E-Commerce in Afrika – Teil 1: die wichtigsten Handelsplattformen

E-Commerce in Afrika – Teil 1: die wichtigsten Handelsplattformen

Online-Einkäufe in Afrika wachsen


Abuja (16.05.2018) Im Lauf der letzten Jahre ist es zu erheblichen Kapitalinvestitionen von international renommierten Investmentfirmen in populäre afrikanische Internetplattformen gekommen. Blog:subsahara-afrika beleuchtet in einer Artikelserie grundlegende Aspekte des E-Commerce südlich der Sahara. Im Fokus des ersten Teils: Etablierte Online-Händler im Überblick.

100 Millionen US-Dollar investierte der US-Hedgefonds Tiger Global Management in den südafrikanischen Online-Store Takealot. Aus Deutschland beteiligte sich Rocket Internet, hierzulande bekannt vor allem für den Internetmodevertrieb Zalando, mit 120 Mio. Euro am führenden nigerianischen Online-Kaufhaus Jumia. Solche Kapitalbewegungen deuten darauf hin, dass Experten der Branche in Afrika offensichtlich einen neuen Wachstumsmarkt für E-Commerce sehen. Doch wer sind die führenden Online-Händler in der Subsahara-Region?

Online-Handel bereits seit fast 20 Jahren verbreitet

Der älteste Online-Marktplatz auf dem Kontinent ist Bidorbuy, gegründet bereits 1999 in Südafrika als Auktionsplattform nach dem Modell von Ebay. Die am meisten gehandelten Waren umfassen Antiquitäten, Sammlerstücke und Ähnliches, Unterhaltungselektronik, Computer und Laptops, Fotoausrüstungen, Videospiele und Bücher. Zu den ältesten Portalen gehört auch Südafrikas populärste Online-Plattform Takealot, gegründet 2002 als Verkaufsplatz für alle Arten von Unterhaltungsgütern, von Büchern bis PCs und TV-Apparaten. Schon zweimal erhielt Takealot umfangreiche Kapitalspritzen von Investoren. Südafrikas größter Online-Modeshop ist Zando, gegründet 2012 von der Rocket Internet AG aus Berlin.

Nigerias Handelsplattformen expandieren

Zando ist inzwischen eine Tochter der nigerianischen Muttergesellschaft Jumia Group, einem Online-Händler mit über 500 Markenartikeln aus den Sektoren Bekleidung / Schuhe, Haushaltsartikel und Kosmetika. Nigerias Top-Internethändler ist Konga, der seit 2012 zunächst mit Baby- und Beauty-Produkten und inzwischen mit einer breiten Palette von Konsumgütern handelt. Ebenfalls aus Nigeria stammt Kaymu, das 2013 das Geschäftsmodell von Ebay kopierte und im Lauf von gut zwei Jahren in über 30 andere Länder, hauptsächlich in Afrika, expandierte. Kaymu gehört mittlerweile auch zu Jumia. Die spezialisierte Musikplattform iRoking fungiert als einer der größten Musikshops in Nigeria, über deren App internationale Pop-Musik direkt auf Handys heruntergeladen werden kann.

Neben Mode, Musik und Konsumgüter auch Tourismus im Visier

Als Online-Marktplatz für Gebrauchtwagen funktioniert das kenianische Portal Checki, wo alle afrikanischen Gebrauchtwagenhändler ihre Angebote posten können. Die Plattform fungiert nur als Werbe-, nicht als Verkaufsplatz und betreibt inzwischen auch spezielle Webseiten für Nigeria, Ghana, Tansania und Uganda. Als digitale App für Handys und PCs fungiert Mall for Africa (MFA), über die Verbraucher Waren bestellen können mit Bezahlung über PayPal oder Visa bzw. in Nigeria über die speziell entwickelte MFA Webcard, die wie eine Debit Card mit US-Dollar aufgeladen werden kann.

Ein wirtschaftlich besonders wichtiger Sektor für Online-Verkäufe vor allem im östlichen und südlichen Afrika sind die verschiedenen Buchungsportale für die Touristikindustrie. Mit der globalen Zunahme des E-Commerce entstanden in den afrikanischen Reiseländern neue Online-Buchungsportale, darunter auch eines vom mobilen Zahlungsprovider Pesapal. Zwei neue Portale wurden 2017 gegründet: Dazu gehört die East Africa Tourism Platform als Portal für den privatwirtschaftlichen Touristiksektor in den fünf Ländern der Ostafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (Kenia, Tansania, Uganda, Ruanda, Burundi). Dem Portal sind 2.000 Tour Operator in der Region angeschlossen. Ein weiteres ist die Online-Plattform Safarisource in Südafrika, die auf weitere Länder in der Region ausgeweitet werden soll. Ein neues Online-Buchungssystem wurde 2016 von Pesapal gestartet.

>>> Denn vollständigen Text lesen Sie im Artikel bei blog:subsahara-afrika.

(Quelle: Blog Subsahara-Afrika der IHK Mittlerer Niederrhein)