Partner auswählen

Durch die vorangegangenen Schritte bei der Lieferantensuche haben Sie den Markt analysiert. Durch eigene Recherche oder durch die Leistungen einer AHK haben Sie das bestehende Angebot an Lieferanten ermittelt: Vor Ihnen liegt die „Longlist“ potenzieller Lieferanten.

 

Jetzt ist Entscheidungskompetenz gefragt, um aus diesem Kreis die besten und für Sie geeignetsten ‎Lieferanten auszuwählen. Dafür müssen Sie die Lieferanten bewerten und klassifizieren. Dabei sollten Ihre Erfahrungen und auch Ihr Baugefühl nicht zu kurz kommen.

 

Informieren Sie sich, dass es auch digitale Lösungen gibt, die Ihnen den Prozess der Suche und der Bewertung von potenziellen Lieferanten vereinfachen können.

Grenzen Sie Ihre potenziellen Partner systematisch ein

Mit dem klassischen Instrument eines Fragebogens (RFI – Request for Information), den Sie an die Unternehmen ‎auf Ihrer Liste versenden, können sie evaluieren, welcher der Zulieferer in die nähere ‎Auswahl kommt. In dem Fragebogen schätzen potenzielle Lieferanten ihre ‎Leistungsfähigkeit hinsichtlich des Produkts, das Sie beschaffen wollen, selbst ein. Aus ‎den Rückläufen erstellen Sie eine Liste der für Sie besonders interessanten Lieferanten. ‎

Fragen Sie dabei gerade als kleineres Unternehmen auch nach ‎Mindestabnahmemengen. So vermeiden Sie, dass bei dem Zulieferer falsche ‎Erwartungen entstehen und erleben später keine üblen Überraschungen. ‎

Insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern kann sich diese Art der ‎Anfragedurchführung als ‎sehr zeitaufwändig gestalten. Auch hier kann es hilfreich sein, ‎auf die Dienstleistungen einer deutschen Auslandshandelskammer zurückzugreifen.‎

Als weitere Verfahren, um die Auswahl einzugrenzen, bieten sich Audits und eine ‎Musterprüfung an. Hierbei greifen Sie auf bestehende unternehmensinterne Qualitäts- ‎und Managementverfahren zurück. ‎

‎Lieferanten prüfen und auswählen

Wer einen Stamm solider und zuverlässiger Lieferanten aufbauen möchte, muss seine ‎Partner auf ihre Zuverlässigkeit, Liefertreue und Bonität durchleuchten. Außerdem ist ‎deren Compliance zu überprüfen und zu untersuchen, wie nachhaltig die Unternehmen ‎wirtschaften und produzieren. Neben international tätigen Auskunfteien kann auch ‎hierbei die jeweilige Auslandshandelskammer unterstützen.‎

iIHK-Tipp: Berücksichtigen Sie die geografische Lage eines Lieferanten

Überprüfen Sie auch, wo sich die Produktionsstätte eines potenziellen Lieferanten ‎genau befindet. Der Blick auf die Satelliten-Ansicht von Online-Kartendiensten fördert ‎oft erstaunliche Details zu Tage. Liegt das Werk eines Zulieferers etwa neben einem ‎Gewässer oder in einer Überschwemmungsregion, müssen Sie davon ausgehen, dass ‎Naturkatastrophen Ihre Lieferkette unterbrechen könnten. Eine Absicherung gegen ‎dieses Risiko mit Betriebsunterbrechungspolicen ist dann oft nur mit deutlichen ‎Aufschlägen möglich.‎

Lassen Sie in Schwellenländern Ihren Bauch mitreden

Sie haben es fast geschafft: Nach der Auswertung zahlreicher Rückläufer, genauen ‎Standortanalysen und der Überprüfung aller für Sie bei einem Lieferanten wichtigen ‎Kriterien liegt das Ergebnis Ihrer Lieferantenauswahl vor Ihnen: Ihre Shortlist.‎

Nun haben Sie den Punkt erreicht, an dem neben Ihrem analytischen Verständnis auch ‎Ihr Bauchgefühl zum Tragen kommen sollte. Um sich abschließend für einen ‎Lieferanten entscheiden zu können, sollten Sie sich vor Ort ein Bild von Ihrem neuen ‎Partner, seinen Produktionsstätten und Mitarbeitern machen. ‎

Unter Einkäufern kursieren abenteuerliche Geschichten darüber, wie sie von ‎vermeintlich seriösen Geschäftspartnern an der Nase herumgeführt wurden. Ein ‎Ortstermin ist deshalb in der Regel die beste Möglichkeit, um herauszufinden, ob die ‎Selbstdarstellung eines Lieferanten mit der Realität übereinstimmt, und alle ‎Erkenntnisse, die Ihre Analyse zu Tage gefördert hat, am Ende auch zum Tragen ‎kommen. ‎

Dass die sprichwörtliche Chemie zwischen Geschäftsleuten stimmen muss, ist eine ‎Binsenweisheit – gerade weil sie bei internationalen Lieferanten-Kundenbeziehungen ‎von so großer Bedeutung ist.‎

Digitalisierung im Global Sourcing

Seit Jahren diskutieren Fachleute kontrovers über Künstliche Intelligenz (KI) sowie ‎darüber, was sie zur Optimierung des Einkaufs beitragen kann. Beispiele für die ‎praktische Anwendung der Technologie sind zwar bisher eher rar. Klar ist jedoch, dass ‎KI das Potenzial hat, um Beschaffungsprozesse wesentlich effizienter und effektiver zu ‎gestalten – auch wenn sie nie den Kontakt von Mensch zu Mensch ersetzen kann. ‎

Ein Bericht aus der Praxis

Das Würzburger IT-Startup Scoutbee setzt im Segment der KI-basierten Sourcing-Lösung neue Maßstäbe.Als eines der ersten Unternehmen in Deutschland in ‎diesem Geschäftsfeld bieten die Unterfranken Einkäufern eine völlig neue ‎Herangehensweise bei der Suche nach Lieferanten. Sie kombinieren dazu eine ‎Algorithmus-basierte Lieferantensuche mit einer Daten-basierten ‎Lieferantenqualifizierung. ‎

Dazu hat das kleine Unternehmen inzwischen über 4 Terrabyte an industriellen ‎Datensätzen gesammelt. Sie ermöglichen es, internationale Kunden-‎Lieferantenbeziehungen offenzulegen. Für Einkäufer werden so große Teile von ‎Lieferketten transparent. Ihr gegenwärtiges wie zukünftiges Lieferantennetzwerk ‎können sie professioneller überprüfen und validieren. ‎

Der Erklärfilm von Scoutbee zeigt, wie die ‎Scoutbee-Lösung Einkäufer beim Global Sourcing unterstützt. ‎