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Bauwirtschaft in Benelux boomt weiter

Nürnberg (10. September 2007) - Die Bauwirtschaft in den Benelux Ländern befindet sich weiter im Aufschwung. Deutschen Bauunternehmern- und zulieferern bringt dies gute Geschäftschancen, auch wenn der Marktzutritt nicht immer einfach ist.

Die Bauproduktion in den Benelux-Ländern stieg im ersten Quartal 2007 deutlich an: In den Niederlanden um 7,9 Prozent, in Belgien um 8,4 Prozent und in Luxemburg sogar um 10,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Sowohl in Belgien als auch in den Niederlanden war die Baubranche der florierendste Wirtschaftszweig. Auch für 2007 sind die Prognosen günstig, allerdings variieren sie für die einzelnen Länder und Sparten.

Für den Tiefbau sind die Prognosen in Luxemburg und den Niederlanden sehr vielversprechend. In Belgien wird allerdings ein starker Rückgang erwartet. Im Hochbau ist der Wohnungsbausektor der ausschlaggebendste Faktor für den starken Aufschwung. In den Niederlanden werden in diesem Bereich starke Zuwächse erwartet, da die Hypothekenzinsen relativ günstig sind und 2006 viele Baugenehmigungen vergeben wurden. Auch für den Büromarkt wird ein positiver Trend vorausgesagt. Die Bauwirtschaft ist zur Zeit eine der erfolgreichsten Branchen des Landes.

Die Branche in Belgien rechnet langfristig nicht mit einem Anstieg der Wohnungsbauzahlen. Allerdings wird ein großes Potential im Bereich Instandhaltung und Umbau gesehen, da in Belgien über 80 Prozent der Gebäude älter als 20 Jahre sind.

In Luxemburg erreichte vor allem der Gewerbebau 2006 Rekordwerte. Durch die hohe Zahl bereits erteilter Baugenehmigungen und die anhaltende Wohnungsknappheit wird ein weiterhin starker Aufschwung erwartet. Die 2007 fertigzustellenden Bürogebäude sind bereits alle verkauft. Ein Vergleich zeigt allerdings, dass das größte Wachstum eindeutig in der niederländischen Bauwirtschaft zu erwarten ist.

In allen drei Staaten ist die Baubranche ein wichtiger Wirtschaftszweig der auch für deutsche Firmen interessante Möglichkeiten bietet. Der Wert der Aufträge aus den Benelux-Ländern nach Deutschland erreichte 2006 rund 180 Mio. Euro. Die Eintrittschancen in die lokalen Märkte sind allerdings sehr unterschiedlich. Die besten Markteintrittschancen für deutsche Unternehmen bietet Belgien. Dort haben deutsche Baufirmen- und zulieferer gute Erfolgsaussichten, weil deutsche Qualität geschätzt wird und großer Bedarf an Baudienstleistungen und Facharbeitern besteht. In Luxemburg sind vor allem deutsche Handwerker gefragt. 

Wer Aufträge erhalten will, sollte sich möglichst früh über Projekte und Ausschreibungen informieren. Bei der privaten Auftragsvergabe sind vor allem persönliche Kontakte und Netzwerke entscheidend. Öffentliche Aufträge ab einer bestimmten Größenordung müssen nach niederländischem Recht europaweit ausgeschrieben werden. Lieferchancen für deutsche Unternehmen sehen Branchenkenner vor allem bei  Maschinen und Ausrüstungen. So verzeichneten die deutschen Exporte von Bau-, Baustoff- und Bergwerksmaschinen 2006 einen Zuwachs von rund 12 Prozent auf insgesamt 295 Mio. Euro.

Die Gesamtzahl der Exporte der Bauindustrie aus Deutschland in die Benelux Länder stieg 2006 um 15,6 Prozent auf rund 560 Millionen Euro an. Die Ausfuhren gehen jeweils zur Hälfte in die Niederlande und nach Belgien. Nur weniger als 5 Prozent wurde nach Luxemburg geliefert.