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Fokus auf… Irland

Fokus auf… Irland

Dublin - Das gesamtwirtschaftliche Umfeld in Irland ist deutlich besser als jüngst in den deutschen Medien dargestellt:

 

  • Trotz der Unsicherheit in der Eurozone und der Weltwirtschaft kehrte die irische Wirtschaft 2011 zum ersten Mal seit 2007 zum Wachstum zurück. Nach dem BIP-Wachstum von 0,7% in 2011 wird eine Fortsetzung der schrittweisen Erholung für die nächsten Jahre erwartet, so wird für 2012 ebenfalls mit einem Wachstum von 0,5% und für 2013 mit 2,3% gerechnet.
  • Irland ist sehr investorenfreundlich. Als Teil der EU und einziges englischsprachiges Land der Eurozone hat es fast 1.000 multinationale Unternehmen angezogen, von denen mehr als 430 aus EU-Mitgliedsländern kommen. Diese Unternehmen stammen aus Branchen wie Life Sciences, Informations- und Kommunikationstechnologien, Maschinenbau und Finanzdienstleistungen.
  • Irlands Wettbewerbsfähigkeit verbessert sich bedeutend. Die irischen Exporte betrugen 2011 über 100% des BIP, während der EU-Durchschnitt bei ca. 40% lag. 2011 wurde erstmals seit 1999 ein Leistungsbilanzüberschuss erzielt.
  • Zahlreiche deutsche Unternehmen nutzen die sehr guten Exportchancen, um Umsätze in Irland zu realisieren.
  • Mehr als 300 deutsche Firmen (u.a. Braun, Siemens, Bayer), die über 20.000 Angestellte beschäftigen, haben bereits die Vorteile und Potentiale Irlands erkannt und sich im Land niedergelassen.
  • Irische Unternehmen sind Geschäftspartnerschaften mit deutschen Unternehmen gegenüber sehr aufgeschlossen. Zahlreiche Unternehmen strukturieren aktuell um, um sich mit neuen Produkten/Leistungen aufzustellen.
  • Die irischen Branchenschwerpunkte bieten deutschen Zulieferern sehr gute Potenziale. Zu diesen zählen u. a. Umweltwirtschaft, Green Tech, Agrarwirtschaft, Life Sciences (Biotechnologie, Pharma, Medizintechnik), Lebensmittel/Getränke und internationale Dienstleistungen.
 
Umwelttechnologie
 
Der Bereich Umweltwirtschaft hat in Irland innerhalb der letzten Jahre an kommerzieller Bedeutung gewonnen und verfügt gegenwärtig über viele einzelne Teilsektoren. Wie intensive Recherchen bei Branchenexperten in Irland ergaben, sind vor allem die Wasser- sowie die Abfall-/Recyclingwirtschaft als besonders aussichtsreiche Sektoren auf dem irischen Markt zu sehen: 
 

 Wasser- und Abwasserwirtschaft

Der Bereich der Wasserwirtschaft befindet sich im Wandel, u.a. aufgrund der Tatsache, dass Irland von kostenloser Trinkwasserversorgung privater Haushalte abrückt und eine verbrauchs- und gebührenorientierte Versorgung einführt. Landesweite Vorhaben werden vorbereitet und ab 2014 umgesetzt. Drängend sind u. a. die Installation von Wasserzählern sowie die Organisation eines Gebühreneinzugssystems. Das Projekt wird trotz Wirtschaftskrise und Austeritätspolitik staatlich gefördert (€ 325 Mio.) Der Fokus liegt auf Einsparungen durch Effizienz und Gebühren.

Hinzu kommen die Sanierung und umweltorientierte Konzeption des Trinkwasser- und Abwassernetzes (auch Teilsegmente), die effiziente Wasserversorgung und -entsorgung samt -aufbereitung sowie modernstes Wassermanagement für Unternehmen (z.B. die wasserintensive Pharmaindustrie ist sehr ausgeprägt).

Es gibt dauerhafte Marktchancen für bayerische KMU, unter anderem in folgenden Segmenten;
  • Technologien und Leistungen zur Sanierung der Trinkwasserversorgungsnetze
  • Trinkwasser-Gruppenversorgungssysteme und Klein-Trinkwasseraufbereitungsanlagen für Nutzer in ländlichen Gebieten
  • Technologien zur Sicherstellung der Trinkwasserqualität
  • Systeme zur Abwassersammlung, zum -transport und zur -behandlung (inkl. Prozesswasser in der Industrie)
  • Systeme zur Regenwassersammlung, zum -transport und zur -behandlung
In Bezug auf die Abwasserbranche, der Bereich der Klärbehälter bietet derzeit am meisten Möglichkeiten in Irland. Irland verfügt über ein Netzwerk aus fast einer halben Million Klärbehälter, z.B. wird in Fällen, wenn ein Haus nicht mit dem städtischen Abwassersystem verbunden ist, das Toilettenabwasser in einen Tank geleitet, wo eine bakterielle Umgebung es zersetzt. Im Oktober 2009 hat der Europäische Gerichtshof geurteilt, dass Irland seine Pflichten unter verschiedenen Richtlinien zur Umsetzung von bestimmten Standards bzgl. der Ausstöße von menschenverursachten Abfall nicht erfüllt hat, z.B. gab es die Gefahr, dass die Klärbehälter Gifte in den Boden und Wasserläufe leiten könnten. Die Regierung führt jetzt ein Register für Klärbehälter (mit einem endgültigen Registrierungsdatum im März 2013) und verpflichtende Inspektionen für Irlands Klärbehälter ein. Behälter, die den Test nicht bestehen, müssen ersetzt werden. Es ist ein entscheidendes Thema für Irlands ländlich gelegenen Häuser, aber auch eines, das viele Gelegenheiten für bayerische Unternehmen im Bereich des Abwassers bietet.
 
Abfall-/Recyclingwirtschaft
Im vergangenen Jahrzehnt (2001-2010) gab es in Irland eine große Umstrukturierung bei der Organisation und Verwaltung der Abfallindustrie. Während zu Beginn des Jahrzehnts noch der Großteil an Abfallstoffen nicht weiterverarbeitet wurde, liegt mittlerweile der Schwerpunkt auf der Weiterverarbeitung von recyclingfähigen Stoffen.
 
Irland verfügt gegenwärtig über eine unzureichende Recycling-Infrastruktur und Recyclingmaterialien werden bislang primär exportiert. 2009 stieg der Anteil an wiederverwertetem Abfall in Irland auf 37% und 58% des Abfalls wurden auf Deponien untergebracht, im Vergleich zu 0.3% in Deutschland.
 
Die zusätzliche Wertschöpfung durch Recycling soll zukünftig mit Investitionen in diesem Bereich im Land gehalten werden. Gerade im Hinblick auf die Einhaltung zukünftiger EU-Richtlinien werden die Chancen der kleinen und mittelständischen Unternehmen in Bayern verdeutlicht. Im Jahr 2009 fielen pro irischem Bürger durchschnittlich 9 kg wiederverwertbarer Elektroschrott an. Die von der EU erlaubten 4 kg pro Bürger wurden somit um mehr als das Doppelte überschritten. Um die künftigen EU-Anforderungen in Sachen Wiederverwertung (z.B. Elektroschrott) einhalten zu können, sind Know-how und Technik gefragt:
  • Recycling-Technologien zum Ausbau der bislang unzureichenden Recycling-Infrastruktur
  • Verpackungstechnische Anlagen zur Verarbeitung von Recycling-Materialien
  • Technologien zur Reduzierung der Menge gelagerter biologischerSiedlungsabfälle
(Text: Aideen Keenan, AHK Irland)
 
Kontakt: 

Projekte:

  • Das Außenwirtschaftszentrum Bayern (AWZ), die AHK Irland und die IHK Schwaben haben das Markterschließungsprojekt Irland: Umweltschutz initiiert. In Kürze finden Sie dazu nähere Informationen und einen Flyer.

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Messetermine finden Sie unter auma.de