Als Expatriate nach Südafrika – Teil 1: Vorbereitung

Als Expatriate nach Südafrika – Teil 1: Vorbereitung

Kapstadt (21.06.2016) Wer als Fachkraft von seinem Unternehmen ins Ausland versetzt wird, der wird mit einer ganzen Reihe von zumeist organisatorischen Herausforderungen konfrontiert. Blog:subsahara-afrika beleuchtet mit einer Artikel-Serie ausgesuchte Aspekte einer Entsendung nach Südafrika. Im Fokus des ersten Teils: Fragen der Vorbereitung.

Wer als Fachkraft von seinem Unternehmen ins Ausland versetzt wird, der wird mit einer ganzen Reihe von zumeist organisatorischen Herausforderungen konfrontiert. Blog:subsahara-afrika beleuchtet mit einer Artikel-Serie ausgesuchte Aspekte einer Entsendung nach Südafrika. Im Fokus des ersten Teils: Fragen der Vorbereitung.

Die Fachkraft eines international tätigen Unternehmens, die für einen bestimmten kürzeren oder längeren Zeitraum – meist ein bis drei Jahre – in eine Auslandsniederlassung der Firma versetzt wird, wird als Expatriate bezeichnet. Für sie und ihre mitziehende Familie beinhaltet die Versetzung ganz spezielle Herausforderungen, die sich aus dem Leben und Arbeiten in einem fremden Kulturkreis ergeben. So sind in der Vorbereitungsphase vor allem Visafragen zu klären, die Krankenversicherung für die ganze Familie zu regeln und die geeignete Schule für die Kinder auszuwählen.

Sprachliche Vorbereitung

Eine besondere Attraktivität für Menschen, die sich für fremde Kulturen interessieren, ist die große Vielfalt Südafrikas als ein sozusagen kosmopolitisches Land par excellence, in dem viele verschiedene Nationalitäten und Völker beheimatet sind. Elf offizielle Sprachen werden gesprochen, doch Englisch ist allgemeine Verkehrssprache. An den besonderen Akzent des südafrikanischen Englisch hat man sich schnell gewöhnt. Auch bei dem Bevölkerungsteil, der von den Buren abstammt und nach wie vor als eigene Sprache „Afrikaans“ pflegt, werden von Ausländern keine Afrikaans-Kenntnisse erwartet, ebenso wenig wie von den anderen Bevölkerungsgruppen Sprachkenntnisse der indigenen Sprachen (der Zulu und Xhosa).

Visafragen

Die südafrikanischen Einreisebestimmungen sehen eine ganze Reihe unterschiedlicher Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen für Ausländer vor, darunter die allgemeine Arbeitserlaubnis (General Work Visa, drei Monate bis fünf Jahre) unter bestimmten Voraussetzungen (Nachweis, dass keine südafrikanische Fachkraft für die Tätigkeit gefunden wurde). Ferner gibt es das sog. Critical Skills Work Visa für besonders benötigte Fachkräfte in ausgewählten Sektoren, das Business Visa (für Investoren) sowie das Corporate Visa, das Unternehmen in Südafrika zur erleichterten Beschäftigung von Ausländern erteilt wird. Interessant zu wissen ist in dem Zusammenhang, dass Südafrikas Einreisebestimmungen Ausländern auch ein „Schnupperjahr“ zur Jobsuche gewähren. Grundsätzlich werden Visa für Arbeitnehmer im Transfer innerhalb einer Unternehmensgruppe sowie für Investoren jeweils für drei oder vier Jahre erteilt. Die südafrikanische Regierung hat 2014 die Visaregelungen in wesentlichen Punkten verschärft, insbesondere die Bestimmungen zu Fristen: Verlängerungsanträge sind 60 Tage vor Ablauf einzureichen, mit Fristablauf ist das Land zu verlassen, andernfalls erfolgt die Erklärung zur „unerwünschten Person“ mit bis zu zehnjährigem Wiedereinreiseverbot.

Eine Übersicht über die neuen Einreisebestimmungen findet sich auf der Website des Auswärtigen Amtes sowie der deutschen Botschaft in Pretoria, mit einer Verlinkung zum zuständigen Department of Home Affairs der südafrikanischen Regierung. Verbindliche Auskünfte sind nur dort und bei den südafrikanischen Vertretungen im Ausland zu erhalten. Dort sind Anträge grundsätzlich persönlich einzureichen. Prinzipiell ist zwar auch die Beantragung von Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen im Land selbst möglich (Einreise für Deutsche visumsfrei), doch wird wegen der monatelangen Bearbeitungsdauer dringend davon abgeraten (gegenüber nur fünf bis zehn Arbeitstagen bei der Botschaft bei Vorliegen aller erforderlichen Dokumente). Als hilfreich in allen Visa- und Einwanderungsfragen gelten auch professionelle südafrikanische Immigrationsagenturen.

Wer als Südafrika-Interessierter nicht zu den „Auserwählten“ gehört, die von einer deutschen oder europäischen Firma direkt in das Land entsendet werden, ist bei seiner Jobsuche auf den südafrikanischen Arbeitsmarkt angewiesen. Dass jedoch überhaupt ein solcher existiert und auch für Expatriates aus Europa in Frage kommt, ist ebenfalls ein Merkmal der Sonderrolle, die Südafrika in Subsahara-Afrika einnimmt. Es gibt u.a. auch spezielle Jobvermittlungsagenturen, die deutsche Muttersprachler an deutsche oder internationale Unternehmen weitervermitteln, bei Übernahme der Vermittlungskosten durch die zukünftigen Arbeitgeber. Ein Arbeitsvertrag, befristet oder unbefristet, ist zwingend erforderlich für die Beantragung einer Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung bei der südafrikanischen Vertretung. Hinzuweisen ist allerdings auf die Tatsache, dass in der Praxis ein Großteil der Jobvermittlung über persönliche Empfehlungen – „mouth-to-mouth“-Suche – läuft. Dies ist eines der Argumente für eine unbedingt erforderliche „Schnupperreise“ zur Erkundung der Gegebenheiten vor Ort. Anlaufstelle in Deutschland zur Vorbereitung auf einen Auslandsaufenthalt ist das Bundesverwaltungsamt, Informationsstelle für Auswanderer und Auslandstätige.

 

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(Quelle: Blog Subsahara-Afrika der IHK Mittlerer Niederrhein)