Frankreich: Gesetzliche Änderungen im Arbeitsrecht, Verwaltung und Umwelt

Frankreich: Gesetzliche Änderungen im Arbeitsrecht, Verwaltung und Umwelt

Nürnberg (04.02.2016) - Immer zum Jahreswechsel gibt es in Frankreich Änderungen, die auch die Niederlassungen deutscher Unternehmen in Frankreich oder Deutsche, die in Frankreich arbeiten, betreffen.

Folgendes hat sich zum 1.1.2016 geändert:

Brutto-Mindestgehalt
Anhebung des Brutto-Mindestgehalts (SMIC) von 9,61 EUR/Std. auf 9,67 EUR/Std., das entspricht 1.466,62 EUR brutto pro Monat auf Basis der 35 Std.-Woche.


Beschäftigungsprämie (Prime d’activité)
5,6 Mio. Franzosen (4 Mio. Haushalte) profitieren von der Prime d’activité, die aus den beiden vorher existierenden Prämien prime d’emploi und RSA activité entstanden ist. Bis zu 10% des Gehalts können als Prämie zum Gehalt hinzukommen, wenn es sich um besonders niedrige Gehälter handelt. Der Antrag auf eine Beschäftigungsprämie muss vom Arbeitnehmer bei der für ihn zuständigen Familienbeihilfenkasse Caf gestellt werden. Diese monatlichen Prämien hängen vom Haushaltseinkommen der letzten drei Monate ab. Anspruch haben Personen unter 25 Jahre, die im Arbeitsprozess stehen und in einem Haushalt leben, dessen Einkommen je nach Familiensituation max. 1.500 (Einpersonen-Haushalt) bis 2.900 EUR brutto (Haushalt mit 2 Erwachsenen und 2 Kindern) erreicht.


Obligatorische Zusatzkrankenversicherung (complémentaire santé)
Inkrafttreten der obligatorischen Zusatzkrankenversicherung (complémentaire santé) für Mitarbeiter in Frankreich. Diese Verpflichtung gilt auch für Mitarbeiter, die zwar direkt bei einer deutschen Firma angestellt sind, aber in Frankreich arbeiten (franz. Arbeitsrecht zwingend). Unternehmen und Mitarbeiter bezahlen je 50% der Versicherungskosten.


Fahrtkostenvergütung für Radfahrer
Arbeitnehmer, die mit dem Fahrrad in die Arbeit fahren, können bis zu 200 EUR/Jahr steuer- und abgabenfrei als Fahrtkostenvergütung erhalten.


Neueinteilung der französischen Regionen
Aufgrund der Fusionen einzelner Regionen gibt es seit diesem Jahr nur noch 13 anstelle von 22 Regionen.


Metropole Grand Paris
Schaffung der Metropole Grand Paris, einer öffentlichen Körperschaft mit 151 Gemeinden.


Treibstoff
Die Steuern auf Diesel steigen um 3,5 ct/l, jene auf Benzin 95 um 2 ct/l.


Neue Posttarife
Die Tarife für Briefsendungen wurden für einfache Sendungen von 68 auf 70 ct und bei Expressbriefen von 76 auf 80 ct angehoben.


Neue Taxitarife
Die Fahrgastannahme beträgt frankreichweit einheitlich 3,83 EUR danach 1,05 EUR/km (Paris 1,06 EUR/km) bzw. 35,26 EUR/Std. Wartezeit (Paris 35,43 EUR).

Verzugszinsen
Der für die Berechnung von Verzugszinsen herangezogene gesetzliche Zinssatz (taux d’intérêt légal) wurde für das 1. Halbjahr 2016 wie folgt festgelegt:
  • bei Forderungen an Privatpersonen: 4,54%
  • bei Forderungen unter Geschäftsleuten: 1,01%
Alle Angaben ohne Gewähr.
Quelle: WKÖ-Newsletter (Meldung), Außenwirtschaftsnachrichten online | Ausgabe 2/2016