Einheitlicher Datenschutz im Internet

Einheitlicher Datenschutz im Internet

Brüssel (03.03.2016) - Die EU-Kommission hat sich nach langen Verhandlungen mit Vertretern von EU-Staaten und dem Europaparlament auf einen Kompromiss über einheitliche Datenschutzregeln für Internet-Nutzer verständigt, der im Fall von Verstößen hohe Strafen gegen Internetkonzerne vorsieht.

Mit dem sog. Recht auf Vergessen sollen Internet-Nutzer die Möglichkeit erhalten, Informationen über sich wieder löschen zu lassen und damit mehr Kontrolle über ihre persönlichen Daten bekommen. Für Internetkonzerne wird es striktere Regeln über die Weiterverwendung von Nutzerdaten geben, für die sie eine explizite Einwilligung benötigen. Verwaltet ein Unternehmen große Datenmengen, soll ein Datenschutzbeauftragter die Einhaltung der Vorschriften überwachen.

Für Unternehmen bedeutet die Verordnung auch mehr Rechtssicherheit und weniger Bürokratie. Konzerne müssen sich künftig durch das "one-stop-shop"-Prinzip nur noch an die Datenschutzbehörde wenden, in deren Land sich ihre europäische Firmenzentrale befindet. Anbieter von Waren oder Dienstleistungen in der EU müssen das EU-Datenschutzrecht beachten, unabhängig vom Standort ihres Servers. Damit sollen faire Wettbewerbsverhältnisse zwischen hiesigen Telekommunikations- und großen Internetunternehmen aus Übersee geschaffen werden.

Die neue EU-Verordnung wird voraussichtlich 2018 in Kraft treten.

Quelle: Zentralverband des deutschen Handwerks ZDH