Georgien setzt auf nachhaltiges Abfallmanagement

Georgien setzt auf nachhaltiges Abfallmanagement

Tiflis (22.03.2016) Ein modernes Abfallmanagement steckt in der Kaukasusrepublik Georgien noch in den Kinderschuhen. Erste wichtige Schritte für den Aufbau einer nachhaltigen Abfallwirtschaft hat das Land jedoch vollzogen. Die praktische Umsetzung verschiedener international finanzierter Projekte ist angelaufen. 2016 und 2017 werden insgesamt etwa 30 Millionen bis 45 Millionen US-Dollar in den Sektor investiert.

Mit Unterstützung ausländischer Geber will das Land in den kommenden Jahren moderne regionale Deponien errichten, umweltschonende Müllumladestationen aufbauen, in neue Müllcontainer und -fahrzeuge investieren sowie kleinere Projekte in der Mülltrennung, -behandlung, -aufbereitung und -verarbeitung umsetzen. Die alten umweltschädlichen Deponien und wilden Müllkippen sollen geschlossen beziehungsweise rekultiviert werden. Marktkenner geben den Kapitalbedarf für diese Projekte bis 2025 mit mindestens 170 Mio. US$ an.

Abfallentsorgung hat immensen Nachholbedarf

Georgien ist von einer nachhaltigen Abfallentsorgung noch weit entfernt. Abfälle werden größtenteils organisiert oder unorganisiert und unbehandelt in der Landschaft abgeladen. Die meisten der offiziellen 56 Mülldeponien, ganz zu schweigen von den zahlreichen wilden Kippen, verfügen weder über eine Bodenisolierung noch über Sickerwasserdränagen zum Schutz des Grundwassers. Der etwa hälftig aus faulendem organischen Abfall bestehende Müll setzt große Mengen des Treibhausgases Methan frei. Gestank und Brände sind die Folgen. Viele Deponien sind in der Nähe fließender Gewässer oder grenzen direkt an Flüsse und Siedlungen. An den Deponien gibt es keine Recyclinghöfe für verwertbare Werkstoffpartikel und Problemabfälle. Wenige Deponien gelten als umweltfreundlich (Tiflis, Rustavi und Borjomi). Regelmäßig werden Siedlungsabfälle nur in großen Städten und Landkreiszentren eingesammelt.

Die Ausgangsbasis für ein flächendeckendes modernes Abfallmanagement ist somit alles andere als einfach. Hinderlich sind auch eine fehlende Abfallstrategie, ein bislang lückenhafter Rechtsrahmen für die Abfallverwertung sowie unzulängliche Statistiken und Informationen zur Abfallwirtschaft.

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