Für Südafrikas Landwirtschaft geht es etwas aufwärts

Für Südafrikas Landwirtschaft geht es etwas aufwärts

Western Cape wartet weiter auf Regen


Johannesburg (09.04.2018) In Südafrika zieht die Nachfrage nach Landtechnik wieder an. Nach der gravierenden Dürre 2015/16 konnten teilweise Rekordernten eingebracht werden. Allerdings sinken jetzt die Preise, weshalb viele Farmen hochverschuldet bleiben. Anreize zur Mechanisierung dürften sich aus dem im Jahr 2018 geplanten landesweiten Mindestlohn ergeben.

Radikale Ansätze zum weiteren Vorgehen bei der Landreform sorgen für große Verunsicherung. Was davon letztlich umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. In Südafrikas Landwirtschaft halten sich Licht und Schatten die Waage. Die Sommerregengebiete Free State, North-West und Mpumalanga (Regenzeit Oktober bis April) konnten sich von der katastrophalen Dürre der Jahre 2015/16 erholen und erzielten 2017 Rekordernten für Soja und Mais. Hier übersteigt die eingebrachte Ernte von 16,7 Millionen Tonnen den nationalen Verbrauch von etwa 10,5 Millionen Tonnen deutlich, sodass wieder Mais exportiert werden kann. Auch für 2018 zeichnet sich eine gute Erntesaison ab. In den von Sommerregen geprägten Provinzen dürfte es zumindest durchschnittlichen Niederschlag geben, was zu einem Maisertrag von rund 12,4 Millionen Tonnen führen könnte.

Die Winterregenregion des Western Cape ist hingegen weiterhin fest im Griff einer langanhaltenden Trockenperiode. Die Kapregion ist durch den Anbau von Weizen, Wein, Obst und Gemüse geprägt und erwirtschaftet über die Hälfte der Agrarexporte Südafrikas. Die Anbauer von Baumobst rechnen für 2018 mit einem Ernterückgang von 20 Prozent.

Im Aufwärtstrend befindet sich die Zuckerrohrindustrie. Nach einer Ernte von 15,5 Millionen Tonnen (2016/17) wird für 2017/18 ein Anstieg auf 17,3 Millionen Tonnen erwartet. Südafrika verfügt über 14 Zuckermühlen, die 2018 rund 2 Millionen Tonnen produzieren könnten. Zu den großen Herstellern zählen Illovo Sugar, Tongaat Hulett und RCL.

Auf dem Markt für Landtechnik steigt das Barometer

Die Stimmung auf dem südafrikanischen Markt für Landtechnik hat sich deutlich gebessert. Nach Angaben der South African Agricultural Machinery Association (SAAMA) legten die Verkaufszahlen für Traktoren 2017 um 8,7 Prozent auf 6.362 Einheiten zu (2016: 11,3 Prozent auf 5.854 Einheiten; zum Vergleich 2012: 7.900). Die SAAMA erwartet, dass sich der Traktorenabsatz 2018 auf dem Niveau von 2017 einpendelt.

Allerdings ist die Marktentwicklung weiterhin mit zahlreichen Unsicherheiten behaftet. Obwohl sich die Landwirte hinsichtlich der Ernteerträge von den Folgen der schweren Dürre 2015/16 erholen konnten, ist es bis zur finanziellen Gesundung der Farmer noch ein weiter Weg. Da im südafrikanischen Agrarsektor keine Subventionen gewährt werden, müssen die Betriebe einen schwierigen wirtschaftlichen Balanceakt auf dem freien Markt meistern.

Nach Erwartung des National Agricultural Marketing Council dürften sich 2017/18 nur etwa 2 Millionen Mais exportieren lassen. Damit sitzt Südafrika auf einem großen Ernteüberschuss, der in Silos mit in die neue Saison genommen wird. Branchenkennern zufolge müssten mindestens 4 Millionen Tonnen Mais in den Export gehen, um das Überangebot zu reduzieren. Jedoch entfallen rund 50 Prozent der lokalen Maisproduktion auf weißen Mais, für den es außerhalb des südlichen Afrika kaum Nachfrage gibt. Zudem verfügen Nachbarländer wie Sambia selbst über große Reserven.

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