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Fokus auf … Solarenergie in Tschechien

Fokus auf … Solarenergie in Tschechien

Pilsen - Tschechien vereint eine Reihe von Vorteilen, die es für Exporteure aus der Solarbranche interessant machen: Das Land hat einen großen Nachholbedarf im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz.

Gemeinsame Ziele im Energiemix der EU-Mitgliedstaaten haben ihren Niederschlag in der Förderung erneuerbarer Energieherstellung gefunden. Leuchtturmprojekte wie das bei Pilsen bisher größte ans Netz gegangene Solarkraftwerk Tschechiens mit 13,65 MW Leistung verdeutlichen dies. Neben der Fotovoltaik geht es aber auch um die Solarthermie oder die Wärmedämmung. Seit letztem Jahr gelten in Tschechien Energieeffizienzauflagen für Neubauten.

Mittlerweile haben die Konditionen für die Einspeisevergütung den Markt so interessant gemacht, dass sich auch immer mehr kleine Unternehmen aus der Branche als Aussteller auf die Internationale Baumesse IBF nach Brünn gehen. So ist beispielsweise der Firmengemeinschaftsausstellung der Bundesrepublik Deutschland auf der IBF dieses Jahr überbucht.
 
Mittelfristig ist mit einem stärkeren Rückgang der Förderung zu rechnen. Vor dem Hintergrund günstigerer Herstellungstechnologien und Überkapazitäten gehen die garantierten Kaufpreise für Solarstrom 2010 geringfügig zurück. Waren es für in 2009 in Betrieb gegangene Anlagen mit weniger als 30 kW noch 13,15 CZK/kWh, so bekommt man heute noch 12,25 CZK/kWh, also rund 50 Eurocent. Bei Anlagen über 30 kW sind es noch einmal 10 Heller weniger, also rund 40 Eurocent. Ein weiterer Einschnitt bei der Einspeisevergütung wird im nächsten Jahr erwartet. Man darf auf die im Mai stattfindenden Wahlen und der Entscheidung der neuen Regierung gespannt sein.
 
Schwierigkeiten treten derzeit aber von ganz anderer Seite auf. Denn seit 16. Februar ist es praktisch unmöglich eine neue Anschlussbewilligung eines neuen Photovoltaik- oder Windkraftwerkes zu erwerben. Die zwei größten Energieversorger ČEZ und E.ON werden auf Bitten des Netzbetreibers ČEPS keine weiteren Energiequellen ans Netz gehen lassen, um die Gefahr der Überlastung vorzubeugen. Dieses Vorgehen unterstützt auch die Energieregulierungsbehörde ERU. Sollten alle bisher genehmigten Anlagen in Betrieb gehen, wird ihre Leistung die des Kernkraftwerk Temelín um das Dreifache überschreiten. Bereits bewilligte Projekte sind von dieser neuen Regelung ausgenommen.
 
(Verfasser: Miroslova Tomanová und Günter Wagner, Bayern Handwerk International, Bild: Stand der Fa. Doma Drehelemente IBF in Brünn)
 
 
Quellen:
Wirtschaftszeitung Prag, 17.02.2009
 
 
Preisentscheid Nr. 5/2009 vom 23.11.2009 des Energetischen Regulierungsamtes
 
Regierungsbeschluss Nr. 1562/09 vom 16.11.2009

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