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So war´s: Unternehmerreise Bulgarien

So war´s: Unternehmerreise Bulgarien

Regensburg (19. April 2007) - Anlässlich der Baumesse "Bulgarian Building Week 2007" fand jetzt eine Reise ostbayerischer Unternehmer ins neue EU-Mitgliedsland statt.

Neben dem Besuch der Baumesse führte die Gruppe zusammen mit der Delegation von Wirtschaftminister Erwin Huber vor Ort Kooperationsgespräche.

Bulgarien mit seinen 7,7 Millionen Einwohnern ist neben Rumänien jüngstes EU-Mitglied. Nicht der größte aber ein interessanter Absatzmarkt für die bayerische Wirtschaft in Osteuropa. Der Bauboom erreicht 2007 zweistellige Zuwachsraten und ist damit der viertgrößte Wachstumsmarkt in der EU. Deutschland ist der
fünftgrößte Investor. Die größten Investitionen wurden in Immobilien, den Finanzbereich, sowie in den Bereichen Telekommunikation, Verkehr/Infrastruktur, Umwelt und Tourismus getätigt.

An der von der IHK für Niederbayern und der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz und weiteren ostbayerischen Kammern organisierten Informationsreise nahmen 30 ostbayerische Unternehmer, vorwiegend aus der Baubranche teil, um sich über die Markt- und Kooperationsmöglichkeiten in Bulgarien zu informieren. Der notwendige Praxisbezug wurde durch eine
bayerisch-bulgarische Kooperationsbörse, Baustellenbesuche der Sofioter U-Bahn und eines Business-Parks hergestellt.

Der Büropark, geschaffen durch die Lindner Holding, ist ein Vorzeigeprojekt des bayerischen Projektentwicklers Lindner AG Arnstorf. Zu ihm gehören 15 Gebäude, von denen elf bereits fertig sind und der Rest bis Ende 2007 schlüsselfertig sein wird. Die Anbindung an Flughafen, Stadtzentrum und
Umgehungsstraße ist optimal gewählt. Ein weiteres Projekt, nämlich der Residential Park Sofia entsteht gerade – eine Gartenstadt von 260.000 qm Fläche als Wohnpark mit 45 Einfamilienhäusern und 105 Reihenhäusern sowie Mehrfamilienhäuser bietet Platz für 1000 Familien.

Prima Chancen für die Baubranche

In Fortführung des Programms besuchte die Teilnehmer die gleichzeitig stattfindende Baumesse „Bulgarian Building Week 2007“. Bayern war mit einem repräsentativen Gemeinschaftstand vertreten unter der Federführung von „Bayern International“, auf dem sich 14 bayerische Firmen präsentierten. Am bulgarischen Baumarkt gehören neben türkischen, österreichischen und griechischen Baufirmen auch deutsche zu den Aktivsten. Gute Geschäfte winken mit Ferienwohnungen und Einkaufszentren. Am Schwarzen Meer und in den südlichen Gebirgen, der „Toskana des Balkans“, werden Ferienwohnungen von über vier Millionen Quadratmetern errichtet oder geplant. Allein in der Skiregion Bansko entstehen Ferienappartements von einer Million Quadratmetern. 2007 wird auch das Jahr der „Shopping Malls“ mit seinen Supermärkten, Cafes, Boutiquen, Restaurants und Kinos - alles unter einem Dach. Mehr als ein Dutzend davon werden in Sofia entstehen.

Kehrseite

Doch es gibt auch eine Kehrseite: In Bulgarien gibt es, wie in vielen osteuropäischen Staaten, einen eklatanten Facharbeitermangel. Dies wirkt sich schon jetzt dramatisch in der Bauwirtschaft aus. Durch den EU-Beitritt kann Bulgarien auf annährend 12 Milliarden Euro aus Brüssel bis 2013 rechnen. Diese
Gelder helfen, die Standortqualität zu verbessern. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) pro Kopf erreicht zurzeit nur 30 Prozent des EU-Durchschnitts. Die Mittel aus Brüssel werden nur für klar definierte Projekte und Programme freigegeben. Gute Geschäftschancen bieten sich vor allem für Firmen mit Schwerpunkten
Infrastruktur und Umwelt. Auch steigen die Zuliefermöglichkeiten in jenen Bereichen, in denen bulgarische Firmen nicht termingerecht die EU-Standards erfüllen können, besonders im Nahrungsmittelsektor und in der Chemieindustrie. Mit dem 1. Januar 2007 sind die letzten Zölle für gewerbliche Waren und Agrarprodukte gefallen.


Es war ein langes Rennen für Bulgarien, um Mitglied in der EU zu werden. Nun ist die Ziellinie erreicht. Die Unternehmergruppe aus Ostbayern konnte erkennen, welches Potenzial in dieser Region steckt. Bulgariens BIP legte um mehr als sechs Prozent zu. Die deutschen Ausfuhren nach Bulgarien stiegen um 19 Prozent. Das Land wird auch in den kommenden Jahren ein attraktiver Partner sein. Die Nachfrage nach Kooperationspartnern steigt. Der EU-Beitritt stärkt das Land und ist gleichzeitig eine hervorragende Chance für ostbayerische Unternehmen.