Auf den richtigen Lieferanten kommt es an

Lieferanten entwickeln sich zunehmend vom klassischen Zulieferer ‎zum strategischen Partner. Da Einkäufer immer mehr Aufgaben an ihre Lieferanten ‎übertragen, steigt deren Bedeutung für die beschaffenden Unternehmen. Das gilt vor allem für kleine ‎und mittelständische Firmen. Besonders sie streben nach langfristigen ‎Beziehungen zu ihren Lieferanten. ‎

Für Unternehmer stellt sich daher gerade beim Global Sourcing die Frage: Wie und wo ‎finde ich den richtigen Partner?‎

Um darauf eine Antwort zu finden und eine passende Einkaufsstrategie zu entwickeln, ‎sollten Sie in folgenden Schritten vorgehen:

Bedarf erkennen

Für welche Teile und Komponenten sich Global Sourcing überhaupt eignet, lässt sich ‎mit Methoden der Potenzialanalyse herausfinden. Diese achtet neben den ‎erforderlichen Mengen und Stückzahlen auch auf das benötigte Material. Daneben spielen der ‎Lohnkostenanteil sowie die strategische Bedeutung des Bauteils für das Produkt sowie ‎die Positionierung des einkaufenden Unternehmens im Wettbewerb eine Rolle. Erste Einschätzungen der für die Materialgruppe bevorzugten Beschaffungsregionen ‎und die Bestimmung der zu erwartenden Einsparpotenziale legen die Grundlage für ein erfolgreiches Global Sourcing.‎

Beschaffungsmarkt analysieren

Wo lässt sich ein bestimmtes Produkt am besten einkaufen? Wenn Sie diese Frage ‎beantworten wollen, sollten Sie bei der Analyse von Beschaffungsmärkten ‎produktspezifische Aspekte ebenso berücksichtigen wie die geografische, soziale und ‎politische Situation im Zielland. ‎

Deswegen sollten Sie folgende Aspekte auf Ihrer Checkliste beantworten: 

  • Wie sieht das Angebot potentieller Lieferanten im gewünschten Beschaffungsmarkt aus?Welche Qualität bieten die Unternehmen? Gibt es ausreichend verfügbare Fertigungskapazitäten?
  • Welches Preisniveau herrscht vor? Berücksichtigen Sie neben Arbeits- und Kapitalkosten auch Steuern und Abgaben, Subventionen, Zölle, Transport- sowie Versicherungskosten.
  • Wie sieht das Angebot potentieller Lieferanten im gewünschten Beschaffungsmarkt aus? Welche Qualität bieten die Unternehmen? Gibt es ausreichend verfügbare Fertigungskapazitäten?
  • Finden Lieferanten in dem Land ausreichend qualifizierte Arbeitskräfte oder herrscht Fachkräftemangel?
  • Wie sehen die Import- und Exportvorschriften aus?
  • In welchem Zustand befindet sich die Infrastruktur? Arbeiten Häfen und Zollbehörden effizient oder sind lange Verzögerungen die Regel?
  • Sind Lieferverzögerungen oder Unterbrechungen der Lieferkette zu erwarten, weil der Beschaffungsmarkt regelmäßig von Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder Stürmen getroffen wird?
  • Gibt es Zahlungs- und Währungsrisiken und wie können Sie sich dagegen absichern?
  • Herrscht in dem Beschaffungsmarkt politische und soziale Stabilität? Wie groß ist der Einfluss der Gewerkschaften und wie steht es um den Sozialen Frieden?

iIHK-Tipp:

Wenn Sie detaillierte Informationen zu einzelnen Beschaffungsmärkten suchen, stehen ‎Ihnen die Fachbereiche „Internationalisierung“ bei den IHKs und Handwerkskammern zur Verfügung.

  • ‎zur aktuellen wirtschaftlichen Lage im geplanten Beschaffungsmarkt

  • bestehenden Handelsabkommen

  • Förder- und Absicherungsmöglichkeiten

  • bestehenden lokalen Netzwerken

  • und Informationsquellen, in denen Sie potenzielle Lieferanten recherchieren können.‎

Länderinformationen selbst recherchieren

Für erste Recherchen gibt es zudem eine Reihe von kostenfreien Datenbanken mit ‎aktuellen Länderinformationen. Eine Auswahl: ‎

Lieferanten finden

Nachdem Sie die relevanten Zielregionen eingegrenzt haben, ermitteln Sie dort ‎potenzielle Lieferanten.  Dabei unterstützen Sie internationale Unternehmensdatenbanken genauso wie die deutschen Auslandshandelskammern vor Ort.

iIHK-Tipp:

Nutzen Sie die Angebote und Dienstleistungen der AHKs bei der Suche nach geeigneten ‎Lieferanten. Die AHKs sind lokal exzellent vernetzt und verfügen über ‎Informationsquellen und Datenbanken, mit denen sie Unternehmen dabei helfen, ‎potenzielle Lieferanten in dem Beschaffungsland zu durchleuchten. Einige AHKs sind ‎besonders auf die Bedürfnisse von Einkäufern in deutschen Unternehmen eingestellt.‎

Global Sourcing Service der AHK


Bedenken Sie, dass es die „eine“ Informationsquelle bei ‎der Suche nicht gibt. Je nach Region und Materialgruppe gibt es verschiedene Institutionen, ‎Datenbanken, Kataloge oder auch Fachmessen, die Sie nutzen sollten, um mögliche ‎Lieferanten zu ermitteln.‎

Zu den wichtigsten Informationsquellen gehören:‎

Datenbanken (Auswahl):

  • „Wer liefert was“ ist eine Einkäuferdatenbank für Deutschland, Österreich und die ‎Schweiz. Sie listet nach eigenen Angaben rund 570.000 Unternehmen und hat ‎monatlich 1,3 Millionen Besuche von professionellen Einkäufern. ‎
  • Die Internationale Kompass Datenbank bietet B2B-Kontakte in über 70 Länder und ‎über das gesamte industrielle Spektrum hinweg.‎
  • Europages ist eine Datenbank mit Fokus auf kleine und mittelgroße Unternehmen in 26 ‎Sprachversionen. Sie hat jeden Monat über zwei Millionen Nutzer aus aller Welt. ‎Schwerpunkte sind Europa und Asien.‎
  • Das weltweit ausgerichtete Online-Produktverzeichnis für die Industrie gibt es in 16 ‎Sprachen. Es führt nach eigenen Angaben mehr als 300.000 verifizierte Unternehmen ‎und über 3,1 Millionen Produkten auf. ‎

iIHK-Tipp:

Lassen Sie die IHK für sich recherchieren!

Viele IHKs bieten als Dienstleistung ihren Mitgliedsunternehmen passgenaue ‎Adressrecherchen an auch auf internationalen Märkten. ‎