Megacitys in Afrika: Kinshasa möchte zum Paris Afrikas werden

Megacitys in Afrika: Kinshasa möchte zum Paris Afrikas werden

Demokratische Republik Kongo boomt mit Millionenstadt


Kinshasa (13.04.2018) Afrikas Millionenstädte wachsen schnell und unaufhaltsam. Die Urbanisierung stellt die Verwaltungen der Metropolen vor riesige Aufgaben, die ihrerseits vielfältige potenzielle Geschäftsmöglichkeiten auch für deutsche Unternehmen beinhalten. Blog:subsahara-Afrika widmet ausgesuchten Megacitys in Afrika eine Artikelserie.

Mit Kinshasa steht die Hauptstadt und Wirtschaftsmetropole der Demokratischen Republik Kongo, des größten frankophonen Landes Westafrikas, im Fokus des sechsten Artikels. Neben einigen historischen und statistischen Daten werden vor allem die laufenden und geplanten Vorhaben im Bereich der Infrastruktur der drittgrößten Millionenstadt Afrikas vorgestellt.

Kinshasas blutige Geschichte

Kinshasa hieß bis Mitte der 1960er Jahre Leopoldville und hat wie das ganze Land eine wechselvolle und blutige Geschichte. Gegründet 1881 von dem britischen Forscher und Abenteurer Sir Henry Morton Stanley als Handelsstation und ersten schiffbaren Hafen am Kongofluss. Die neue Stadt trug den Namen des belgischen Königs Leopold II., der das gesamte, an Bodenschätzen reiche Territorium der heutigen DR Kongo zu seinem persönlichen Besitz erklärt hatte. Stadt und Hafen Leopoldville lagen oberhalb der als Livingstone Falls bekannt gewordenen, 300 km langen Flussschnellen. Diese wurden zunächst nur zu Fuß mit Trägern umgangen, bis 1898 die neue Gütereisenbahn vom Fördergebiet Matadi bis Leopoldville in Betrieb genommen wurde. Der Eisenbahnbau löste eine starke Wachstumsphase für die neue Stadt aus, verstärkt durch den Bau einer Ölpipeline (1914) von Matadi bis zum Hafen. Leopoldville wurde 1923 zur offiziellen Hauptstadt der neuen Kolonie Belgisch-Kongo ausgerufen und wurde in kurzer Zeit deren stark wachsenden Wirtschaftszentrum.

Nach Erlangen der Unabhängigkeit Kongos von Belgien 1960 machte sich der erste kongolesische Premierminister, Patrice Lumumba, weltweit einen Namen wegen seiner „sozialistischen“ Politik der Rückgewinnung vollständiger Kontrolle über die nationalen Ressourcen mit dem Ziel der Verbesserung der Lebensbedingungen in der Bevölkerung. Dies lief jedoch den Interessen der alten Kolonialmacht sowie der USA zuwider, die – auf dem Höhepunkt des „Kalten Krieges“ – die Kontrolle über die reichen Ressourcen Kongos, speziell die Uranvorkommen, nicht verlieren wollten und daher die Widersacher Lumumbas unterstützten. Damit wurde eine Entwicklung in Gang gesetzt, die schließlich 1965 zur Ermordung Patrice Lumumbas und Machtübernahme durch den als Diktator „Mobutu Sese Seko“ („der Krieger, der von Eroberung zu Eroberung schreitet“) berüchtigt gewordenen Joseph-Désiré Mobutu führten. Im Rahmen der Politik der „Afrikanisierung“ wurde 1966 aus Leopoldville Kinshasa, genannt nach dem früheren Dorf Kinchassa an dieser Stelle. Das Land selbst wurde 1971 in „Republik Zaire“ (bis 1997) umbenannt.

Rund 30 Jahre dauerte Mobutus Regime, in denen die Stadt unaufhörlich wuchs und Menschen aus ganz Kongo anzog. Viele kamen auf der Flucht vor ethnischen Auseinandersetzungen in anderen Regionen und trugen zu der bunten multikulturellen Vielfalt bei, für die Kinshasa in ganz Westafrika und darüber hinaus berühmt wurde. Erst in den 1990er Jahren entwickelte sich Widerstand gegen das Mobutu-Regime, berüchtigt wegen massenhafter Korruption, Nepotismus und kriegerischen Exzessen, und führte 1997 zum Fall des Diktators und Machtübernahme durch Laurent-Désiré Kabila. Auch dieser fiel vier Jahre später – genau 40 Jahre nach der Ermordung Lumumbas – einem Attentat zum Opfer. Sein Sohn Joseph Kabila regiert seit 2001 bis heute.

Kinshasa heute – Afrikas kreative Hauptstadt für Stil, Mode, Musik und Kunst

Mit geschätzten 10,8 Mio. Einwohnern (nach Demographia World Urban Areas) ist Kinshasa die drittgrößte Stadt Afrikas, nach Lagos und Kairo, und erfüllt auch nach internationalem Standard die zahlenmäßige Anforderung an eine „Megacity“ (über 10 Mio.). Genaue Statistiken gibt es allerdings nicht, die letzte Volkszählung fand 1981 statt. Die Metropole, deren Einwohner allgemein als „Kinois“ bekannt sind, hat seit neuestem Paris den Rang abgelaufen als weltweit größte frankophone Stadt (siehe World Atlas 2016).

Der überwiegende Teil des Gebiets von Kinshasa – fast 80 Prozent – ist eine ländliche Provinz, während sich die Stadt selbst auf die restlichen knapp 20 Prozent erstreckt. Obwohl Kinshasas Bevölkerung nur etwa 13 Prozent der gesamten Einwohnerzahl der DR Kongo (rund 79 Mio. laut Weltbank 2016) ausmacht, werden hier rund 85 Prozent des kongolesischen Sozialprodukts erwirtschaftet (siehe: Urbanization and Its Impact on Socio-Economic Growth in Developing Regions, IGI Global 2017). In Kinshasa und Umgebung sind zahlreiche gewerbliche Unternehmen angesiedelt, vor allem Nahrungsmittelverarbeitung, Verpackungsindustrie, Kosmetikproduktion, Bauwirtschaft, Dienstleistungen sowie Bankwesen. Dennoch sind etwa 70 Prozent der Einwohner im informellen Sektor beschäftigt und nur weniger als 10 Prozent in der regulären Privatwirtschaft.

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(Quelle: Blog Subsahara-Afrika der IHK Mittlerer Niederrhein)