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Zahlungsverkehr innerhalb der EU soll vereinfacht werden

München (12. Februar 2007) - Die gesamte EU soll bald ein einheitlicher Zahlungsraum sein.

In diesem Zahlungsverkehrsraum sollen Kunden elektronische Dienstleistungen wie Lastschriften über Ländergrenzen hinweg genauso schnell, einfach und günstig ausführen können wie im eigenen Land.

Dazu sollen jetzt im Frühjahr dieses Jahres erste Gesetze verabschiedet werden. Es gibt aber noch einige Unstimmigkeiten. Die Zeit drängt, da die neuen Produkte ab Anfang 2008 angeboten werden sollen. Aus der Kreditwirtschaft kam bereits massive Kritik an den mangelnden Fortschritten. Wenn sich die Minister nicht einig werden, könnte sich die Einführung des Zahlungsraumes eventuell verzögern.

Konkret soll sich bezüglich der EC-Karten, dem Lastschriftverfahren und bei Überweisung einiges ändern:

EC-Karten: Schon ab dem Januar 2008 sollen Banken grenzüberschreitende Karten anbieten, denn bislang kommen deutsche Urlauber oft nicht weit, wenn sie im Ausland mit einer deutschen Bankkarte bezahlen wollen. Selbst in den direkten Nachbarländern akzeptieren viele Einzelhändler und Restaurants die deutschen EC-Karten nicht.

Lastschriftverfahren: Diese sollen EU-weit bis 2010 einheitlich werden. Wenn Deutsche in einem anderen EU-Land leben, sollen in Zukunft Unternehmen wie Stromanbieter oder Telefonkonzerne per Lastschriftverfahren von dem deutschen Konto ihre Gebühren einziehen können. Bisher ist das nur schwer möglich. In den Mitgliedstaaten existieren unterschiedliche Lastschrift-Verfahren mit verschiedenen, teils sehr komplizierten Konzepten. Fraglich ist nun, wie ein einheitliches System aufgebaut werden soll und wo vor allem die so genannten Kundenmandate, die Erlaubnis zum Lastschriftverfahren, verwaltet werden sollen.

Überweisung: Hier sind bereits Fortschritte gemacht worden. Schon seit zwei Jahren kann man mit einer EU-Standardüberweisung bis zu 50.000 Euro auf ein Konto in einem anderen EU-Land überweisen. Dafür gibt man nicht mehr die Bankleitzahl und die Kontonummer des Empfängers an, sondern eine internationale Bankkontonummer (IBAN) und einen Bankcode (SWIFT). Die Überweisung darf maximal drei Tage dauern. Dieses System soll weiterentwickelt werden.