Schweiz

Erscheinungsdatum: 24.10.2018

Verfasser: AHK Schweiz, Dr. Marion Hohmann-Viol, Leitung Recht und Steuern


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6. Unterlagen vor Ort

Für entsandte Mitarbeiter besteht keine direkte Dokumentenmitnahmepflicht. Im Falle einer Kontrolle werden die relevanten Unterlagen im Nachgang beim Arbeitgeber direkt angefordert. Üblicherweise handelt es sich dann um Unterlagen wie Lohnabrechnungen, Arbeitszeitrapporte, Arbeitsverträge, etc. Eine abschließende Liste hierzu gibt es nicht, da es Unterschiede in den einzelnen Kantonen gibt.

Seit 2013 müssen selbständige Dienstleistungserbringer vor Ort beim Einsatz in der Schweiz zwingend folgende Dokumente mit sich führen:

  • Kopie der Meldung über das Meldeverfahren oder Zusicherung der Bewilligung;
  • Sozialversicherungsnachweis A1 oder E101;
  • Kopie des Vertrages mit dem Auftraggeber oder, wenn kein solcher existiert, schriftliche Bestätigung des Auftragsgebers über den in der Schweiz auszuführenden Auftrag oder Werkvertrag.

Können die genannten Unterlagen vor Ort nicht vorgelegt werden, setzt das Kontrollorgan dem selbständigen Dienstleistungserbringer eine Nachfrist von maximal zwei Tagen an. Gegenüber Personen, die innerhalb der angesetzten Nachfrist weder die Dokumente noch gleichwertige Unterlagen vorweisen können, können die kantonalen Behörden einen Arbeitsunterbruch anordnen und veranlassen, dass die betreffende Person den Arbeitsplatz verlässt. Beschwerden gegen die Anordnung eines Arbeitsunterbruchs haben keine aufschiebende Wirkung. Der Arbeitsunterbruch dauert an, bis die vorgenannten Dokumente oder gleichwertige Unterlagen vorgewiesen werden.

Schließlich kann eine Sanktion von bis zu CHF 30.000 verhängt werden, wenn die vorgenannten Unterlagen nicht vor Ort mitgeführt werden.

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