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Japan - Partner für Innovation

Tokio (06. März 2007) - Laut einer aktuellen Umfrage der AHK Japan unter deutschen Unternehmen vor Ort ist Japan als Partner für Innovation von hoher strategischer Bedeutung.

Ähnlich wie die Bundesregierung mit ihrer High-Tech-Strategie setzt auch das
japanische Kabinett unter Premierminister Abe mit seiner Initiative 'Innovation 25' auf einen Ausbau von Forschung und Entwicklung und eine engere Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Unter dem Schlagwort 'Innovate Japan' zielt der japanische Unternehmerverband Keidanren ebenfalls auf eine Stärkung des Innovationsstandortes. Um Japans Wettbewerbsfähigkeit im 21. Jahrhundert langfristig zu sichern, sollen auch internationale Kooperationen intensiviert werden.

In den deutsch-japanischen Wirtschaftsbeziehungen kommen daher neben
Japan als Absatzmarkt der Innovation, Forschung und Entwicklung eine immer
höhere strategische Bedeutung zu. Das zeigt sich ganz deutlich an der starken Präsenz deutscher Aussteller auf High-Tech-Messen wie der 'nano
tech 2007' in Tokyo.

Japan hat großen Einfluss auf Technologie- und Markttrends in Asien und setzt
weltweit Maßstäbe bei technologischen Entwicklungen. Japans Fortschritte
auf dem Gebiet von Forschung und Entwicklung sowie Innovation zu beobachten und ggf. zu kooperieren, sind also nicht nur für einen Markteintritt oder Ausbau des Japangeschafts wichtig. Hier geht es um die Ausrichtung der Unternehmen auf dem Weltmarkt und die Sicherung ihrer zukünftigen Wettbewerbsfahigkeit.

Dia bestätigt auch eine nun veröffentlichte Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan (DIHKJ) zum Innovationsstandort Japan. Demnach sind über 70 Prozent der Meinung, dass ihre Innovationsaktivitaten in Japan die frühzeitige Erkennung neuer, globaler Technologietrends ermöglichen und ihre Wettbewerbskraft sichern. Für 88 Prozent der befragten Unternehmen gehört daher die Markt- und Wettbewerbsbeobachtung zur strategischen Zielsetzung ihres Engagements in Japan. Die Hälfte halt es für erforderlich, ihre
entsprechenden Aktivitaten in Japan personell weiter auszubauen. Potentiale und Standortvorteile in Japan intensiver nutzen; Vernetzung mit der Wissenschaft intensivieren. japanische Kunden sind für die Unternehmen bedeutende Innovationsträger, die ihnen wichtige Impulse geben. Technologien japanischer Lieferanten sind wichtig fur Innovationsgehalt und Qualität ihres Leistungsangebotes. F&E-Partnerschaften werden daher überwiegend mit Kunden und Lieferanten geschlossen. Qualitätsoptimierung, praxisorientierte, pragmatische Ansätze, Umsetzungsgeschwindigkeit und Experimentierfreude der japanischen Partner werden als Vorteile haufig hervorgehoben.

Know-how-Schutz und fachliche Qualifikation gehören für fast alle
Unternehmen zu den wichtigsten Voraussetzung fur eine Kooperation und sind
laut Umfrage fur die meisten von ihnen in Japan gegeben. Oft sind aber
Kommunikationsschwierigkeiten zu überwinden. Neben den Kunden und Lieferantenbeziehungen können wissenschaftliche Netzwerke eine entscheidende Rolle spielen. Dem Ausbau der Kooperation deutscher Unternehmen mit Unis und Forschungsinstitutionen kommt damit eine große Bedeutung zu.

Die Nähe zum Kunden (96 Prozent), die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte (73 Prozent) und das innovative Klima (68 Prozent ) sind im Übrigen wichtige Argumente, um in Japan F&E zu betreiben. Allerdings sind nicht wenige Unternehmensvertreter vor Ort darüber besorgt, dass ihre Mutterhäuser dem Innovationsstandort Japan zu wenig Beachtung schenken. Sicherlich ist die starke Konzentration auf Aktivitäten in Wachstumsregionen dafür ein wichtiger Grund.


Der japanische Markt erfordert einen hochprofessionellen Auftritt mit einer
langfristig angelegten Strategie. Ohne ständige eigene Präsenz in Japan sind
daher vertrauensvolle, partnerschaftliche Kooperationen, insbesondere in
dem komplexen und sensiblen Bereich der Innovation, Forschung und
Entwicklung, kaum möglich.

Bündelung der Kräfte wünschenswert

Aufgrund vieler Gemeinsamkeiten sind Japan und Deutschland oftmals
Wettbewerber und Partner zugleich. Statt zu sehr auf den Wettbewerb zu sehen, sollte man die Krafte bündeln, um neue Felder der Partnerschaft zu identifizieren. Beim Ausbau von Informationsquellen, Netzwerken, Partnerschaften oder Ansiedlungen mussen Synergien genutzt werden. Der
DIHKJ fällt dabei eine wichtige Koordinatorenrolle zu. Die Umfrage wurde im Oktober und November unter 341 technologieorientierten deutschen Unternehmen durchgeführt. Die Rücklaufquote betrug 22 Prozent.

Kontakt: Deutsche Industrie- und Handelskammer in Japan (DIHKJ), Regine Dieth, Tel.: +81-(0)3 5276 8827, Email: rdieth@dihkj.or.jp