Männerträume werden wahr: Vario Helicopter Uli Streich GmbH & Co. KG

Gräfendorf. – Zum Tag der offenen Tür reisen die Gäste sogar aus Japan in den kleinen unterfränkischen Ort Gräfendorf, um ihre Produkte zu bestaunen: Die Vario Helicopter Uli Streich GmbH & Co KG, Träger des Exportpreises Bayerns 2009 in der Rubrik Handel, zieht Modellflugsport-Begeisterte aus aller Welt an. Die vorbildgetreuen Nachbauten von Großhubschraubern genießen in der Szene rund um den Erdball einen hervorragenden Ruf.

    „Der Kontakt zu Menschen anderer Länder sind für meinen Mann und mich das Salz in der Suppe“, sagt Geschäftsführerin Karin Zodtner. „Im vergangenen Jahr waren wir auf Geschäftsreisen in Dubai, China, Indien, Italien, der Schweiz und anderen Ländern.“
    Die 15 Mitarbeiter der vor 35 Jahren gegründeten Firma VARIO Helicopter entwickeln ferngesteuerte Modellhubschrauber und Zubehör, die in erster Linie in Freizeit und Hobbybereich eingesetzt werden. Damals hatte der gelernte Hubschrauber-Mechaniker Uli Streich (mittlerweile im Ruhestand) sein Hobby zum Beruf gemacht und zunächst mit dem Tuning – dem Ausbau und der Weiterentwicklung – von ferngesteuerten Modellhubschraubern begonnen. Später folgten das Design und die Entwicklung eigener Helikopter-Modelle. Alle Bauteile werden von bayerischen Firmen zugeliefert. Mittlerweile gibt es 90 Hubschrauber-Modelle, dazu kommen die so genannten „Earthmovers“, Bagger und andere Handhabungsmaschinen im Maßstab 1:10 und 1:12. Absoluter Star unter den Hubschrauber ist das Modell „Airwolf“, den es in drei Ausführungen gibt. Aber auch die „Lama“, der detailgetreue Nachbau eines Eurocopters, ist viel gefragt. Alle Modelle sind Originale im Kleinformat, hören sich an und arbeiten auch wie die Originale. Nicht ganz billige Spielzeuge sind die Hubschrauber, die Preise für ein Modell beginnen ab 1.500 Euro.

    „Gütesiegel“ Exportpreis

    „Unsere Exportquote beträgt 67 Prozent. Seit der Verleihung des bayerischen Exportpreises im letzten Herbst hat diese Quote etwas zugelegt“, sagt Kirsten Zodtner. „Der Exportpreis hat geholfen, das Selbstbewusstsein der Firma zu stärken. Er ist wie eine Urkunde, die belegt, dass die Firma das Thema Zoll und Außenhandel versiert behandelt. Für unsere Kunden ist das eine Form von Sicherheit, ähnlich wie Trusted Shops oder der Umweltengel.“ Das Engagement der Zodtners auf dem Feld Auslandsgeschäft ist stark: „Wir sind weltweit unterwegs, um bereits bestehende Kontakte zu intensivieren. Mein Mann und ich sprechen eine handvoll wichtige Fremdsprachen. Somit konnten wir auch bei unseren Besuchern aus Argentinien, Frankreich, Brasilien, Spanien bei uns in Gräfendorf punkten und Handelsbeziehungen stärken.“ Die meisten Auslandskontakte wurden über die Spielwarenmesse in Nürnberg angebahnt. Schon seit über 25 Jahren gibt es Geschäftsbeziehungen zu Australien, ebenso lang mit Italien. Die Helis von VARIO werden in Modellbaugeschäften in 13 Ländern weltweit (Europa, USA, Japan, USA, Lateinamerika, Singapur) vertrieben. „Da die Produkte sehr beratungsintensiv sind, ist ein kompetenter Ansprechpartner in der jeweiligen Landessprache ein großes Plus.“

    „Gütesiegel“ Exportpreis
    Individuelle Strategien für jedes Land

    Kirsten Zodtners Tipp Nr.1 für Exporteinsteiger: Sprachen sind das Tor zur Welt! Gut zu wissen sei außerdem, dass Auslandsgeschäfte in der Regel Vorkassegeschäfte seien. „Zudem sollten Firmen eine Checkliste erstellen mit Infos darüber, welche Bedingungen ein neuer Händler erfüllen muss.“ Diese könne dann bei Anfragen von interessierten Firmen durchgegangen werden. Und: Jedes Land bringe andere Voraussetzungen mit sich. Deshalb müsse man sich für jedes Land eine individuelle Strategie überlegen. In diesem Jahr möchte VARIO sich erstmals auf ausländischen Messen in den USA und in Amsterdam präsentieren. In Las Vegas wird die Firma Hubschrauber für Foto- und Filmzwecke vorstellen. „Gerade diese Kamerahubschrauber (VARIO Cam & Carriers) haben vielfältige Einsatzmöglichkeiten, sei es, einen zu restaurierenden Turm zu fotografieren, Pipelines abzufliegen, Video-, Fernseh- oder Kinofilmsequenzen zu drehen oder Luftbildaufnahmen zu machen.“ Überall, wo ein Großhubschrauber zu teuer oder zu groß wäre, können die ferngesteuerten Helikopter eingesetzt werden. „Mit unserer Hardware baut sich der eine oder andere Modellhubschrauberpilot gerade eine neue Existenz auf.“+++ Karoline Rübsam