Investment in Afrika: Frankreich und Großbritannien dominieren europäische Investitionen

Investment in Afrika: Frankreich und Großbritannien dominieren europäische Investitionen

Tradition der Kolonialmächte


Johannesburg (05.02.2018) Europas wirtschaftliche Beziehungen zu Afrika haben eine lange Tradition: Sie reichen zurück in die Epoche der Kolonisierung des „Schwarzen Kontinents“ im 19. Jahrhundert durch die führenden europäischen Seefahrernationen, darunter vor allem Großbritannien, Frankreich und Portugal.

Die ehemaligen Kolonialmächte haben ihre Spuren in Afrika hinterlassen und spielen noch heute eine besonders starke Rolle als Investoren in ihren jeweiligen Einflussgebieten; diese haben die jeweilige Sprache der Europäer als allgemeine Verkehrssprache behalten und umfassen dementsprechend die anglophonen, frankophonen und lusophonen (portugiesisch-sprachigen) Länder Afrikas. Südlich der Sahara finden sich die anglophonen Länder vorwiegend im Osten, Süden und Südosten des Kontinents und die frankophonen im Westen, während die lusophonen Länder aus Angola im Südwesten, Mosambik im Südosten sowie dem kleinen Inselstaat São Tomé und Principe bestehen. Seit der Unabhängigkeit der ehemaligen Kolonialgebiete werden jedoch zunehmend Engagements vor allem von Frankreich und Großbritannien auch über ihre traditionellen Einflussgebiete hinaus in Schwerpunktländern des Kontinents beobachtet.

Europäische Direktinvestitionen in Afrika

Nach dem Africa Investment Report 2016 (jährliche Veröffentlichung von „fDi Markets“ –  Online-Datenbank für Globalisierung der Financial Times) war Westeuropa 2015 mit 30,1 Mrd. US-Dollar die mit Abstand wichtigste Herkunftsregion von Kapitalinvestitionen. Dies entsprach rund 45 Prozent der gesamten Investitionszuflüsse in dem Jahr, gleichzeitig jedoch einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 38 Prozent. Im darauffolgenden Jahr 2016 wurde Westeuropa allerdings von Asien-Pazifik und Nahost auf den dritten Platz der wichtigsten Herkunftsregionen von Investitionskapital in Afrika verdrängt. Wie die Tabelle über die Hauptherkunftsländer von Direktinvestitionen nach Kapitalbestand zeigt, waren in den vergangenen rund zehn Jahren unter den „Top Ten“ allein vier westeuropäische Länder: das Vereinigte Königreich und Frankreich, mit weitem Abstand gefolgt von Italien und der Schweiz.

Unter den westeuropäischen Kapitalgebern sind vor allem Investoren aus Frankreich, dem Vereinigten Königreich sowie auch Italien sehr aktiv auf dem afrikanischen Kontinent, wie die untenstehende Tabelle der sogenannten Greenfield-Investitionen (Neuprojekte) der Jahre 2013 bis 2015 zeigt. Ein besonders starkes Jahr für EU-Engagements auf dem afrikanischen Kontinent war 2014. Dazu trugen hauptsächlich die rund 50 Neuvorhaben Frankreichs bei, schwerpunktmäßig vor allem in den Maghreb-Staaten Nordafrikas, ein traditionelles Einflussgebiet der Franzosen. Italienische Greenfield-Investitionen erhöhten sich vor allem drastisch im Jahr 2015, was unter anderem auf eine Reihe von staatlichen und privatwirtschaftlichen Initiativen in den Vorjahren zur Förderung der Afrika-Engagements der italienischen Industrie zurückzuführen ist. Für die Afrika-Investitionen Spaniens war 2013 ein Rekordjahr, wofür insbesondere einige Initiativen zur Förderung von Tourismusprojekten in Afrika hauptursächlich waren. Lebhaft waren 2014 und 2015 auch die Engagements der deutschen Industrie in Afrika, die sich (laut einem ifo-Forschungsbericht aus 2015, „Engagement der deutschen Wirtschaft in afrikanischen Staaten“) südlich der Sahara überwiegend auf Südafrika konzentrieren, mit weitem Abstand gefolgt von Mauritius, Namibia, Nigeria, Angola, Kenia, Ghana und Tansania.

Schon in den Jahren zuvor war eine lebhafte Investitionstätigkeit aus Großbritannien beobachtet worden, wie aus der Untersuchung einer Beratungsagentur von 2016 zu entnehmen ist („Overview of foreign direct investment in Africa„, King & Wood Mallesons). Danach war das Vereinigte Königreich auch 2013 das Investorenland mit den meisten Projekten in Afrika, 104 an der Zahl, im Wert von zusammen 4,6 Mrd. US-Dollar. Als wichtigste Sektoren werden Dienstleistungen, vor allem Business Services, Finanzdienstleistungen und Telekommunikation genannt. Unter den wichtigen Zielländern europäischer Investoren in Subsahara-Afrika ragt vor allem Nigeria hervor, das als bevölkerungsreichster Flächenstaat mit einem breit gefächerten Industriesektor besonders vielfältige Chancen für Investoren bietet.

>>> Den vollständigen Text lesen Sie im Artikel bei blog:subsahara-afrika.

(Quelle: Blog Subsahara-Afrika der IHK Mittlerer Niederrhein)