Wie Nigerianer ticken

Wie Nigerianer ticken

Do's and Don'ts


Abuja (23.07.2018) Die World Values Survey befragt seit 1981 regelmäßig Menschen aus verschiedenen Ländern zu ihren Einstellungen und Werten. Auch knapp 1.800 Nigerianerinnen und Nigerianer wurden befragt. Die Antworten geben Aufschluss über ihre Einstellungen zum Leben, zur Familie, zur Religion als auch zum Rollenbild von Männern und Frauen.

Familie an erster Stelle

51,6 Prozent der Befragten sind verheiratet, 2,9 Prozent leben in ehe-ähnlichen Gemeinschaften, 0,3 Prozent sind geschieden und 0,2 Prozent getrennt lebend. Drei Prozent sind verwitwet und 42,1 Prozent Alleinstehend. Die Mehrzahl der Befragten (48,8 %) gab an keine Kinder zu haben. 13,6 Prozent haben zwei Kinder, gefolgt von drei Kindern (9,5 %), vier Kindern (6,9 %) oder einem Kind (6,3 %). Knapp 15 Prozent haben zwischen fünf und acht Kindern. Für 98,4 Prozent der Befragten steht ihre Familie an erster Stelle. Einen wichtigen Stellenwert nimmt mit 89,8 Prozent auch die Religion ein, gefolgt von der Arbeit (76,8 %), dem Freundeskreis (62,2 %) und von Freizeit (52,2 %).

Kinder lernen Fleiß, Religiosität, Gehorsam und Toleranz

77,7 Prozent der Nigerianer sehen es als ihre Lebensaufgabe an, ihre Eltern stolz zu machen. Bei der Frage nach Eigenschaften und Werten, die es bei der Erziehung von Kindern zu vermitteln gilt, antworteten 78 Prozent mit „Harte Arbeit“, gefolgt von „Religiösität“ (72,7 %),  „Gehorsam“ (62,8 %) und „Toleranz und Respekt Anderen gegenüber“ (59,8 %). Für 80,9 Prozent spielt es keine Rolle, ihre Kinder zur Sparsamkeit zu erziehen. Ebenfalls unwichtig scheint es zu sein, die Selbstdarstellungsfähigkeiten (77,2 %), die Selbstlosigkeit (68,3 %), das Durchhaltevermögen (63,1 %) und die Unabhängigkeit (61,1 %) des Kindes zu fördern.

Der Familie gilt das volle Vertrauen

Knappe 67 Prozent der Befragten sind sehr verbunden mit ihrem Land und stolz darauf Nigerianer zu sein. Etwa 60 Prozent bezeichnen sich auch als „Weltbürger“ sowie als Teil einer lokalen Gemeinschaft (61,8 %). Wenn es um das Miteinander geht, so denken 85 Prozent, dass man im Umgang mit Mitmenschen eher vorsichtig als zu vertrauensvoll sein sollte. So vertrauen die Befragten Unbekannten zu 43 Prozent nicht unbedingt und zu 35,3 Prozent gar nicht, ebenso wie Menschen anderer Religionen (32,8 % nicht unbedingt, 21,4 % gar nicht) und anderer Nationalitäten (38,3 % nicht unbedingt, 25,8 % gar nicht). Ihrer Familie hingegen vertrauen Nigerianer zu 88,5 Prozent voll und ganz, ferner Nachbarn (48,2 %) und persönlichen Bekannten (47,8 %) einigermaßen.

Tabu-Themen: Homosexualität, Prostitution und Abtreibung

Im direkten Umfeld, als Nachbarn, möchten 76,3 Prozent der Befragten keine Drogenabhängigen, keine Homosexuellen (70,5 %) oder Alkoholiker (63,7 %) haben. Homosexualität (63,9 %), Prostitution (62,1 %), Abtreibung (61,4 %) oder Selbstmord (58,4 %) sowie Scheidung (49,9 %), Geschlechtsverkehr vor der Ehe (46,1 %) oder auch Gewalt gegenüber der Ehefrau (46,8 %) sehen Nigerianer als niemals gerechtfertigt an.

Patriarchalische Prägung

Schaut man sich die Rollenverteilung von Mann und Frau an, so finden es etwa 66 Prozent der Befragten richtig, dass Männer im Falle einer Jobknappheit eher das Recht auf einen Job hätten, als Frauen. Zudem sehen es knapp die Hälfte der Befragten als problematisch an, wenn die Frau mehr Geld verdient als der Mann. 46,6 Prozent finden zudem, dass Männer die besseren Politiker und die besseren Geschäftsleute (38,5 %) sind.

>>> Den vollständigen Text lesen Sie im Artikel bei blog:subsahara-afrika.

(Quelle: Blog Subsahara-Afrika der IHK Mittlerer Niederrhein)