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Lateinamerika: Gute Aussichten für 2007

München (06. Februar 2007) - Im Jahr 2007 ist für Lateinamerika und die Karibik zum vierten Mal hintereinander mit einem Wirtschaftswachstum von etwa fünf Prozent zu rechnen.

Viermal in Folge 5 Prozent Wachstum

Seit 2003 wird die Region dann ein kumuliertes Wachstum von 23 Prozent erreicht haben. Für die Erfüllung dieser Prognose sprechen sowohl externe als auch interne Gründe. Zum einen ist wahrscheinlich, dass sich die Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft in etwa auf dem Vorjahresniveau hält. Zum anderen deutet alles auf eine Fortsetzung des Wirtschaftsbooms in Lateinamerika und der Karibik hin. Auch die Wachstumsprognosen verschiedener internationaler Institutionen liegen alle zwischen 4 und 5 Prozent.

Die UNO-Kommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) sieht für 2007 eine leichte Abschwächung des Wachstums der Region um 0,6 Prozentpunkte auf 4,7 Prozent voraus. Die Weltbank prognostiziert für Lateinamerika und die Karibik ein Wirtschaftswachstum von 4,5 Prozent, der Internationale Währungsfonds von 4,25 Prozent und die UNO von 4,2 Prozent.

Weiche Landung in den USA?

Unbestreitbar ist, dass das Wachstum Lateinamerikas in starkem Maße von der Entwicklung der Weltwirtschaft abhängt. Dabei spielen die USA eine wichtige Rolle. Internationale Wirtschaftsexperten erwarten aber als Folge des Einbruchs auf dem US-Immobilienmarkt erneut eine Abkühlung der US-Volkswirtschaft. Allerdings ist eine ähnliche Prognose im Vorjahr nicht eingetroffen. Die große Mehrzahl der Experten geht für 2007 von einer weichen Landung der US-Wirtschaft mit einem BIP-Wachstum leicht unter den 3,2 Prozent des vergangenen Jahres aus. Dazu gehören die OECD und der Internationale Währungsfonds, die ein BIP-Wachstum von 2,4 Prozent bzw. 2,5 Prozent prognostizieren. Nur wenige Experten halten auch eine harte Landung mit einem Wirtschaftswachstum von maximal 1 Prozent für möglich. Japan wird nach Meinung der OECD sein Wachstumstempo von 2,8 Prozent auf rund 2 Prozent abschwächen. Das globale Wirtschaftswachstum könnte somit um 0,5 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent zurückgehen. Gleichzeitig könnte sich das Wachstum des Welthandels von 9,6 Prozent auf rund 8 Prozent verringern.

Weltwirtschaft bleibt dynamisch

Was spricht gegen dieses Szenarium? Das Wachstum der US-Wirtschaft war schon einmal im Jahr 2005 zurückgegangen. Eine Abschwächung der US-Konjunktur würde sich eventuell auf Mexiko, Zentralamerika und die Karibik auswirken, weniger aber auf Südamerika, dessen Außenhandel stärker diversifiziert ist. Abgesehen davon scheint die Weltwirtschaft zunehmend multipolar zu werden. China und Indien werden wahrscheinlich erneut Rekordzuwächse um 10 Prozent bzw. 8 Prozent erzielen. Russlands Wachstum wird auf mindestens 6 Prozent prognostiziert. In der EU setzte sich gegen Ende 2006 eine Aufschwungstendenz durch, die mindestens auf eine Wiederholung des Vorjahreswachstums von 2,6 Prozent hindeutet. Die internationalen Reeder beweisen mit ihren umfangreichen Charter- und Schiffsbauaufträgen, dass sie nicht nur für das laufende Jahr sondern auch noch für 2008 von einem weiteren Anstieg des Welthandelsvolumens ausgehen. Schließlich zeigten sich Anfang Januar auch die Präsidenten der elf wichtigsten Zentralbanken der westlichen Welt (G-10) optimistisch: Sie gehen nach Angaben ihres Vorsitzenden, des Präsidenten der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet, für das Jahr 2007 von einer ungebremsten Fortsetzung des globalen Wirtschaftswachstums aus.

Den kompletten Artikel und ein Rückblick auf Lateinamerikas Wirtschaft 2006 können Sie rechts im Anhang herunterladen.

(Quelle: Ibero-Amerika Verein - Lateinamerika, Januar 2007)