Frankreich

Erscheinungsdatum: 19.02.2019

Verfasser: AHK Frankreich, Joachim Schulz, Leitung Recht und Steuern


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Unterlagen vor Ort

Mitzuführende Dokumente im Dienstleistungssektor:

Bei einer Kontrolle durch den Arbeitsinspektor können folgenden Dokumente in französischer Sprache gefordert werden (Artikel R.1263-1 des Arbeitsgesetzbuches).

  • Eine Kopie der sog. A 1-Bescheinigung (ehemals E 101) Ihrer Mitarbeiter
  • Gegebenenfalls vor allem bei Nicht-EU-Bürgern, Vorlage einer Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung, falls eine solche notwendig ist.
    • Gem. Artikel R. 5221-2 Code du travail ist eine Arbeitsgenehmigung in Frankreich bei Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates der Europäischen Union nicht erforderlich. Bei Staatsangehörigen eines Staates außerhalb der EU ist die Genehmigung gem. Absatz 2 des genannten Artikels dann nicht erforderlich, wenn diese über eine entsprechende Genehmigung im Mitgliedsstaat verfügen, in dem der Arbeitgeber seinen Sitz hat, sofern die in Frankreich ausgeführte Tätigkeit der in der Arbeitsgenehmigung aufgeführten entspricht.
  • Arbeitsvertrag
  • Bei Entsendungen von einem Monat oder länger die Gehaltsabrechnungen für alle entsendeten Mitarbeiter oder ein entsprechendes Dokument
  • Stundenzettel eines jeden Mitarbeiters für jeden gearbeiteten Tag
  • Kopie der Beauftragung des gesetzlichen Vertreters in Frankreich
  • Alle Dokumente, die das anwendbare Recht auf den Vertrag zwischen dem Arbeitgeber und dem Auftraggeber attestieren
  • Dokumente, welche die Anzahl der erfüllten Aufträge und den vom Arbeitgeber in diesem Rahmen erwirtschafteten Umsatz attestieren
  • Sofern die Entsendung einen Zeitraum betrifft, der kürzer als einen Monat ist, sind alle Dokument vorzulegen, welche geeignet sind, den Beweis zu erbringen, dass die Mitarbeiterentlohnung den Mindestlohnanforderungen in Frankreich (9,67 € Stundenlohn seit 01.01.2016) entspricht.

Diese Liste ist nicht abschließend. Erfahrungsgemäß sind Kontrollen insbesondere bei länger andauernden Entsendungen (ab einer Woche) oder bei der Entsendung einer großen Anzahl von Arbeitnehmern zu erwarten.

Die Unterlagen können in physischer Form am Auftragsort bereit gehalten - oder vom Repräsentant unverzüglich weitergeleitet werden. Es sollten zumindest die Entsendeerklärung und das Mandat zur Übernahme der Repräsentanz vor Ort sein.

Mitzuführende Dokumente im Transportgewerbe:

Zusätzlich zur Entsendebescheinigung müssen bei Entsendungen im Transportsektor an Bord des Transportmittels jene Dokumente aufbewahrt werden, die in Artikel R. 1331-7-III des Verkehrsgesetzes aufgelistet sind:

  • Der Arbeitsvertrag des Arbeitnehmers muss im Fahrzeug mitgeführt werden. Eine Übersetzung des Arbeitsvertrages in die französische Sprache ist nicht verpflichtend.
  • In Fällen der Entsendung innerhalb der Unternehmensgruppe ist außerdem erforderlich, dass eine in die französische Sprache übersetzte Kopie der Vereinbarung über die Überlassung und des Zusatzes zum Arbeitsvertrag mitgeführt wird.
  • Für Situationen der Entsendung durch eine Zeitarbeitsfirma ist außerdem erforderlich, dass sich eine ins Französische übersetzte Kopie des Zeitarbeitsvertrages (Vertrag zwischen dem Arbeiter und der Zeitarbeitsfirma) und des Bereitstellungsvertrages mit dem in Frankreich ansässigen Unternehmen an Bord befindet.

Des Weiteren müssen folgende Unterlagen zur Aufbewahrung und nötigenfalls Vorlage bei der Arbeitsinspektion in elektronischer Form dem Repräsentanten übermittelt werden:

  • Gehaltsabrechnungen für jeden einzelnen entsandten Arbeitnehmer für die Zeit der Entsendung
  • Nachweis der Zahlung der diesbezüglichen Gehälter
  • Falls ein Tarifvertrag anwendbar ist, dessen Rubrum
  • A1 Bescheinigung
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