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Pakistan braucht mehr Medizintechnik

Pakistan braucht mehr Medizintechnik

Islamabad (14.4.2015) - Chancen für deutsche Anbieter von Medizintechnik bieten sich in Pakistan, wo man sich auf eine steigende Nachfrage einrichtet. Die Regierung tue absehbar mehr gegen die gravierenden Mängel im Gesundheitswesen, die das Land auch im regionalen Vergleich schlecht dastehen lassen.

Mehr Geld ins System könnte ein Ausbau des Versicherungswesens bringen. Heute bezahlen die Patienten ihre Ausgaben meist aus eigener Tasche. Die deutschen Medizintechnik-Exporte nach Pakistan stiegen zuletzt kräftig.

Die Behörden gehen die Defizite im Sektor absehbar entschlossener an, was besonders dem großen armen und schlecht versorgten Teil der Bevölkerung zugutekommen dürfte. Gleichzeitig gebe es mehr medizinische Nachfrage von Seiten wohlhabenderer Pakistani, die wegen Visaerschwernissen nicht mehr so leicht ins Ausland reisen könnten.

Bei den Investitionen geht es eher um Erweiterungen und Modernisierungen als um den Bau großer neuer Krankenhäuser. Diese wollen die Zahl ihrer Betten deutlich aufstocken, auch Geräte wie Computertomographen und andere bildgebende Systeme sollen angeschafft werden. Die gesamten öffentliche Gesundheitsausgaben sind nach einem Tiefpunkt von 42 Milliarden Pakistanischen Rupien (pR) laut Budgetplanung im Fiskaljahr 2013/14 immerhin wieder auf 102 Milliarden Rupien (rund 1 Milliarde US-Dollar) gestiegen. Um das Gesundheitswesen kümmern sich staatlicherseits hauptsächlich die Provinzen und nachgeordnete Behörden. Öffentliche Beschaffungen werden ausgeschrieben über die Public Procurement Regulatory Authority (http://www.ppra.org.pk).

Ausschreibungen durch KfW

Wichtigster bilateraler Geber unter den ausländischen Entwicklungsorganisationen dürfte USAID sein. Die Agentur weist für die fünf Jahre bis September 2014 eine Unterstützung des pakistanischen Gesundheitswesens durch insgesamt 236 Millionen US-Dollar aus. Die deutsche KfW Entwicklungsbank bezuschusst den Sektor mit jährlich rund 10 Millionen Euro. Rund ein Drittel davon fließt in die Beschaffung von Technik. In der Provinz Azad, Jammu, Kashmir unterstützt die KfW den Wiederaufbau von Einrichtungen nach dem Erdbeben von 2005. Dort sind drei Krankenhäuser in Muzaffarabad, Bagh und Kahuta im Bau. Eine zweite, mit 8 Mio. Euro finanzierte Projektphase plant die Ausstattung dieser Häuser und den Wiederaufbau eines Hospitals in Muzaffarabad. Die Beschaffung der medizinischen Ausrüstung mit einem Budget von rund 2,5 Millionen Euro soll Ende 2015 ausgeschrieben werden (Kontakt: andrea.godon@kfw.de).

Die Kfw wundert sich über geringes Interesse deutscher Firmen an ihren Ausschreibungen, die auch die Beschaffung und Wartung teurer Geräte wie Kernspintomografen umfasst. Den Zuschlag sicherten sich meist pakistanische Handelshäuser mit Produkten verschiedener Hersteller. Zum Zuge kam in den letzten Jahren demnach Technik auch von GE, aber von keiner deutschen Firma - obwohl die pakistanischen Nutzer oft ausdrücklich deutsche Produkte wünschten. Die KfW schreibt international aus und veröffentlicht die Tender auf der Plattform http://www.gtai.de. Daneben berät die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit pakistanische Behörden bei der Entwicklung des Gesundheitssystems und unterstützt sie bei den Themen reproduktive Gesundheit und Familienplanung.

Deutsche Medizintechnik-Exporte gestiegen

Hersteller von Medizintechnik in Deutschland steigerten ihre Lieferungen nach Pakistan 2014 laut Eurostat um 23 Prozent auf 26,6 Millionen Euro. Auch die Branchenexporte aus anderen EU-Ländern legten zu, während die USA ihre einmal dominante Stellung bei elektrodiagnostischen und radiologischen Geräten noch nicht wieder ganz einnehmen konnten. Deutsche Anbieter verkaufen ihre Produkte vorwiegend über pakistanische Handelshäuser. Eine Ausnahme ist Siemens. Khurram Jameel, Chef von Siemens Healthcare Pakistan & Afghanistan in Lahore, sieht sein Unternehmen als einzigen der "Big Player" seiner Branche mit Direktvertrieb im Land.

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(Quelle: GTAI)