Frankreich

Erscheinungsdatum: 19.02.2019

Verfasser: AHK Frankreich, Joachim Schulz, Leitung Recht und Steuern


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Bau und Montage

Berufsidentifikationskarte im Baugewerbe („carte BTP“)

Neben der Verpflichtung, vorübergehend entsandte Mitarbeiter zu melden, müssen deutsche Unternehmen seit dem 22. März 2017 im Bereich des Baugewerbes für Mitarbeiter, die vorrübergehend Dienstleistungen in Frankreich ausführen, eine Berufsidentifikationskarte beantragen. Die Beantragung der Karte muss unter Vorlage der Entsendeerklärung vor der Entsendung der Arbeitnehmer gestellt werden. Die Karte beinhaltet Informationen hinsichtlich des Arbeitnehmers und Arbeitgebers. Die Meldung hat durch den Arbeitgeber auf der Plattform „Carte BTP“ zu erfolgen. Nach Bezahlung einer Gebühr von 10,80 Euro, wird eine Karte für jeden Arbeitnehmer zeitlich begrenzt auf Dauer der Entsendung ausgestellt, die dieser mit sich führen muss. Bei Nichteinhaltung dieser Verpflichtung sind Bußgelder in Höhe von 2.000 Euro pro Arbeitnehmer, jedoch nicht höher als 500.000 Euro vorgesehen.

Laut Art. R.8291-1 des französischen Code du travail (Arbeitsgesetz) muss die Karte für alle Personen beantragt werden, die Bauarbeiten im Baugewerbe und öffentliche Bauarbeiten auch zeitweise ausführen, leiten oder organisieren. Diese Bauarbeiten definieren sich wie folgt: Aushubarbeiten, Erdarbeiten, Entwässerung, Bauarbeiten, Montage und Demontage vorgefertigter Bauteile, Ausbauarbeiten, Innen- und Außenausstattung, Sanierung, Renovierung, Abriss, Umbau, Wartung, Instandhaltung, Instandsetzung und Reparatur von Bauwerken sowie die zu diesen Arbeiten gehörenden Maler- und Reinigungsarbeiten und alle direkt damit verbunden Zusatzarbeiten. Diese Bestimmungen sind für einige Arbeitnehmer wie beispielsweise Architekten, Grundstücksexperten, Fahrer, Lieferer, usw. (siehe genaue Liste unter Art. R.8291-1 Absatz 4. des Code du travail) nicht gültig.

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