Deutsche Firmen bewerten Aussichten in Ungarn positiv

Deutsche Firmen bewerten Aussichten in Ungarn positiv

Budapest (21.04.2017) Die Lage der ungarischen Wirtschaft und die Aussichten für 2017 werden von den meisten im Land tätigen deutschen Unternehmen positiv und sogar besser eingeschätzt als im Vorjahr. Bei einigen Standortbedingungen hat sich die Bewertung verbessert, wenngleich es noch Defizite gibt. Zu einem immer größeren Problem wird der Fachkräftemangel. Das ergab die jüngste Umfrage der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer unter ihren Mitgliedsfirmen.

Laut der Anfang 2017 von der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer (DUIHK) unter rund 230 Unternehmen durchgeführten Umfrage wird die derzeitige Wirtschaftslage in Ungarn günstiger bewertet als in der Vorjahreserhebung. Die verbesserte Einschätzung bezieht sich dabei sowohl auf die Entwicklung der gesamten Wirtschaft als auch auf einzelne Branchen und auf die Geschäftslage der Unternehmen selbst. Zuversichtlich über ihre Lage zeigten sich dabei nicht nur Firmen mit einer hohen Exportquote, sondern auch Betriebe, die auf dem lokalen Markt tätig sind. Das deute auf eine steigende Inlandsnachfrage hin, schlussfolgert Dirk Wölfer, Bereichsleiter Kommunikation bei der DIUHK und Projektleiter der Konjunkturumfrage.

Mehr Investitionen in Ungarn

Die optimistische Stimmung führe zu mehr Beschäftigung und höheren Investitionen, betont DIUHK-Präsident Dale A. Martin. Vor allem große, für den Export produzierende Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes gaben an, ihre Investitionsausgaben aufstocken zu wollen. Auch das unternehmerische Umfeld habe sich laut der Umfrage verbessert. Merkliche Fortschritte wurden etwa in Bezug auf die öffentliche Verwaltung, das Steuersystem und die Rechtssicherheit verzeichnet. Keine Änderungen gab es dagegen bei der Bewertung der Korruption und Transparenz der öffentlichen Auftragsvergabe. In diesen Bereich herrsche bei den Unternehmen nach wie vor große Unzufriedenheit.

Fachkräftemangel ist enorm

Ein großes und zunehmendes Problem stellt ferner die Verfügbarkeit an qualifizierten Fachkräften dar. Hier hat sich die Lage akut verschlechtert. Wie ernst die Lage sei, habe selbst die Autoren der Umfrage überrascht, so Wölfer. Rund 75% der Befragten sind derzeit mit dem Angebot an Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt unzufrieden. Besonders gravierend sei das Problem im verarbeitenden Gewerbe. Der Mangel an qualifiziertem Personal bringt nicht nur den Firmen geschäftliche Nachteile und kann geplante Investitionen gefährden. Auch das Wirtschaftswachstum des Landes könne mittelfristig negativ beeinflusst werden, gibt DIUHK-Präsident Martin zu bedenken.

Attraktiver Investitionsstandort

Ungeachtet der noch bestehenden Probleme bewerten die befragten Unternehmen den Investitionsstandort Ungarn unverändert positiv. Der Anteil der Firmen, die ihre Investition wieder in dem Land tätigen würden, ist bei der diesjährigen Umfrage auf 81% (2015: 71%, 2016: 80%) gestiegen. Im Vergleich zu anderen Ländern Mittel- und Osteuropas belegt Ungarn als attraktiver Investitionsstandort allerdings nur einen Platz im Mittelfeld. Führend ist die Tschechische Republik, gefolgt von Polen und der Slowakei. Ungarn belegt in der Rangliste von 20 Ländern der Region den neunten Platz.

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