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Wachsender Markt für Augenoptik in Kolumbien

Wachsender Markt für Augenoptik in Kolumbien

Bogotá (26.2.2015) - Kolumbien bietet mit fast 50 Millionen Einwohnern einen großen Absatzmarkt für Augenoptik. Steigende Einkommen sorgen dafür, dass nicht mehr nur die Oberschicht als Kunden in Frage kommt. Der Onlinehandel steckt noch in den Kinderschuhen, die meisten Verkäufe finden beim traditionellen Optiker statt. Durch das EU-Kolumbien Handelsabkommen haben deutsche Produkte Zollvorteile. Besonders stark ist Deutschland bei der Lieferung von augenärztlichen Geräten.

Kolumbien ist hinter Brasilien der zweitgrößten Binnenmarkt Lateinamerikas. Gemäß der letzten Gesundheitsumfrage der Regierung aus dem Jahr 2010 haben 16,3 Prozent der Kolumbianer eine Sehschwäche. Nach Einschätzung des Branchenriesen Essilor verwendet in Kolumbien jedoch nur eine von drei Personen mit Sehbehinderung eine Sehhilfe.

Kolumbiens Bevölkerung ist jung, Experten erwarten jedoch eine langsame Veränderung der demographischen Pyramide hin zu einer älteren Bevölkerung, was auch den Bedarf an Augenoptik zukünftig antreiben wird. Hinzu kommen steigende Einkommen und ein verstärkter Gebrauch von PCs und Smartphones.

Allerdings kommt in Kolumbien aufgrund eines der weltweit höchsten Einkommensgefälle hauptsächlich die kaufkräftige Oberschicht und zunehmend auch die Mittelschicht als Abnehmer von Augenoptik in Frage. Nach der kolumbianischen Einteilung in sechs Sozialschichten ("estratos") gehören 36,5 Prozent der Bevölkerung - also rund 17,5 Millionen Personen - zur Ober- und Mittelschicht (estratos drei bis sechs). Diese leben hauptsächlich in den Großstädten mit über 1 Million Einwohner Bogotá, Medellín, Cali, Barranquilla und Cartagena.

Generell sind Schönheit und Mode wichtige Attribute in der kolumbianischen Kultur und es wird entsprechend Geld dafür ausgegeben. Dies spiegelt sich auch im Brillensegment wieder, wo besondere Aufmerksamkeit dem Design gilt. Ebenso bevorzugen vor allem Frauen Kontaktlinsen oder tragen ihre Brille nur bei der Arbeit. Laut der Firma Essilor gibt es für Gleitsichtgläser und Antireflex-Brillen noch großes Potenzial.

Traditionelle Verkaufskanäle vorherrschend

Der Onlinehandel ist in Kolumbien noch nicht weit verbreitet, da Kolumbianer ihm eher mit Misstrauen gegenübertreten und nur wenige eine Kreditkarte besitzen. Der Großteil der Verkäufe von Augenoptik findet daher über traditionelle Optiker statt. In kolumbianischen Großstädten konzentrieren sich diese typischerweise auf bestimmte Straßen, so ballen sich in Bogotá die Optiker auf der Calle 19 im Zentrum. Dort erwecken deutsche Namen beim Kunden anscheinend besonderes Vertrauen, so gibt es eine Óptica Alemana, eine Óptica Berlín und eine Óptica Múnich. Inzwischen sind die großen Optikerketten auch in Shoppingmalls vertreten, deren Anzahl rasant zunimmt.

Die VR China war 2013 das wichtigste Lieferland von Augenoptik und sonstigen optischen Geräten nach Kolumbien mit einem Anteil von 36,6 Prozent an den Importen. Deutschland hatte 2013 einen Anteil von 2,8 Prozent an den Lieferungen. Der deutsche Anteil war besonders hoch bei anderen augenärztlichen Instrumenten, Apparaten und Geräten (HS 901850) mit 18,6 Prozent.

Dank des Handelsabkommens zwischen Kolumbien und der EU, welches im August 2013 vorläufig in Kraft trat, ist der Zoll für Augenoptik und optischen Geräten aus Deutschland bereits abgeschafft oder wird in den nächsten Jahren schrittweise auf null gesenkt. Damit haben deutsche Firmen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz aus Asien. Mit den USA und Mexiko hat Kolumbien bereits ähnliche Handelsabkommen abgeschlossen.

Vom 14. bis 16.8.15 findet in Medellín der erste Weltkongress der Optometrie statt, welcher gemeinsam vom World Council of Optometry und dem kolumbianischen Optikerverband Fedopto organisiert wird. Zeitgleich findet laut Fedopto die Messe Visual Health Fair statt, welche eine gute Bühne zur Vorstellung deutscher Produkte sein könnte. Nähere Informationen liefert die Deutsch-Kolumbianische Industrie- und Handelskammer.

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(Quelle: GTAI)