Exportschlager bayerisches Handwerk: Demmeler Maschinenbau GmbH & Co. KG

Heimertingen - Auch in diesem Herbst können sich Unternehmen am Gemeinschaftsstand des bayerischen Handwerks auf der Internationalen Maschinenbaumesse MSV in Brünn präsentieren. Die MSV ist eine der führenden Fachmessen in Mitteleuropa und eine Plattform für innovative Maschinenbausysteme, organisiert wird der Gemeinschaftsstand von Bayern Handwerk International in Zusammenarbeit mit Bayern International. Ein Unternehmen, das auch in diesem Jahr am Gemeinschaftsstand zu sehen sein wird, ist das bayerische Maschinenbauunternehmen Demmeler aus Heimertingen im Allgäu.
  • Mutter aller Maschinen - Made in Allgäu

    Demmeler Maschinenbau GmbH & Co. KG stellt unter anderem modulare Lösungen für den Maschinen- und Anlagebau her. Das Allgäuer Handwerksunternehmen hat sich in fünf Jahrzehnten von einer kleinen Dreherei in ein modernes und international erfolgreiches Unternehmen entwickelt, das in alle wichtigen Länder der Welt exportiert aber gleichzeitig immer noch seine Wurzeln in Deutschland hat. Bayern Handwerk International hat mit Johannes Demmeler gesprochen, der das Unternehmen in zweiter Generation leitet.

  • BHI: Herr Demmeler, wenn man Ihre Produkte sieht, dann denkt man unwillkürlich an Fischer-Technik.

    Demmeler: Das stimmt, es geht in diese Richtung. Wir produzieren Schweißtische und modulare Spannsysteme, die mittlerweile in der ganzen Welt sehr erfolgreich eingesetzt werden.

  • BHI: Herr Demmeler, wenn man Ihre Produkte sieht, dann denkt man unwillkürlich an Fischer-Technik.
    BHI: Wer zählt zu Ihren Kunden?

    Demmeler: Großkonzerne, zum Beispiel die Luftfahrtindustrie, Baumaschinenkonzerne, die Automobilindustrie und genauso der kleine Handwerksbetrieb. Jedes unserer Produkte ist mit einem geringen Aufwand multifunktional einsetzbar. Man kann mit einem kleineren Schweißtisch anfangen, und wenn dann die Bauteile in einem Unternehmen größer werden, lassen sich die Module erweitern. In diesem Geschäftsjahr bauen wir unsere Fertigung aus, und somit sind wir in absehbarer Zeit in der Lage, Werkstücke bis 100 Tonnen Einzelstückgewicht zu fertigen.

  • BHI: Ihre Produkte sind für eine Präzision im μ-Bereich bekannt. Wie geht das bei Giganten von 100 Tonnen?

    Demmeler: Wir stellen Teile von Werkzeugmaschinen her, das heißt, die Mutter aller Maschinen. Da muss einfach alles sehr genau sein, und wir sind in diesem Bereich führender Spezialist. Wir produzieren Führungsbahnen mit einer sehr hohen Genauigkeit, weit über den Standard hinaus. Das hat für den Kunden die Konsequenz, dass er wiederum seine Teile auch sehr genau herstellen kann. Die Spannvorrichtungen unserer Schweißtische werden im Vorfeld mit CAD erstellt, dadurch sind sie jederzeit wieder abrufbar. Unsere Kunden können Serienprodukte ohne Mehraufwand reproduzieren. Je größer ein Betrieb ist, umso wichtiger sind auch die reproduzierbaren Vorgänge in der Fertigung. Es gibt nur einen Nachteil bei unseren Produkten … … Sie halten nahezu unbegrenzt. Verschleißerscheinungen gibt es so gut wie keine.

  • BHI: Ist das nicht schlecht für das Geschäft?

    Demmeler: Da unsere Produkte eine so breite Anwendungsmöglichkeit haben, sind sie auf dem Markt sehr beliebt. Durch Erweiterungen und Neuerungen erschließen wir auch immer wieder neue Einsatzmöglichkeiten, etwa in der Lasertechnik.

  • BHI: Auf Ihrer Homepage wird man in sieben Sprachen begrüßt. In der Welt zu Hause und im Allgäu daheim?

    Demmeler: So ist es. Wir wissen, dass wir hier im Allgäu einen guten Standort haben. Hier bekommen wir auch gute Leute, mit denen wir die Qualität herstellen können, die wir am Weltmarkt brauchen. Unser internationaler Erfolg gründet auf die guten alten, deutschen Tugenden „Pünktlichkeit“, „Fleiß“, „Zielstrebigkeit“ … Darum haben wir auch eine sehr große Fertigungstiefe in Deutschland.

  • BHI: Auf Ihrer Homepage wird man in sieben Sprachen begrüßt. In der Welt zu Hause und im Allgäu daheim?
    BHI: In wie viele Ländern exportieren Sie Ihre Produkte?

    Demmeler: Das kann ich so schnell gar nicht sagen, auf jeden Fall in die wichtigsten Länder der Welt und in die Industrieländer sowieso: Europa, Amerika, Asien, Russland. Was dazugekommen ist, sind die sogenannten Schwellenländer Brasilien, Indien, China …

  • BHI: Werden Ihre Produkte gelegentlich auch kopiert?

    Demmeler: Gute Dinge werden kopiert, das ist leider so. Allerdings sind die Plagiate nicht in der Qualität, wie unsere Originale es sind. Außerdem, und da kommen wir wieder auf die Frage von vorher zurück, sind wir in Deutschland immer wieder angehalten, uns neu zu erfinden bzw. unsere Produkte permanent zu verbessern. Daran muss man arbeiten, damit man morgen auch noch Erfolg hat. Damit meine ich nicht nur unsere Produkte selbst, sondern auch unsere Produktionsprozesse.

  • BHI: Woraus speisen Sich denn Ihre Ideen?

    Demmeler: Ich stelle immer wieder einmal alles kritisch in Frage und ich überlege, wie man was besser machen kann. Logischerweise muss man sich auch über die Fachpresse informieren, in welche Richtung sich die Technik entwickelt. Ein wichtiger Punkt ist, dass wir viele Impulse durch unsere Kunden bekommen. Die wissen, dass wir in der Lage sind, auf ihre Wünsche einzugehen. Daraus entstehen oft sehr gute Produktideen.

  • BHI: Worauf sind Sie besonders stolz?

    Demmeler: Auf unser gutes Team im Haus und auf die Wertschätzung durch unsere Kunden, darauf bin ich besonders stolz. Wie soll ich sagen: Wir haben nicht nur Kunden, wir haben viele Fans. (Das Interview führte Maria Weininger, Bayern Handwerk International)