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Japan muss mehr in Cyber-Sicherheit investieren

Japan muss mehr in Cyber-Sicherheit investieren

Tokio (11.2.2015) - Das Thema IoT ("Internet of Things") oder unter dem Begriff Industrie 4.0 zusammengefasste Industrieprozesse beschäftigen längst auch die japanische Wirtschaft. Die Regierung misst dem Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie sehr hohe Priorität bei. In diesem Zusammenhang kam bislang der Themenkomplex der Computer- und Netzsicherheit zu kurz. In diesem Bereich dürfte in Zukunft sehr viel investiert und kooperiert werden.

Das wachsende Geschäftsfeld der Cyber-Sicherheit wurde in Japan in der Vergangenheit vernachlässigt. Nicht zuletzt auf Grund des derzeitigen Informationsaustausches in Sachen Industrie 4.0 und "Internet of Things" (IoT) wird die Dringlichkeit immer größer, in diese Bereiche zu investieren. Dazu gehört vor allem auch die Notwendigkeit, das lokal verfügbare Know-how zu erhöhen. Daher wird dieser Themenbereich auch immer öfter als wichtige Plattform für mögliche internationale Kooperationen genannt.

Im Jahr 2014 fasste die Regierung einen Teil ihrer IT-bezogenen Ambitionen sowie die damit verbundenen sicherheitstechnischen Voraussetzungen unter dem Schlagwort "Digital Nippon 2014" zusammen. Im Vordergrund steht dabei die Vision der Regierung, Japan bis zum Jahr 2020 zu einer der weltweit fortschrittlichsten IT-Nationen zu formen. Dabei wird der IT-Sicherheit eine sehr große Bedeutung beigemessen. Verschiedene Herausforderungen warten auf den Sektor bis 2020, wenn in Tokio die Olympischen Sommerspiele ausgetragen werden.

Dabei geht es nicht nur um wirtschaftliche oder infrastrukturelle Notwendigkeiten. Ebenfalls die Belange der Bevölkerung stehen mittlerweile bei den Bemühungen um Sicherheit im World Wide Web im Vordergrund. Dies wurde deutlich, als erstmals bekannt wurde, dass die Regierung durch das "My Number"-System das Steuer- und Sozialversicherungssystem revolutionieren will. In Zukunft soll mittels eines privaten Identifizierungssystems das komplette Datenmaterial auf einer Karte gespeichert sein. Die Pläne stoßen bei der Bevölkerung bislang auf Kritik. Eine weitere Baustelle existiert im Bereich "e-governance", wo die Regierung durch die Einrichtung von "One-stop Public Services" Verwaltungshürden abbauen möchte..

Nachholbedarf bei Sicherheitsanwendungen

Die Nachfrage nach Cyber-Sicherheit (Technik und Dienstleistungen) belief sich in Japan 2013 nach Schätzungen des Branchenverbandes JEITA (Japan Electronics and Information Technology Industries Association) auf 460 Milliarden Yen (etwa 3,48 Milliarden Euro; 1 Euro = 132 Yen - Jahreswechselkurs 2013) und soll bis 2025 auf 1,67 Billionen Yen wachsen.

Einer weiteren Erhebung der Japan Network Security Association (JNSA) zufolge belief sich der japanische Gesamtmarkt für Cyber-Sicherheit 2014 auf 797,83 Mrd. Yen. Das waren gemäß dieser Statistik 4,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon entfielen 53,2 Prozent auf sicherheitstechnische Ausrüstungen und 46,8 Prozent auf entsprechende Dienstleistungen. Die Nachfrage nach Ausrüstungen stieg 2014 um 4,8 Prozent auf eine Summe von 424,83 Millarden Yen. Davon entfiel mit 162,18 Milliarden Yen ein Anteil von 38,2 Prozent auf Sicherheitsanwendungen in der Kategorie "Content Security", 17,2 Prozent (74,53 Milliarden Yen) auf Zugangsberechtigungsschutz ("Identity Access") und 14,7 Prozent auf IT-Systemsicherheit ("System Security").

Es wird allgemein kritisiert, dass Japans Investitionen in Informations- und Kommunikationstechnik weitaus langsamer zunehmen, als dies beispielsweise in den USA oder im Vereinigten Königreich der Fall ist. Außerdem sei die Motivation von entsprechenden Kapitalanlagen in den Unternehmen meist eine andere. So werde eher investiert, um Kosten zu sparen als Umsatzsteigerungen zu erzielen.

(Quelle: GTAI)