Schweiz: Ab 2018 Mehrwertsteuerpflicht für ausländische Unternehmen

Schweiz: Ab 2018 Mehrwertsteuerpflicht für ausländische Unternehmen

Wertbewerbsnachteile abbauen


Bern (11.08.2017) Am 1. Januar 2018 tritt die vom Schweizer Parlament beschlossene Teilrevision des Mehrwertsteuergesetzes in Kraft.

Die Eidgenossen wollen mit dem Gesetz Wettbewerbsnachteile für Schweizer Unternehmen abbauen und große ausländische Unternehmen (ab 100.00 Franken Umsatz weltweit) schneller in die Mehrwertsteuerpflicht nehmen. Unternehmen in dieser Größenordnung müssen künftig in der Schweiz sofort Mehrwertsteuer erbringen.

Anmeldung nach 30 Tagen

Die IHK weist darauf hin, dass Unternehmen, die in der Schweiz zur Abgabe von Steuererklärungen verpflichtet sind, sich unaufgefordert innerhalb von 30 Tagen nach Beginn der Steuerpflicht bei der Schweizerischen Steuerverwaltung anmelden und folgende Schritte einleiten müssen:

  • Einen Fiskalvertreter bestellen
  • Eine Sicherheitsleistung erbringen (Bankbürgschaft bei einer in der Schweiz ansässigen Bank oder durch Bareinzahlung auf das Konto der Schweizerischen Steuerverwaltung)
  • In der Regel vierteljährlich Steuerabrechnungen einreichen
     

Der Schweizer Bundesrat informierte am 02.06.2017 über das revidierte Mehrwertsteuergesetz.

Lesen Sie hier den Wortlaut:

Neu ist für die obligatorische Steuerpflicht eines Unternehmens nicht mehr nur der Umsatz im Inland maßgebend, sondern der Umsatz im In- und Ausland. Unternehmen, die weltweit einen Umsatz von mindestens 100.000 Franken erzielen, werden ab dem ersten Franken Umsatz in der Schweiz mehrwertsteuerpflichtig. Bisher konnten ausländische Unternehmen bis zu einem Umsatz von 100.000 Franken in der Schweiz ihre Leistungen ohne Mehrwertsteuer erbringen, was zu Wettbewerbsnachteilen für das inländische Gewerbe insbesondere in den Grenzregionen geführt hat.

Eine Verzögerung um ein Jahr ergibt sich bei der Versandhandelsregelung. Diese wird erst auf den 1. Januar 2019 in Kraft treten, weil die Schweizerische Post aus technischen Gründen mehr Zeit für die Umsetzung der Gesetzesbestimmung beansprucht. Versandhandelsunternehmen werden somit ab 2019 steuerpflichtig, wenn sie mit einfuhrsteuerfreien Kleinsendungen mindestens einen Umsatz von 100.000 Franken pro Jahr erzielen. Die Versandhandelsunternehmen werden die Mehrwertsteuer ihren Kundinnen und Kunden selbst in Rechnung stellen. Dafür entfallen bei den Kundinnen und Kunden die vom Zoll bei der Einfuhr erhobenen Steuern und Gebühren. Damit werden mehrwertsteuerbedingte Wettbewerbsnachteile inländischer Unternehmen reduziert.

Die restlichen Neuerungen – reduzierter Mehrwertsteuersatz für elektronische Zeitungen, Zeitschriften und Bücher, Margenbesteuerung für Sammlerstücke und andere – treten allesamt am 1. Januar 2018 in Kraft.

(Quelle: Bayern Handwerk International)