Unternehmerisches Umfeld in Russland massiv eingetrübt

Unternehmerisches Umfeld in Russland massiv eingetrübt

Berlin (22.02.2016) - Wirtschaftskrise und Sanktionen machen den deutschen Unternehmen in Russland zu schaffen. Das belegt die 13. Umfrage der Deutschen Auslandshandelskammer (AHK) Russland und des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft.

Die AHK hatte insgesamt 152 in Russland ansässige deutsche Unternehmen gefragt, wie sie die Situation des Gastlandes, ihre eigene Geschäftsentwicklung und die Auswirkungen der Wirtschaftssanktionen bewerten. In diesem Jahr standen zudem Fragen nach der Eurasischen Wirtschaftsunion und der künftigen außenwirtschaftlichen Orientierung Russlands im Mittelpunkt.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • 94 Prozent der Umfrageteilnehmer – und damit mehr als je zuvor – beurteilen die Wirtschaftsentwicklung in Russland negativ oder leicht negativ. Auch die Situation der Betriebe selbst bleibt schwierig: 38 Prozent bezeichneten die eigene Geschäftslage als schlecht, 46 Prozent als befriedigend.
  • Die wirtschaftlichen Aussichten beeinträchtigen die Einstellungsbereitschaft und die Investitionspläne der Unternehmen. Dennoch wollen drei Viertel von ihnen ihr Engagement in Russland beibehalten oder sogar ausbauen.
  • Aus Sicht der Betriebe sind Bürokratie und Korruptionsbekämpfung weiterhin die größten Reformbaustellen in Russland.
  • Für ein Engagement in Russland sprechen der Erhebung zufolge dagegen das Konsumverhalten, die geringe Besteuerung und die Wachstums- und Gewinnchancen.
  • Die große Mehrheit der befragten Unternehmen (88 Prozent) votiert für eine sofortige oder schrittweise Aufhebung der Wirtschaftssanktionen. Deren Auswirkungen sind insbesondere auf dem Finanzmarkt zu spüren.
  • Weniger Befragte als im Vorjahr befürchten eine Abwendung Russlands Richtung Asien.

Die Umfrage "Geschäftsklima Russland 2016" mit zahlreichen Infografiken finden Sie hier zum Download.