Polen: Mitarbeiterentsendung jetzt mit Kontaktperson

Polen: Mitarbeiterentsendung jetzt mit Kontaktperson

Mitarbeiterentsendung nach Polen:


Nürnberg (20.03.2017) - Auf den ersten Blick ist es nur eine kleine gesetzliche Änderung der Anzeigepflichten bei einer Entsendung nach Polen:

Die Pflicht zur Benennung einer Kontaktperson des entsendenden Unternehmens gegenüber der polnischen Arbeitsinspektion.

Leider ist die Aktualisierung vielen deutschen Unternehmen unbekannt. Es ist  ein risikoreiches Unwissen, denn beim Fehlen der Angaben zur Kontaktperson drohen empfindliche Geldbußen. Verstößt das entsende Unternehmen gegen eine der Entsendevorschriften, droht ihm ein Bußgeld von bis zu 30.000 PLN.

Welche Funktion hat die Kontaktperson?

Die Kontaktperson ist Vermittler zwischen dem entsendenden Unternehmen
und der polnischen Arbeitsinspektion (Państwowa Inspekcja Pracy). Sie muss
während der Entsendedauer selbst physisch in Polen anwesend sein und hat
zwei Aufgaben:

  • Aufbewahrung der entsenderelevanten Unterlagen während der
    Entsendedauer zur Vorlage bei Kontrollen
  • Informationsvermittler zwischen Arbeitsinspektion und entsendendem
    Unternehmen

Welche Unterlagen muss die Kontaktperson mit sich führen?

  • Entsendevertrag oder eine andere arbeitsrechtliche Grundlage für den
    Auslandeinsatz
  • Arbeitszeitnachweis über die (an jedem Tag der Entsendedauer)
    abgeleisteten Arbeitsstunden (Bei der Arbeitszeit gilt ausschließlich
    polnisches Recht)
  • Nachweis über die Einhaltung des polnischen Mindestlohns
    (z. B. duch Überweisungsträger, etc.)

Wer bietet sich als Kontaktperson an?

Diese Kontaktperson kann der entsandte Mitarbeiter selbst sein, sofern er auf dem Anzeigeformular für die polnische Arbeitsinspektion als Kontaktperson bezeichnet worden ist. In diesem Zusammenhang kann es in der Praxis allerdings zu Kommunikationsschwierigkeiten kommen, da die Kommunikation entweder auf Polnisch (Regel) oder Englisch (Ausnahme) stattfindet.

Es kann auch eine externe Person als Kontaktperson zwischen dem entsendenden Unternehmen und der Arbeitsinspektion fungieren. Da die Person während des Entsendezeitraums in Polen anwesend sein muss, entscheiden sich viele Unternehmen dazu, die AHK Polen als Kontaktperson einzutragen.

Endet die Aufgabe der Kontaktperson mit dem Ende der Entsendung?

Die unternehmerischen Pflichten gegenüber der polnischen Arbeitsinspektion enden nicht mit der Rückkehr der Mitarbeiter ins heimische Unternehmen. Die neuen Regelungen legen dem Unternehmen eine Archivierungspflicht für die gegenständlichen Entsendeunterlagen von zwei Jahren auf. Das heißt, innerhalb dieses Zeitraumes kann die polnische Arbeitsinspektion die Vorlage der Unterlagen innerhalb einer Frist von 15 Werktagen einfordern.

Bei Fragen hilft Ihnen gerne Ihre Deutsch-Polnische Industrie- und Handelskammer weiter.

Ihre Ansprechpartnerin:

Frau Eliza Oknińska
Tel. +048 22 53 010 562
eokninska@ahk.pl 


Quelle: Newsletter Bayern Handwerk International