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Polen: Keine Angst vorm (Steuer-) Formular IFT-2R

Polen: Keine Angst vorm (Steuer-) Formular IFT-2R

Bonn/Warschau (3.8.2015) - Seitdem sich die Leistungserbringung durch deutsche Unternehmer auch immer mehr in Richtung Polen ausrichtet, werden hiesige Unternehmen mit den dortigen Steuerformalitäten konfrontiert. Doch was manchem die Angst vor weiterer Bürokratie in die Glieder fahren lässt, entpuppt sich häufig als harmlos - zumindest für die deutsche Seite.

In der täglichen Unternehmenspraxis kommt immer häufiger die Frage auf "Was will mir mein polnischer Geschäftspartner mit dem übersandten (Steuer-) Formular IFT-2R mitteilen?"

Nun, diese Frage stellt sich prinzipiell ein deutscher Unternehmer, der in Polen eine bestimmte Leistung erbracht hat. Obwohl in der Vergangenheit in der Regel davon ausgegangen werden konnte, dass eher ein polnisches Unternehmen für seinen deutschen Geschäftspartner Leistungen westlich der Oder erbringen wird, wandelt sich dieses Bild seit einigen Jahren. Der Wirtschaftsaufschwung, den Polen seit seinem Beitritt zur Europäischen Union erlebt, die Attraktivität als Investitionsstandort und der Hunger nach verlässlichen Partnern und guter Qualität hat den Fluss des lukrativen Geschäftsverkehrs zwischen Deutschland und Polen auch nach Osten gelenkt.

Um kleine Missverständnisse aus dem Weg zu räumen und einen Beitrag zur Klarheit im grenzüberschreitenden Geschäftsverkehr zwischen Deutschland und Polen zu leisten, soll der folgende Artikel dem deutschen Unternehmer die Bedeutung des Steuerformulars IFT-2R näher bringen und die Frage beantworten, warum dieses an den hiesigen Unternehmer gesendet wird.

Erste Frage: Was hat es mit dem Steuerformular IFT-2R auf sich?

Die Bezeichnung IFT bezieht sich auf Informationen über die Höhe des Einkommens, welches durch einkommensteuerpflichtige juristische Personen erzielt worden ist, die ihren Geschäfts- oder Verwaltungssitz außerhalb Polens haben. Gemeint ist, dass in dem Formular Angaben darüber gemacht werden, in welcher Höhe Zahlungen seitens eines polnischen Unternehmens, das den Vorschriften des polnischen Körperschaftsteuergesetzes unterliegt, an einen ausländischen Unternehmer (zum Beispiel an eine deutsche GmbH) geleistet worden sind.

Die Zahlung stellt dabei naturgemäß einen steuerpflichtigen Vorgang dar, der auf Seiten des polnischen Leistungsempfängers die Notwendigkeit der Quellensteuer-Abrechnung hervorruft. Für diese Quellensteuer gelten dabei pauschale Steuersätze in Höhe von 20 Prozent, 19 Prozent und 10 Prozent der Einkünfte in Abhängigkeit von der Art der Leistung, wobei diese durch den polnischen Leistungsempfänger im Augenblick der Bezahlung des deutschen Leistungserbringers einbehalten wird.

Innerhalb von sieben Tagen nach Zahlung muss der polnische Unternehmer dann den Steuerbetrag bei dem zuständigen Finanzamt in Polen abführen.

Zweite Frage: Welche Pflichten hat der polnische Unternehmer gegenüber dem deutschen Geschäftspartner?

In erster Linie ist der polnische Unternehmer dazu verpflichtet, seinem deutschen Gegenüber die gleichen Informationen zu übermitteln, wie dem zuständigen polnischen Finanzamt. Dies bedeutet, dass der deutsche Unternehmer eine eigene Ausfertigung des Steuerformulars IFT-2R erhält. Die Pflicht zur Erstellung des Formulars obliegt im Übrigen gegenüber jedem einzelnen ausländischen Unternehmer, der von dem polnischen Leistungsempfänger ein Entgelt erhalten hat und wo die Quellensteuer einbehalten und abgeführt wurde.

Dritte Frage: Für welche Leistungen kann ein polnischer Unternehmer die Quellensteuer einbehalten?

Die Quellensteuer kann nur in den Fällen des Artikels 21 Absatz 1 und des Artikels 22 Absatz 1 des polnischen Körperschaftsteuergesetzes einbehalten werden. Hierzu zählen insbesondere:

- Dienstleistungen im Bereich der Beratung, Buchhaltung, Rechtsberatung, Werbung, Personaldienstleistung;

- Überlassung von Urheberrechten und damit verwandter Rechtsgebiete;

- Nutzung von Industriegegenständen.

Darüber hinaus wird die Quellensteuer auch auf ausgezahlte Zinsen und Dividenden einbehalten.

Fazit

Aus deutscher Sicht bedeutet die Übersendung des Steuerformulars IFT-2R nichts anderes, als dass der polnische Unternehmer seinen gesetzlich vorgeschriebenen Erklärungspflichten gegenüber dem deutschen Unternehmer nachkommt.

Die komplette Meldung inklusive weiterer Links finden Sie hier.

(Quelle: GTAI)