Chinesische Konsumenten kaufen Teures gerne im Ausland

Chinesische Konsumenten kaufen Teures gerne im Ausland

Bonn (28.03.2016) - Chinesische Käufer generieren inzwischen rund die Hälfte des weltweiten Absatzes mit Luxusgütern. Nach Angaben von Germany Trade & Invest (gtai) entfällt etwa die Hälfte der chinesischen Luxuswareneinkäufe weltweit inzwischen auf chinesische Käufer.

Das Gros davon wird auf Auslandsreisen getätigt. Tatsächlich sind aufgrund von Zoll- und Steuerzuschlägen, Handelsaufschlägen und weiteren Kosten viele Konsumwaren in China etwa um die Hälfte teurer als in anderen Ländern. Darüber hinaus sind Käufe im Ausland deutlich unverfänglicher als unter den Argusaugen der inländischen Antikorruptionswächter.

Mit 66,4% trug der Binnenkonsum in der VR China 2015 deutlich mehr zum Wachstum des Bruttoinlandsproduktes bei als noch im Vorjahr (51,2%). Trotzdem will der inländische Verbrauch nicht in dem Maße anspringen, wie es sich die Regierung wünscht. Ein gewisser Dorn im Auge ist der chinesischen Regierung deshalb der florierende Auslandskonsum. Denn nach Berechnungen der Chinese Academy of International Trade and Economic Cooperation würde der chinesische Einzelhandelsumsatz um mindestens einen Prozentpunkt höher ausfallen, wenn ein Drittel der Auslandsausgaben auf das Inland entfallen würde.

Allerdings ist der Kauf der begehrten Markenprodukte in China nicht sehr attraktiv, da diese vor Ort meist deutlich teurer sind und überdies stets die Unsicherheit mitschwingt, einer Fälschung aufzusitzen oder einen Artikel von minderer Qualität zu erwerben. Einer Studie der China Chamber of International Commerce über 37 hochpreisige Konsumwaren (Uhren, Elektronik, Wein, Kleidung, Koffer, Handtaschen) zufolge kosteten diese 2015 in China zwischen 40 und 68% mehr als in den USA, Frankreich oder Deutschland.

Hinzu kommt der Druck, der aus der seit Dezember 2012 laufenden Antikorruptionskampagne erwächst. Zwar erfolgt der Verkauf von Luxuswaren keineswegs immer mit öffentlichen Mitteln oder für öffentliche Amtsträger, trotzdem weichen viele potenzielle Käufer jetzt lieber auf das unverfänglichere Ausland aus.

Chinesische Auslandskaufkraft stark gestiegen

Nach einer Einschätzung der Fortune Character Group entfiel nicht zuletzt deshalb 2015 knapp die Hälfte (46%) aller Verkäufe im Luxuswarensegment weltweit auf chinesische Konsumenten. Insgesamt hätten diese 1,2 Bill. Renminbi Yuan (RMB; circa 166 Mrd. Euro; 1 Euro = rund 7,21 RMB) im Ausland ausgegeben. Dabei kamen etwa 63% auf Luxusgüter wie Handtaschen, Kosmetika oder tragbare Elektronikartikel. Das chinesische Finanzministerium (MOF) geht davon aus, dass die Auslandskaufkraft der Chinesen zwischen 2005 und 2015 jedes Jahr im Schnitt um 27,8% gestiegen ist. Nach offiziellen Zahlen sind 2015 über 120 Mio. Chinesen ins Ausland gereist.

Hier finden Sie den kompletten Artikel von gtai.

Quelle: gtai Newsletter