Brexit und Zoll

Brexit und Zoll

Neue Informationen


München (12.03.2019) - Die EU-Kommission hat einen Leitfaden zur Unterstützung bei der Vorbereitung auf einen möglichen ungeordneten Brexit in Bezug auf Zollfragen veröffentlicht.

Dieser beinhaltet ganz grundlegende Einstiegsinformationen und richtet sich daher primär an Unternehmen, die bislang keine Geschäftstätigkeiten mit Drittstaaten haben.
 
Auf britischer Seite gibt es die Ankündigung, dass es ein vereinfachtes Einfuhrverfahren für EU-Waren geben soll.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den nachfolgenden Kurzmeldungen:

 
Europäische Kommission unterstützt KMU mit Zoll-Checkliste
Kommt es zu einem „No-Deal“-Brexit, so gilt das Vereinigte Königreich ab dem 30.03.2019 als Drittland gegenüber der EU, wodurch im Warenverkehr Zölle und Zollformalitäten anfallen werden. Um KMU in Zollfragen bestmöglich auf einen harten Brexit vorzubereiten, hat die EU-Kommission auf ihrer Webseite einen Leitfaden zum Thema Zoll sowie eine kurze, einführende Checkliste veröffentlicht. Das Beratungsangebot richtet sich vorwiegend an kleine und mittelständische Unternehmen, die bisher keine Erfahrung mit Drittlandsgeschäften und Zollvorschriften haben. Diesen Unternehmen wird geraten, sich bei den nationalen Zollbehörden für den Handel mit Drittstaaten anzumelden (EORI-Nummer), mit den wichtigsten Zollformalitäten auseinanderzusetzen sowie Kapazitäten für die Abwicklung von Zollformalitäten zu schaffen. Das Informationsangebot der EU-Kommission bietet jedoch nur erste grundlegende Hintergrundinformationen und Empfehlungen für den ersten Kontakt mit Zollabwicklungen.
 
Hinweis:
Auch die Generalzolldirektion informiert auf ihrer Homepage rund um das Thema Brexit. Auf der Webseite finden Sie weiterführende Informationen über das Angebot der EU-Kommission hinaus, z.B. zu Rückwaren und Bewilligungen.

 
Vereinfachtes Einfuhrverfahren für EU-Waren
Um starke Verzögerungen an den Häfen und Flughäfen im Fall eines harten Brexit zu verhindern, hat das Vereinigte Königreich angekündigt, die Zollabfertigung durch ein vereinfachtes Einfuhrverfahren zu beschleunigen. Eine unvollständige Zollanmeldung ist daher unter Umständen möglich. Damit erfolgt die Zollanmeldung im Rahmen des Standardverfahrens durch die Anschreibung in der Buchführung des Unternehmens. Eine zusätzliche Erklärung ist einzureichen, sobald die Waren im VK angekommen sind. Für genehmigungspflichtige Güter ist im Voraus sowohl eine Einfuhrgenehmigung als auch eine vereinfachte Zollanmeldung vorzulegen. Zudem kann im Rahmen des vereinfachten Einfuhrverfahrens ein Zahlungsaufschub beantragt werden, womit Zölle erst am 15. Tag des darauffolgenden Monats zu begleichen sind.
 
Die Registrierung für das vereinfachte Einfuhrverfahren ist jedoch nur Unternehmen mit Firmensitz im VK möglich. Spediteure, die im Auftrag dieser Unternehmen handeln, sind davon ausgeschlossen. Zudem wird für die Registrierung eine gültige EORI-Nummer benötigt.
 
Das Verfahren ist zeitlich begrenzt und hat das Ziel, die Zollabwicklung zeitlich zu entzerren. Auf Zollformalitäten soll damit jedoch nicht vollständig verzichtet werden.
 
Beigefügt finden Sie eine Mitteilung des britischen Zolls an alle im Vereinigten Königreich für MwSt registrierte Unternehmen, das das vereinfachte Zollverfahren erklärt.
 
Weitere Informationen hierzu sowie einen Handzettel finden Sie auf der Webseite der Generalzolldirektion.
 
Hinweis:
Auch der deutsche Zoll bereitet sich auf einen möglichen harten Brexit vor. Über das deutsche Zoll-IT-Verfahren für die Bearbeitung des Abfertigungsprozesses (ATLAS) können sich Zolldienststellen bundesweit bei Abfertigungshandlungen gegenseitig unterstützen. Dadurch können die Brexit-Hotspots entlastet werden. Das Lastverhalten von ATLAS wurde auch bereits einem erfolgreichen Brexit-Stresstest unterzogen.

 
(Quelle GTAI)