Bayerische Wirtschaft: Starke Beziehung zu Russland erneuert

Bayerische Wirtschaft: Starke Beziehung zu Russland erneuert

BIHK zur Russlandreise Seehofers


München (20.03.2017) - Eine positive Bilanz der Russlandreise einer bayerischen Delegation um Ministerpräsident Seehofer zieht der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK).

Starke Partnerschaft Russland - Bayern

„Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs hat Bayern eine starke Partnerschaft und Freundschaft mit Russland aufgebaut, die der Freistaat und die Unternehmen mit der Reise erfolgreich vertieft haben. Russland sieht uns als Wunschpartner in der EU und zählt auf die  verlässlichen und vertrauensvollen Beziehungen zu Bayern“, sagt BIHK-Präsident Eberhard Sasse. „Darauf lässt sich aufbauen. Durch den großen Modernisierungsbedarf in der russischen Wirtschaft ergeben sich hervorragende Perspektiven für Unternehmen aus dem Freistaat. Russland ist ein absoluter Zukunfts- und Wachstumsmarkt für Bayern“, so Sasse.

Die bayerische Wirtschaft werde Russland bei der marktwirtschaftlichen Entwicklung unterstützen. Dazu hat BIHK-Präsident Sasse Gespräche mit Vladimir Platonov, Präsident der Wirtschaftskammer Moskau, geführt. „Der für unseren Wirtschaftserfolg so wichtige Mittelstand fehlt in Russland. Die russischen Partner wollen deswegen den Erfahrungsaustausch mit uns vertiefen, unter anderem auch zu unserem dualen Ausbildungsmodell“, so Sasse weiter.

Bayerische Exporte leiden

Laut BIHK leiden die bayerischen Exporte nach Russland unter der schweren, seit 2013 andauernden Wirtschaftskrise im flächenmäßig größten Staat der Erde. Eine zusätzliche Belastung sind die seit August 2014 geltenden Sanktionen für potenziell militärisch einsetzbare Güter sowie Ausrüstungen für die Öl- und Gasindustrie. Die bayerische Wirtschaft steht den Sanktionen weiter skeptisch gegenüber, auch wenn ein vorzeitiges Ende der Strafmaßnahmen unrealistisch ist. „Die bisherigen Erfahrungen mit Sanktionen zeigen, dass sie meist nicht geeignet sind, die damit verbundenen politischen Ziele zu erreichen“, erklärt Sasse.

Störfaktoren im Russlandgeschäft

Seit 2012, als Bayern Waren im Wert von 4,6 Milliarden Euro nach Russland exportierte, ist  das Ausfuhrgeschäft um 44 Prozent zurückgegangen. 2016 betrug das Exportvolumen nur noch 2,6 Milliarden Euro. Dies entspricht allerdings einem Plus von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Deutsche Unternehmen nennen die Inflation, den schwachen Rubel und die russische Konjunkturschwäche deutlich vor den Sanktionen als Störfaktoren für ihr Russlandgeschäft. Von den Befragten rechnen 40 Prozent mit steigenden Exporten nach Russland, nur neun Prozent mit Rückgängen, so eine aktuelle Umfrage der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer. Wichtigste Exportgüter Bayerns nach Russland sind Kraftfahrzeuge, Maschinen und Elektrotechnik.