieeffizienz-Standards renoviert und neugebaut, sondern ganze Stadtbauprojekte entsprechen den Anforderungen des Energieeffizienten Bauens.
 
Auch Unternehmen im Bereich Energieeffizientes Bauen können sich in Rhône-Alpes gut aufgehoben fühlen. Die regionale Regierung unterstützt ihre Entwicklung durch finanzielle Förderung und Ausbildungsinitiativen. Desweiteren helfen regionale Cluster, wie Ecoenergie (Energieeffizienz und Erneuerbare Energien in Gebäuden), beim Netzwerken und der Vermarktung der umweltschonenden Produkte und Dienstleistungen.
Zusätzlich unterstützt ERAI, die Wirtschaftsförderung der Region Rhône-Alpes, ausländische Unternehmen bei ihren Projekten. Dies ist dank der Unterstützungen der regionalen Regierung kostenlos. Damit sollte dem erfolgreichen Start der Aktivitäten in Frankreich nichts mehr im Wege stehen.
 
(Verfasserin: Maren Eissing, Wirtschaftsförderung der französischen Region Rhône-Alpes, Bild: Neues, energieeffizientes Business-Viertel in Lyon, Hauptstadt der Region Rhône-Alpes)
 
Quellen:
Les chiffres-clé du bâtiment énergie-environnement, ADEME 2009
Marchés, emplois et enjeu énergétique des activités liées aux énergies renouvelables et à l’efficacité énergétique. Situation 2007-2008 – Perspectives 2009, ADEME 2009
 
Kontakte :
ERAI GmbH – Wirtschaftsförderung der französischen Region Rhône-Alpes
Ansprechpartner: Maren Eissing
Schwabstraße 18
70197 Stuttgart
Tel.: 0711-664 98-31