Estland, Lettland und Litauen wollen einen gemeinsamen Gasmarkt

Estland, Lettland und Litauen wollen einen gemeinsamen Gasmarkt

Riga (19.04.2017) tland, Lettland und Litauen wollen bis 2020 die Grundlagen für einen gemeinsamen Gasmarkt schaffen. Auch Finnland soll über Estland an das baltische Netz angeschlossen werden. Zudem wird eine litauisch-polnische Pipeline die baltischen Staaten an das westeuropäische Gasnetz anbinden. Deutsche Unternehmen können von Infrastrukturprojekten profitieren oder als Gasanbieter auftreten. Die Deutsch-Baltische Handelskammer informiert auf Gaskonferenzen über die Entwicklung.

In Estland, Lettland und Litauen soll bis 2020 ein gemeinsamer baltischer Gasmarkt entstehen. Bis dahin wollen die Regierungen der drei Länder einheitliche Marktregeln festlegen, ein Tarifsystem für den Gasaustausch bestimmen und die Verteilung der Speicherkosten regeln. Ein wichtiger Schritt dazu ist die Liberalisierung des Gasmarktes in Lettland, die seit dem 3.4.17 vollzogen ist.

Über die Entwicklung und Geschäftschancen informiert auch die Deutsch-Baltische Handelskammer: Am 11.4.17 und am 20.4.17 lädt sie zu Gaskonferenzen in Riga respektive in Vilnius ein (http://www.baltic-gas-conference.com). Die Auftaktveranstaltung in Tallinn hat im März 17 unter großem Interesse baltischer Unternehmen stattgefunden.

Großprojekte verbinden baltische Gasinfrastrukturen

Zwei wichtige Investitionen in Estland und Litauen prägen das zukünftige Gasnetz in den baltischen Staaten. Zum einen wird die "Gas Interconnection Poland-Lithuania" (GIPL) voraussichtlich ab Ende 2021 Litauen und Polen verbinden. Damit werden die baltischen Staaten, deren Gasnetz untereinander verbunden ist, erstmals an die westeuropäische Gasinfrastruktur angeschlossen sein.

Die mit EU-Mitteln geförderte Pipeline sollte ursprünglich bis 2019 fertiggestellt werden, allerdings verzögern Änderungen an der technischen Planung auf der polnischen Seite das Projekt. Gebaut werden sowohl die 534 km lange Pipeline als auch Kompressorstationen in Jauniunai (Litauen) und Holowczyce (Polen). An dem Projekt interessierte Unternehmen können sich an den litauischen Gasnetzbetreiber AB Amber Grid oder an Gas-System S.A. in Polen wenden. Nach Fertigstellung können über GIPL bei Maximalleistung jährlich etwa 27 TWh Gas in die baltischen Staaten oder 19 TWh nach Polen transportiert werden.

Das zweite bedeutende Investitionsprojekt ist die Balticconnector-Pipeline. Über diese wird Finnland via Estland an das europäischen Gasnetz angebunden. Etwa 75% der Investitionskosten von 250 Mio. Euro werden von der EU getragen und von Baltic Connector Oy (Finnland) und Elering AS (Estland) realisiert. Die technische Planung übernimmt das Ingenieurbüro ILF Consulting Engineers Polska Sp. z o.o. für die Onshore-Pipeline und die Kompressorstationen sowie in Kooperation mit der australischen Subsea Engineering Associates Pty Ltd für die Offshore-Pipeline. Wenn die Leitung voraussichtlich 2020 fertiggestellt wird, kann auch Finnland seine Gaslieferungen diversifizieren. An den baltischen Beratungen in der Regional Gas Market Coordination Group (RGMCG) nehmen ebenfalls finnische Vertreter teil. Denkbar ist daher, dass sich auch Finnland am baltischen Markt beteiligen könnte.

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