Investment in Afrika: US-Präsenz zuletzt deutlich verstärkt

Investment in Afrika: US-Präsenz zuletzt deutlich verstärkt

18 Prozent der Amerikaner haben afrikanische Wurzeln


Washington D.C. (10.10.2017) Die Vereinigten Staaten von Amerika sind seit etwa zehn Jahren führend als Investorenland in Subsahara-Afrika. Hierbei spielen die Engagements der Privatwirtschaft die wichtigste Rolle, wenn auch bisher regelmäßig flankiert durch Initiativen der verschiedenen US-Administrationen.

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und dem „schwarzen Kontinent“ haben viele Facetten, nicht zuletzt aufgrund der speziellen ethnischen Verbindung. Immerhin haben eine signifikante Zahl von Amerikanern – rund 18 Prozent der Bevölkerung laut U.S. Census Bureau 2016 – afrikanische Wurzeln und haben als sogenannte Afro-Amerikaner häufig besonderes Interesse an den amerikanisch-afrikanischen Beziehungen. Hinzu kommt eine der größten afrikanischen „Diaspora“-Gemeinden. Diese Angehörige afrikanischer Staaten umfassende Community spielt ebenfalls eine besondere Rolle für die Fortentwicklung der US-Beziehungen mit ihrem Heimatkontinent.

US-Direktinvestitionen in Afrika

Nach dem Africa Investment Report 2017 der UNCTAD (United Nations Commission for Trade and Development) waren die USA sowohl 2010 als auch 2015 (vor Großbritannien und Frankreich) das Land mit den höchsten Direktinvestitionen in Afrika, gemessen am Bestand von US-Kapitalinvestitionen. Diese erhöhten sich in dem Zeitraum von 55 Mrd. auf 64 Mrd. US-Dollar. Damit entfallen etwa 20 bis 25 Prozent des gesamten afrikanischen Bestands an FDI (Foreign Direct Investment) auf die USA. Die Zuflüsse an amerikanischem Investitionskapital machten 2015 rund 6,8 Mrd. US-Dollar aus, was in dem Jahr einem Anteil an den Gesamtzuflüssen von 10 Prozent entsprach. Diese Zuflüsse entfielen auf 96 einzelne Projekte.

Das größte Empfängerland von US-Investitionen ist traditionell Nigeria, vor allem wegen der in dem Haupt-Ölförderland Afrikas aktiven amerikanischen Erdölgesellschaften. Nach letzter vorliegender Erhebung des US-Department of Commerce (U.S.-Sub-Saharan Africa Trade and Investment Report 2014) betrug der Bestand an US-Kapitalinvestitionen in dem Land 8,2 Mrd. US-Dollar (Stand Ende 2012), gefolgt von Mauritius (7 Mrd. US-Dollar), Südafrika (5,5 Mrd. US-Dollar) und Ghana (3,6 Mrd. US-Dollar). Die Statistik ist versehen mit dem Hinweis, dass detailliertere Informationen zu den US-Investitionszuflüssen in allen Ländern Subsahara-Afrikas nicht verfügbar sind. Nach vorliegenden Informationen über weitere Investitionspläne der in Nigeria aktiven rund 70 US-Unternehmen dürften sich deren Investitionen in dem Land in Zukunft weiter spürbar erhöhen. So wurden allein von rund einem Dutzend Unternehmen die kurzfristig anstehenden Neuinvestitionen mit knapp 4 Mrd. US-Dollar beziffert. Allerdings kann es hierbei im Einzelnen aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise (Ölpreisverfall) auch zu Verzögerungen kommen. Von grundsätzlicher Bedeutung für US-Unternehmen ist ferner Angola als zweitgrößtes Erdölland südlich der Sahara, doch gilt dort als eine der größten Hürden für stärkere US-Engagements der schlechte Rang des Landes im internationalen Korruptionsindex (Platz 164 von 176 Ländern 2016 laut Transparency International).

Ein traditionell wichtiger Standort für US-Unternehmen ist Südafrika, wo sich bisher über 600 Firmen aus den USA niedergelassen haben. Einen Hinweis auf die Bedeutung eines Landes für die bilateralen Beziehungen mit den USA geben auch die Standorte der US-Handelskammern in Afrika, American Chambers of Commerce, die die Interessen von US-Unternehmen in dem Land sowie auch der lokalen Unternehmen mit Handelsverbindungen zu den USA vertreten. Derzeit gibt es südlich der Sahara zehn US-Chambers of Commerce, und zwar in Ghana, Kamerun, Kenia, Mosambik, Nigeria, Sambia, Sierra Leone, Südafrika, Tansania und Uganda.

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(Quelle: Blog Subsahara-Afrika der IHK Mittlerer Niederrhein)