Innovationsgutscheine fallen im Handwerk auf fruchtbaren Boden

Innovationsgutscheine fallen im Handwerk auf fruchtbaren Boden Innovationsgutscheine fallen im Handwerk auf fruchtbaren Boden

Obing/München (27.09.2010) - Immer mehr bayerische Handwerksbetriebe entdecken die Innovationsgutscheine als Instrument einer einfachen und unkomplizierten Förderung.

Die Gutscheine  fördern Machbarkeitsstudien, Prototypenbau, Marktanalysen und vieles mehr. Der Projektträger, die Bayern Innovativ GmbH, Nürnberg hat bis Ende August 2010 bereits fast 400 Innovationsgutscheine mit jeweils bis zu 7.500 Euro bewilligt und ausgestellt. „Der bayerische Mittelstand stößt mit den Innovationsgutscheinen eine Vielzahl innovativer Prozesse, neuer Produkte und Dienstleistungen an“, erklärt der Bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil.

 
Während der Antragsteller eines Innovationsgutscheins seinen Unternehmenssitz in Bayern haben muss, können die geförderten Dienstleistungen auch im Ausland erbracht werden. Damit unterstützen die bayerischen Innovationsgutscheine auch die „grenzüberschreitende Zusammenarbeit“. Die Technologieberatungsstellen der bayerischen Handwerkskammern und IHK beraten und helfen bei der Antragstellung. 
  
Die Firma Schornsteintechnik Zeller aus Obing im Landkreis Traunstein hat einen Ruß –und Feinstaubfilter mit automatischer Abreinigung entwickelt und europaweit zum Patent angemeldet. Drei Innovationsgutscheine fördern die Entwicklungsarbeit von Oliver Zeller. „Problemlos und unbürokratisch“ hat Zeller die jeweiligen Innovationsgutscheine erhalten. Der Betrieb Zeller war der 100. Betrieb, dem ein solcher Gutschein bewilligt wurde. Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil ließ es sich nicht nehmen, ihn an Oliver Zeller persönlich zu überreichen (s. Foto).
 
Zur Weiterentwicklung des Ruß – und Feinstaubfilters wurde unter Geschäftsführung von Kurt Dorminger die RuFF-Kat GmbH gegründet. Nunmehr soll der Filter europaweit zur Reduzierung der Feinstaubpartikel vertrieben werden. „Anfragen aus Österreich und der Schweiz nach dem Ruff-Kat zeigen, dass wir mit dem Filter den richtigen Weg eingeschlagen haben“, sagt Dorminger und verweist auf die Vorzüge dieser Neuentwicklung. So unterscheidet sich der Ruff-Kat von den bereits auf dem Markt befindlichen Systemen dadurch, dass er außen auf nahezu jede Kaminmündung aufgebaut werden kann und keinerlei Nachrüstung an den Geräten im Innenbereich erfordert. Der gesamte Filterbereich ist über Dach frei zugänglich und die Reinigung durch den Kaminkehrer einfach und schmutzfrei möglich.
 
Die Cornel Thorma Metallverarbeitungs GmbH in München stellt Trockeneisstrahlmaschinen her. Vier Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Zwei Innovationsgutscheine hat das Unternehmen in Anspruch genommen. Der erste Gutschein half eine Baumusterprüfung zu finanzieren, der zweite galt einer Studie und Versuchen mit CO2-Strahlen in Verbindung mit Wasser zur Erhöhung der Abrasivität. „Mit Hilfe dieser Studie wollen wir eine neue Maschine bauen“, so die Geschäftsführer Cornel Thorma und Wilfried Böhm. Der Antrag für die Gutscheine, so die Geschäftsleitung, könne schnell und mit wenig Aufwand gestellt werden. Die Innovationsgutscheine seien sinnvoll. So bestehe die Möglichkeit 50 Prozent der Kosten zurückzuerhalten. Bei der Antragstellung habe die Handwerkskammer für München und Oberbayern wesentlich Hilfe geleistet. Mittlerweile exportiert der Maschinenbauer mit Unterstützung der Außenwirtschaftsabteilung der Handwerkskammer seine Produkte in einige Länder Europas.
 
Mit dem von ihm entwickelten KristallTurm schreibt das gleichnamige Unternehmen im oberbayerischen Lenggries Innovationsgeschichte. „Wir haben unseren gebrauchsgeschützten Hochseilgarten Isarwinkel umgeplant in eine Stahlmastenanlage, den KristallTurm“, so Betriebsinhaber Heinz Tretter. Der KristallTurm ist ein zeitgemäß gestalteter Hochseilgarten mit höchstem Anspruch in punkto Design, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit. Er bietet unvergleichlichen Kletterspaß auf mehreren Ebenen. Direkt neben dem Regierungsviertel und dem Fernsehturm in Berlin hat der Hochseilgarten als Referenzanlage seinen idealen Standort gefunden. „Wir haben die Maximalanzahl von drei Innovationsgutscheinen erhalten, zwei davon sind bereits eingelöst“, freut sich Heinz Tretter. Wären die Innovationsgutscheine nicht gewesen gäbe es aufgrund der hohen Vorleistungs- und Planungskosten jetzt noch keinen KristallTurm. Tretter nutzt die Anlage in Berlin für seine Werbezwecke. Anfragen erreichen ihn aus aller Welt. Darunter sind die Schweiz, Südtirol, Ungarn, Türkei, Indien und sogar ein Vororder-Auftrag von den Philippinen. „Wir sind auch sehr zuversichtlich bis Mitte nächsten Jahres noch drei bis vier Projekte im Ausland realisieren zu können“, so der Betriebsinhaber. Weil das Produkt so innovativ und gleichzeitig greifbar ist, war der KristallTurm auf einer Informationsveranstaltung für Innovationsgutscheine in Ulm der am meisten besuchte Beispielstand.
 
(Autor: Gerhard Heegen, BHI-Pressesprecher)