Die edelste Form der Vergoldung: Seltenes Handwerk auf der Monumento

Die edelste Form der Vergoldung: Seltenes Handwerk auf der Monumento

Maierhöfen (02.03.2016) Alle zwei Jahre im Januar trifft man während der Fachmesse für Denkmalpflege in Salzburg auf Handwerksbetriebe, die sich auf Restaurierung und Konservierung spezialisiert haben. Ein Event, das mit selten gewordenen Handwerkstechniken überrascht. Dirk Meyer und sein Atelier für Feuervergoldung waren dabei.

Im Periodensystem der Elemente ist es mit der Ordnungszahl 79 erfasst, und es gehört zu den ersten Metallen, die von Menschenhand bearbeitet wurden. Die Rede ist von Gold. Dieses gelb-glänzende Metall hat bis heute nichts von seiner Faszination eingebüßt, und ebenso faszinierend ist das Handwerk, mit dem man einfache Materialien „vergoldet“.

Mit Feingold zum Erfolg

Einer, der die Vergoldung in besonderer Weise beherrscht, ist Dirk Meyer. Der Goldschmiedemeister aus Maierhöfen im Allgäu hat im Januar 2016 auf der Monumento Salzburg mit Exponaten aus seiner Werkstatt, dem Atelier für Feuervergoldung, den deutschen Gemeinschaftsstand und die Präsenz der Restauratoren im Handwerk e. V. bereichert.

Was Dirk Meyer auszeichnet, ist die mittlerweile recht selten gewordene Technik der Feuervergoldung. Meyer verarbeitet Feingold, das er zu einer Legierung mit Quecksilber bringt. Nach dem Auftragen des zähflüssigen Goldamalgams, wird das Quecksilber unter Feuer bei 300°C „abgeraucht“. Das Gold bleibt zurück und verbindet sich fest mit dem Grundmetall.

Anfänge der Feuervergoldung in China

Die Anfänge der Feuervergoldung (auch Amalgamvergoldung genannt) liegen im Dunklen. Soviel aber weiß man: Bereits im 3. Jahrhundert v. Chr. wandte man diese Technik in China an. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde die Feuervergoldung durch die galvanische Vergoldung ersetzt. Heute gibt es nur noch wenige Experten, die unter Einhaltung strengster umwelttechnischer Vorschriften und mit dem Einsatz modernster Methoden, dieses Handwerk ausüben.

Dirk Meyer ist einer von ihnen. Seine Arbeiten findet man in Europa, Nordamerika, Asien und Australien. Vor allem sind es Antiquitäten aus dem 17. und 18. Jahrhundert, Messkelche, Metallgitter oder vergoldete Uhrengehäuse, die er restauriert. Sogar die Krone und der Säbel des Sultans von Oman und auch die gläserne Kutsche des niederländischen Königshauses, 1815 anlässlich der Krönung von Wilhelm I. gebaut, standen bereits in Dirk Meyers Werkstatt.

Gemeinschaftsstand für Handwerker

20 Handwerksunternehmen aus den verschiedenen Bereichen der Denkmalpflege präsentierten sich während der Monumento am deutschen Gemeinschaftsstand. Das Herzstück bildeten die Ausstellungsstücke der Vereinsmitglieder aus der Interessensgemeinschaft Restaurator im Handwerk e. V. Der Verein sorgt mit seinem Gütesiegel für hohe Qualität. Fortbildungen und Seminare gehören ebenso zu seinen Aufgaben, wie die Teilnahme an der Denkmalmesse. Das Fachpublikum, Entscheidungsträger aus Kirchen, Denkmalämtern und Museen sowie Eigentümer von denkmalgeschützten Objekten konnten sich am deutschen Gemeinschaftsstand von den herausragenden Handwerksleistungen von Dirk Meyer und seinen Vereinskollegen überzeugen.

Eine Antiquitätensammlerin aus Lichtenstein war besonders angetan von den Vergolderarbeiten: Es könnte ein neuer Auftrag für Dirk Meyer werden. „Wenn man einzigartig ist, nimmt man immer einen Auftrag mit“, so ist seine Erfahrung mit Messebeteiligungen.

Die nächste Denkmalmesse Monumento findet im Januar 2018 statt. Interessierte Handwerksunternehmen erhalten Informationen bei Bayern Handwerk International.

 

(Quelle: Maria Weininger, Bayern Handwerk International)