Wie Südafrikaner ticken …

Wie Südafrikaner ticken …

Do's and Don'ts


Kapstadt (09.10.2018) Die World Values Survey befragt seit 1981 regelmäßig Menschen aus verschiedenen Ländern zu ihren Einstellungen und Werten. Auch 3.500 Südafrikanerinnen und Südafrikaner wurden befragt. Die Antworten geben Aufschluss über ihre Einstellungen zum Leben, zur Familie, zur Religion als auch zum Rollenbild von Männern und Frauen.

Familie an erster Stelle

Mehr als ein Drittel (33,8 %) der Befragten ist verheiratet, knapp zehn Prozent leben in ehe-ähnlichen Gemeinschaften, 6,7 Prozent sind verwitwet, 1,3 Prozent sind geschieden und 0,6 Prozent leben getrennt. Fast die Hälfte (47,6 %) der Südafrikaner sind alleinstehend. Mehr als ein Drittel (35 %) hat keine Kinder, knapp 20 Prozent haben ein Kind, 23,3 Prozent haben zwei und 12,7 Prozent drei Kinder. Neun Prozent haben zwischen vier und acht Kindern. Knapp 40 Prozent behaupteten zum Befragungszeitpunkt sehr glücklich, 37,1 Prozent größtenteils glücklich zu sein. Für 92,5 Prozent der Befragten steht ihre Familie an erster Stelle. Die Arbeit (57,5 %) und die Religion (55,8 %) sind für Südafrikaner etwa gleich wichtig, gefolgt vom Freundeskreis (44,7 %), Freizeit (36,1 %) und Politik (21,4 %).

Kinder lernen Fleiß, Unabhängigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Toleranz

Etwas mehr als die Hälfte der Südafrikaner sehen es als ihre Lebensaufgabe an, ihre Eltern stolz zu machen. Bei der Frage nach Eigenschaften und Werten, die sie ihren Kindern bei der Erziehung vermitteln, antworteten etwa 70 Prozent mit „Harte Arbeit und Fleiß“, gefolgt von „Unabhängigkeit“ (63,5 %) und „Verantwortungsbewusstsein“ (57,4 %) sowie „Toleranz und Respekt Anderen gegenüber“ (52,5 %). Glauben und Gehorsam sind nur für 44,3 % bzw. 37,2 % wichtig, gefolgt von Entschlossenheit und Ausdauer (35,3 %) sowie Sparsamkeit (30,4 %). Für mehr als 70 Prozent spielt es keine Rolle, das Vorstellungsvermögen (71,9 %) ihrer Kinder zu fördern. Ebenfalls unwichtig scheint es zu sein, sie zu selbstlosen Persönlichkeiten (72,2 %) oder zu Selbstdarstellern (75,6 %) zu erziehen.

Vorsichtig im Umgang mit Unbekannten

Etwas mehr als 60 Prozent der Befragten sind sehr verbunden mit ihrem Land und stolz darauf Südafrikaner zu sein. 46,7 Prozent bezeichnen sich als Teil einer lokalen Gemeinschaft, 45,6 Prozent als Teil der südafrikanischen Nation und etwa 40 Prozent bezeichnen sich auch als „Weltbürger“. Wenn es um das Miteinander geht, so denken 76,2 Prozent, dass man im Umgang mit Mitmenschen eher vorsichtig als zu offen sein sollte. So vertrauen die Befragten Unbekannten zu 33,8 Prozent nicht unbedingt und zu 23,4 Prozent gar nicht, ebenso wie Menschen anderer Nationalitäten (29,8 % nicht unbedingt, 18 % gar nicht). Ihrer Familie hingegen vertrauen Südafrikaner zu 76 Prozent voll und ganz und zu 19,2 Prozent einigermaßen, ferner Nachbarn (49,7 Prozent) und persönlichen Bekannten und Freunden (45,2 %) sowie Menschen anderer Religionen (41,4 %) einigermaßen.

Häusliche Gewalt, Stehlen und Steuerhinterziehung unmoralisch

Im direkten Umfeld, als Nachbarn, möchten 85,7 Prozent der Befragten keine Drogenabhängigen, Alkoholiker (60 %), Gastarbeiter/Immigranten (40,9 %) oder Homosexuellen (37,9 %) haben. Gewalt gegenüber der Ehefrau (37,1 %), Stehlen (36,7 %) oder Steuerhinterziehung (34,7 %) sehen Südafrikaner als unmoralisch an. Als niemals gerechtfertigt gilt auch die Erschleichung staatlicher Leistungen (33,6%), Bestechlichkeit (33,5 %), Prostitution (33,3 %), Gewalttätigkeit (33 %), Selbstmord (32,6 %) oder auch Abtreibung (32,5 %).

Annähernd ausgeglichene Rollenverteilung

Schaut man sich die Rollenverteilung von Mann und Frau an, so finden nur etwa 30 Prozent der Befragten, dass Männer im Falle einer Jobknappheit eher das Recht auf einen Job hätten, als Frauen – 47,2 Prozent finden das nicht richtig. Nur knapp 40 Prozent finden, dass eine Hochschulausbildung für Männer wichtiger ist, als für Frauen. Mehr als die Hälfte der Befragten (51,6 %) meinen, dass Frauen die besseren Politiker sind. Geht es ums Geschäft, sind die Meinungen ausgeglichen: 48,5 Prozent glauben, dass Männer die besseren Geschäftsleute sind, 48 Prozent sagen, dass es Frauen sind.

>>> Den vollständigen Text lesen Sie im Artikel bei blog:subsahara-afrika.

(Quelle: Blog Subsahara-Afrika der IHK Mittlerer Niederrhein)