Investment in Afrika: Islamische Welt mit Geld hat Subsahara-Afrika im Fokus

Investment in Afrika: Islamische Welt mit Geld hat Subsahara-Afrika im Fokus

Vorallem Subsahara-Afrika profitiert


Afrika (24.10.2017) Investitionen aus den arabischen Golfstaaten in Afrika waren traditionell auf die nordafrikanischen Länder gerichtet, aufgrund der engeren kulturellen Bindungen (Islam) und der Nähe zu den westlichen Märkten. Seit etwa zehn Jahren fließen sie, wie auch Investitionen aus der Türkei, vermehrt nach Subsahara-Afrika.

Auch dort sind etwa 30 Prozent der Bevölkerung Moslems, und arabisch-afrikanische Handelsbeziehungen haben immerhin eine Jahrtausende alte Tradition. Die wirtschaftlichen Motive der Investoren hinter der aktuellen Entwicklung sind vielfältig: Am Anfang stand vor allem das Bestreben nach dem Erwerb dringend benötigter Anbaugebiete zur Nahrungsmittelproduktion, doch inzwischen stehen zahlreiche Branchen quer durch alle Wirtschaftssektoren im Fokus.

„Africa is the last frontier“, lautete hierzu ein Kommentar in der Zeitschrift „Arabian Business“, weil diese Märkte deutlich bessere Gewinnaussichten bieten als die saturierten Industrieländer. Auch temporäre Krisen wie gegenwärtig wegen fallender Rohstoffpreise halten die Scheichs nicht ab, die bei ihren Geldanlagen in Afrika die langfristige Entwicklung im Auge und auch das Finanzpolster haben, um Krisen durchzustehen. Daher müssen sich deutsche und andere westliche Unternehmen bei ihren Aktivitäten auch südlich der Sahara darauf einstellen, in immer mehr Ländern und immer mehr Branchen auf arabische oder arabisch-finanzierte Mitbewerber zu treffen.

Direktinvestitionen der Golfstaaten in Afrika – Einige Zahlen und Fakten

In einer Untersuchung der Economist Intelligence Unit (EIU) für den Zeitraum 2005 bis 2015 werden die Direktinvestitionen (Foreign Direct Investment/FDI) der Golfstaaten in Subsahara-Afrika mit insgesamt 9,3 Mrd. US-Dollar beziffert. Als wichtigste Zielländer ergeben sich aus der Studie Kenia, Uganda, Südafrika und Nigeria, die jeweils die größte Zahl von Investoren aus den Golfstaaten anziehen. Die Arten der Engagements sind vielfältig, darunter vor allem private Beteiligungen an Joint Ventures, Erwerb privater Anteile an Kapitalgesellschaften, direkte Übernahmen von Unternehmen sowie auch der Erwerb von Minderheitsbeteiligungen. Zeichen des gestiegenen Interesses der Golfstaaten an Subsahara-Afrika ist auch der vermehrte Abschluss von bilateralen Investitionsverträgen, die UNCTAD (United Nations Conference on Trade and Development) in den letzten Jahren registrierte (bis 2013 insgesamt 17, davon 30 Prozent allein in dem Jahr).

Wichtige Faktoren für das gestiegene Interesse der Golfländer an Subsahara-Afrika sind: Die afrikanische Erwerbsbevölkerung wächst stetig, mit einer Quote von 20 Prozent in der besonders einsatzfähigen jungen Altersgruppe zwischen 15 und 24 Jahren. Die afrikanische Mittelklasse wird zunehmend größer und bietet immer mehr Geschäftschancen in konsumnahen Bereichen, das heißt außerhalb der traditionellen Investitionssektoren Rohstoffe und Mineralien. Und schließlich: Auch die Araber schätzen Fortschritte im demokratischen System und Verbesserungen im Rechtswesen sowie bei der Anerkennung von Eigentumsrechten in afrikanischen Ländern. Hinzu kommen die verbreiteten Reformen nationaler Investitionsgesetze mit Erleichterungen für Investoren. Immerhin waren unter den von der Weltbank identifizierten Top-Ten der Reformerländern im „Doing Business“ Report 2016 fünf afrikanische Staaten, wobei der Kontinent auch die höchste Zahl an Reformen weltweit aufwies.

Diese Entwicklungen haben bei den Golfstaaten den Blick auf Subsahara-Afrika verändert: Während früher vor allem politische und makroökonomische Risiken die Investitionsentscheidungen beeinflussten, stehen nunmehr überwiegend die eher technischen Hemmnisse des Markteintritts im Vordergrund. Gleichzeitig hat sich auch bei den Golfstaaten die Erkenntnis durchgesetzt, wie unterschiedlich die einzelnen Länder sind und dass jedes ein eigenes Geschäftssystem und Risikoprofil besitzt.

Neben den generell positiven Faktoren zum Geschäftsklima für Investoren in Afrika steht eine Reihe von Defiziten der Entwicklung, die jedoch gleichzeitig den riesigen Nachholbedarf Afrikas anzeigen und daher ebenfalls Geschäftschancen für die Golfländer bedeuten: Dies betrifft vor allem die beschleunigte Urbanisierung des Kontinents, mit einer Verdoppelung der städtischen Bevölkerung zwischen 1995 und 2015 auf über 470 Millionen, womit der Ausbau der Infrastruktur nicht mithalten konnte. Daher haben sich in dem Bereich nicht nur die Chinesen, sondern auch arabische Investoren in erheblichem Umfang engagiert.

Schwerpunktsektoren und wichtige Player

Der Bedarf Afrikas an Infrastruktur ist weiterhin gewaltig und wird von der Economic Commission for Africa (ECA) auf jährlich 93 Mrd. US-Dollar geschätzt. Dieser Bereich ist daher auch einer der Schlüsselsektoren für Investitions- und Finanzierungsengagement der Golfstaaten. So wurden z.B. auf dem West Africa Investment Forum 2015 insgesamt 21,5 Mrd. US-Dollar für Infrastrukturprojekte in dieser Region durch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Oman bereitgestellt. Nach dem OECD-Bericht African Economic Outlook (2016) haben die Golfstaaten über ein Jahrzehnt insgesamt mit rund 100 Mrd. US-Dollar Infrastrukturprojekte in ganz Afrika finanziert.

>>> Denn vollständigen Text lesen Sie im Artikel bei blog:subsahara-afrika.

(Quelle: Blog Subsahara-Afrika der IHK Mittlerer Niederrhein)