Kommission fordert bessere Mehrwertsteuererhebung von den Mitgliedstaaten

Kommission fordert bessere Mehrwertsteuererhebung von den Mitgliedstaaten

Nürnberg (17.02.2016) - Wie die Europäische Kommission bereits im Herbst 2015 mitteilte, gibt es in den Mitgliedsstaaten der EU eine eklatante Mehrwertsteuerlücke. Alleine in Deutschland habe es laut Pressemeldung der EU Kommissioneine Lücke von knapp 23 Mrd. Euro gegeben.

Ganz oben auf der Tagesordnung müsse stehen, gegen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug vorzugehen, sagt der EU-Wirtschafts- und Währungskommissar, Pierre Moscovici.

Wortlaut der Meldung der Europäischen Kommission:

Bei der Erhebung der Mehrwertsteuer konnten die Mitgliedstaaten keine signifikanten Verbesserungen erzielen. Das geht aus den neuesten Zahlen, die die Europäische Kommission veröffentlicht hat, hervor.

Die Mehrwertsteuer-Erhebungsdaten des Jahres 2013 zeigen, dass sich die Differenz zwischen den erwarteten MwSt-Einnahmen und dem tatsächlich erhobenen Betrag (die so genannte "Mehrwertsteuerlücke") gegenüber 2012 nicht verbessert hat. In 15 Mitgliedstaaten, unter anderem in Lettland, Malta und der Slowakei, ist zwar eine Verbesserung erkennbar, doch haben sich die Zahlen in 11 Mitgliedstaaten, darunter Estland und Polen, verschlechtert.

In dem Bericht wird der entgangene Mehrwertsteuerbetrag für die EU insgesamt auf 168 Mrd. EUR geschätzt. Dies entspricht für die 26 erfassten Mitgliedstaaten einem Einnahmenverlust von 15,2 % und ist auf Betrug und Steuerhinterziehung, Steuerumgehung, Insolvenz, Zahlungsunfähigkeit sowie Fehlkalkulationen zurückzuführen. (…)

Der neue Bericht zur Mehrwertsteuerlücke enthält nicht nur detaillierte Angaben zur Differenz zwischen dem Mehrwertsteuerbetrag, der theoretisch einbringbar ist, und dem Mehrwertsteuerbetrag, der 2013 von den Mitgliedstaaten tatsächlich eingezogen wurde, sondern ermöglicht auch einzuschätzen, wie wirksam die Durchsetzungs- und Einhaltungsmaßnahmen im Bereich der Mehrwertsteuer sind. Des Weiteren werden die wichtigsten Trends bei der Mehrwertsteuererhebung aufgezeigt, und es wird analysiert, wie sich das Wirtschaftsklima und politische Entscheidungen auf die Mehrwertsteuer-Einnahmen ausgewirkt haben.

Im Jahr 2013 lagen die geschätzten Mehrwertsteuerlücken der Mitgliedstaaten zwischen 4% (Finnland, Niederlande und Schweden) und 41% (Rumänien).

Quelle: Newsletter Bayern Handwerk International