Erfolgreich Geschäfts-Reisen: Asien

	Erfolgreich Geschäfts-Reisen: Asien

Nürnberg - Woher soll man wissen, wie man sich im Ausland richtig benimmt, wenn das den meisten bereits im normalen Alltag schon schwer fällt. Da will man nur mal kurz zu den Nachbarn und schon stellt sich einem die Frage, ob man die Schuhe an der Tür ausziehen soll oder nicht.

 

Kann ich meinem Kollegen das Du anbieten oder muss ich warten, bis er die Initiative ergreift? Und ist es bei einem Vorstellungsgespräch unhöflich, einen angebotenen Kaffee abzuschlagen?
Bei einem Auslandsaufenthalt treten all diese kleinen Ungewissheiten in verschärfter Form auf und vor allem bei geschäftlichen Terminen möchte man auf keinen Fall in ein Fettnäpfchen treten. Vor allem in Asien gibt es eine Vielzahl an Ritualen und Gepflogenheiten, die es zu beachten gilt, wenn man einen guten Eindruck auf seine Geschäftspartner machen möchte.
 
Da gibt es zum einen die zahlreichen Begrüßungsrituale, die sich stark vom europäischen Händeschütteln unterscheiden. So ist zwar bei den Chinesen in touristischen Regionen der Handschlag auch bekannt, doch die traditionelle Verbeugung wird hier bevorzugt. Dabei sollte man die Reihenfolge der zu begrüßenden Personen unbedingt beachten. Ältere werden vor den Jüngeren und Männer vor den Frauen gegrüßt. In Thailand ist der traditionelle Wai üblich, das heißt, bei der Verbeugung sind die Hände in katholischer Gebetshaltung vor der Brust. Je tiefer und je länger man sich verbeugt, desto Ranghöher ist die gegrüßte Person. Es ist jedoch fraglich, ob sich ein Europäer den Wai angewöhnen sollte, denn falsch ausgeführt kann man sich ganz schnell lächerlich machen. Auch die Japaner verbeugen sich von der Taille an aufwärts. Diese Verbeugung kann aber auch eine Verabschiedung oder eine Geste des Dankes sein. Auch hier lässt die Tiefe der Verbeugung auf die Achtung oder das Geschlecht des Gegenübers schließen. Die Russen hingegen machen es dem Europäer leicht, denn auch bei ihnen ist der Händedruck üblich. Kennt man sich bereits länger oder hat eine besondere Beziehung, so ist auch der dreimalige Wangenkuss eine beliebte Begrüßungsart, auch unter Männern (was Europäer bisweilen etwas irritieren kann).
 
Nach der Begrüßung folgt in vielen asiatischen Ländern der Austausch von Visitenkarten. Auch hier gibt es Regeln zu beachten. So gilt es in fast allen Kulturen als unhöflich, eine erhaltene Visitenkarte einfach wegzustecken, denn das vermittelt mangelndes Interesse am Gegenüber. So erwarten vor allem Koreaner, Chinesen und Japaner, dass die Visitenkarte ausgiebig studiert wird, selbst wenn man gar nichts versteht. Eine Visitenkarte nimmt man üblicherweise mit beiden Händen und einer leichten Verbeugung entgegen. Wenn man nach Asien reist, sollte man auch stets genügend eigene Visitenkarten dabei haben, dabei macht es einen sehr guten Eindruck, wenn auf der Rückseite der Name und Titel in den landesüblichen Schriftzeichen zu finden sind.
 
Geschäftsessen sind nicht nur in Europa eine beliebte Methode, die Verhandlungspartner in ungezwungener Atmosphäre besser kennen zu lernen. Wenn man in China zum Essen eingeladen wird, muss man ein Gastgeschenk mitbringen. Der Wert des Geschenkes richtet sich hierbei nach dem Rang des Geschäftspartners. Auf keinen Fall darf man eine Uhr oder einen Regenschirm als Geschenk mitbringen, sie gelten als schlechte Omen. Auch die Farben Weiß und Gelb in der Verpackung sollten vermieden werden. Eine gute Farbe für solch ein Verpackungsmaterial wäre zum Beispiel Rot. Die Chinesen legen sehr viel Wert auf Pünktlichkeit und auf formelle Business-Kleidung. Erstaunlich für uns Europäer ist jedoch, dass Chinesen gerade beim Essen sämtlichen Körpergeräuschen gegenüber sehr offen sind. Das heißt, Rülpsen und Schmatzen am Tisch sind kein Tabu. Bei geschäftlichen Terminen mit Europäern halten sich die meisten Chinesen mittlerweile jedoch zurück. Man sollte dennoch auf alles vorbereitet sein. Beim Essen bestellt immer der Gastgeber und wenn man nicht gerade allergisch auf etwas ist, so sollte man auch alles probieren, was auf den Tisch kommt. Ganz wichtig ist es, die Stäbchen niemals im Reis stecken zu lassen. Der Gastgeber übernimmt schließlich auch die Rechnung, erwartet jedoch eine Gegeneinladung. In den meisten asiatischen Ländern ist das Trinkgeld nicht üblich und kann unter Umständen sogar als beleidigend aufgefasst werden. Auch in Thailand und Russland begleicht der Gastgeber die Rechnung. In Kasachstan hingegen ist es üblich, den Geschäftspartner zu sich nach Hause einzuladen. Dann wird traditionell gekocht und der Gast bekommt den Ehrenplatz am Tisch zugewiesen. Selbst wenn es nur ein kurzer Besuch ist, so wird zumindest ein Tee angeboten. Diesen sollte man auch nicht ausschlagen, sonst gilt man als unhöflich.
 
Schließlich gilt es noch einige allgemeine Hinweise zu beachten, die einen Aufenthalt in Asien erleichtern können. In China beispielsweise sollte man sich in der Öffentlichkeit niemals schnäuzen, denn das gilt als unfein. Erwischt einen jedoch der Schnupfen, dann sollte man hierzu entweder die Toilette aufsuchen oder das ganze wieder hochschniefen. Spuken in der Öffentlichkeit hingegen ist weit verbreitet. Die Chinesen empfinden es absolut unfein, sich in der Öffentlichkeit zu betrinken, während die Koreaner das nicht so eng sehen. Ihnen ist es nur wichtig, dass immer jemand da ist, der sich um den Betrunkenen kümmert, bis dieser wohlversorgt in seinem Bett liegt. Bei den Kasachen und Philippinen gilt die Gastfreundschaft als heilige Pflicht. Wenn man diese ausschlägt, kann man seinen Geschäftspartner leicht kränken und somit die künftige Geschäftsbeziehung zerstören. In Thailand darf ein Haus nicht mit Schuhen betreten werden, diese Sitte findet sich auch oft in modernen Büros.
 
Für alle Auslandsbesuche gilt, dass man sich im Voraus mit der Kultur auseinander setzt. Damit signalisiert man Interesse und Respekt seinem Gegenüber und kann Fettnäpfchen aus dem Weg gehen. Ein paar Brocken in der Landessprache können nie schaden, um einer Geschäftsbeziehung zu einem positiven Start zu verhelfen. +++Olga Wiesner
 
Quelllen: Wikipedia, Weise Reisen (Cathay Pacific), Knigge fürs Ausland (Haufe Verlag)
 
Literatur-Tipps: