Chinas Konsumgüterimporte steigen weiter

Chinas Konsumgüterimporte steigen weiter

Bonn - (23.03.2016) - Großer Anstieg von privaten grenzüberschreitenden Onlinekäufen / Deutsche Waren unterrepräsentiert: Trotz abflachender Wirtschaftsentwicklung scheinen die Importe von Konsumgütern in die VR China weiter zu florieren.

NAch Angaben von Germany Trade & Invest (gtai) legen besonders die privaten Onlinebestellungen stark zu. Deutsche Konsumprodukte sind mit einzelnen Marken respektive in einzelnen Segmenten sehr gut vertreten, schöpfen aber insgesamt ihre Möglichkeiten zu wenig aus. Marktpräsenz ist ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg, wobei gerade die jüngere Generation zunehmend von der Qualität deutscher Marken überzeugt werden will.

Laut den Statistiken des chinesischen Zolls stiegen die Konsumgüterimporte in die VR China 2014 um 14,9%. Zugleich legten die Einfuhren insgesamt nur um 1% zu. Konsumgüter besitzen einen Anteil am Gesamtimport von rund 8%. Noch deutlich stärker expandieren derweil die vom Zoll bislang nur schwer zu erfassenden privaten Onlinebestellungen ("haitao"). Das China E-Commerce Research Center prognostiziert für 2018 private Onlinebestellungen im Ausland in Höhe von 1 Bill. Renminbi Yuan (RMB; rund 138 Mrd. Euro; 1 Euro = circa 7,22 RMB; Stand: 14.3.16); 2014 hatten nur etwa 18 Mio. Netznutzer für rund 140 Mrd. RMB im Ausland eingekauft.

Dabei lassen die zunehmende Urbanisierung und die relativ hohe Bevölkerungsdichte die Logistik ökonomisch rentabel werden. Hinzu kommt der Smartphone-Boom, welcher den Internethandel ständig verfügbar macht. Insbesondere Amazon hat 2015 seine Dienstleistungen in der VR China stark ausgeweitet. Die heimischen großen "haitao"-Anbieter sind Alibaba und 360buy. Nach Informationen des Online-Bezahlunternehmens PayPal kauften 2015 rund 35% der chinesischen Online-Shopper Waren aus dem Ausland und bezahlten diese in 41% der Fälle mit ihrem Mobiltelefon.

Trotz der vielfach eher abschätzigen und der nicht selten - speziell im Lebensmittelbereich - von Misstrauen geprägten Haltung gegenüber lokalen Erzeugnissen ist insbesondere bei den Chinesen der jüngeren Generation eine geringere Affinität zu ausländischen Marken erkennbar. Insbesondere bei Kosmetik, Kleidung und Verbraucherelektronik würden viel stärker lokale Marken akzeptiert als zuvor, und auch in anderen Segmenten laufen heimische Erzeugnisse den ausländischen schrittweise den Rang ab.

Deutsche Konsummarken müssen sich mehr anstrengen

Wie die jüngste - wenn auch wohl eher parteiische - Chnbrand-Studie ("2016 China Net Promoter Score; 2016 C-NPS) ergab, waren unter den mit der höchsten Punktzahl ausgezeichneten Marken aus 139 Kategorien 62,6% lokaler Provenienz - 4,5 Prozentpunkte (Pp) mehr als im Vorjahr. Im Servicesektor waren es sogar 86,8% - ein Plus von 7,8 Pp. Zu den in der Verbrauchergunst am höchsten stehenden Marken zählen beispielsweise "Snow" (Bier), "Haier" (Waschmaschinen), "Joyoung" (Saftpressen), "eLong" (Online-Tourismus) oder "ZJS Express" (Kurierdienst).

Hier finden Sie den kompletten Artikel von gtai.

Quelle: gtai-Newletter