Indonesiens Kfz-Teile-Import weiter auf der Überholspur

Indonesiens Kfz-Teile-Import weiter auf der Überholspur

Bonn (14.7.2015) - In Indonesien liefen 2013 über 1,2 Millionen Automobile vom Band. Die Produktion findet in den Fabriken des Landes durch Montage von Komponenten auf CKD-Basis statt. Im Vorjahr importierte der Archipel Kfz-Teile für umgerechnet über 5 Milliarden US-Dollar.

Rund zwei Drittel der Importe stammten aus japanischen Fabriken. Der Absatz deutscher Teile war rückläufig; zwischen 2008 und 2013 jedoch hatte er sich verfünffacht. Bis zu 30 Hersteller planen 2014, rund 1,5 Milliarden US-Dollar in den Ausbau ihrer Komponentenherstellung zu investieren.

Indonesiens Automobilmarkt wächst ohne "Zwischenstopps" weiter. Im Jahr 2013 beliefen sich die Kfz-Neuzulassungen laut Branchenverband Gaikindo auf 1,2 Millionen Einheiten. Bis 2015 erwarten Analysten einen Anstieg auf 1,4 Millionen Fahrzeuge. Damit dürfte sich der Archipel vor Thailand zum größten Absatzmarkt Südostasiens aufschwingen. Zugleich wollen die Hersteller verstärkt aus Indonesien heraus in andere ASEAN-Staaten exportieren. Daher soll die inländische Kfz-Fertigung zwischen 2013 und 2017 von 1,2 auf 2,2 Millionen Einheiten wachsen. In der Motorradsparte liegt Indonesien innerhalb Südostasien schon seit Jahren unangefochten auf Rang eins.

Japanische Branchenhersteller halten in Indonesien in der Automobilsparte einen Marktanteil von über 90 Prozent. Bei Motorrädern liegt die entsprechende Quote nahe 100 Prozent. Die Kfz-Hersteller aus dem "Land der aufgehenden Sonne" wollen ihre Fertigungskapazitäten kräftig ausbauen. Wettbewerber wie Volkswagen, Ford oder die indische Tata-Gruppe erwägen zudem den Bau eigener Werke.

Branchenprimus Astra investiert in großem Stil

Entsprechend peilen auch die Anbieter von Kfz-Teilen und -Komponenten Neu- und Erweiterungsinvestitionen an. Laut Angaben des indonesischen Industrieministeriums investieren allein 2014 zwischen 20 und 30 in- und ausländische Teilehersteller bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar in dem südostasiatischen Land. Die Pläne des Branchenführers PT Astra Otopart (AUTO) - das Unternehmen beschäftigt im Inland 36.000 Mitarbeiter - unterstreichen diese Zahl: Insgesamt belaufen sich seine Kapitalaufwendungen in Indonesien für 2014 auf über 500 Millionen Dollar.

Auch deutsche Firmen wollen sich ein Stück vom Kuchen abschneiden. So hat beispielsweise die Robert Bosch GmbH für insgesamt 10 Millionen Euro eine Fabrik zur Herstellung von Einspritzpumpen gebaut. Das Werk nahm 2014 seinen Betrieb auf. Das Unternehmen will - abhängig von der Marktentwicklung - weiter in Indonesien investieren. Immerhin erwartete ein Firmensprecher im Gespräch mit dem "Jakarta Globe" für 2014 einen hohen zweistelligen Umsatzzuwachs.

Das Volumen des indonesischen Marktes für Automobilteile und -komponenten wird von der EXIM Bank Malaysia auf umgerechnet rund 7 Milliarden Dollar geschätzt. Insgesamt gibt es 144 mittlere und größere Teilehersteller, von denen die allermeisten im Großraum Jakarta - schwerpunktmäßig in den Städten Bogor, Bekasi, Depok, Tangerang und Karawang - angesiedelt sind. Sie decken jedoch den einheimischen Bedarf nur zum Teil, vor allem weil die Japaner für ihre Werke zahlreiche Komponenten selber zuliefern.

Teileeinfuhr übersprang Fünf-Milliarden-Dollar-Grenze

Viele japanische Modelle werden praktisch in Einzelteilen importiert und dann vor Ort "zusammengeschraubt". Branchenkenner sprechen auch von CKD-Montage ("completely knocked down", ckd). Die importierten Teile und Komponenten stammen entweder direkt aus Japan oder aus in Thailand produzierenden japanischen Werken. Die Brancheneinfuhren aus diesen beiden Ländern summierten sich 2013 auf 3,4 Millairden Dollar, das entspricht einer Lieferquote von zwei Dritteln. Es bleiben also noch Geschäftschancen für weitere ausländische Anbieter. Insbesondere solche Hersteller, die bereits in anderen Märkten Toyota & Co beliefern, kommen zum Zuge.

Die VR China war 2013 drittwichtigstes Lieferland. Deutschland folgte mit einem Umsatz von nahezu 150 Millionen Dollar auf Rang Vier. Gegenüber 2012 kam dies einem Rückgang von beinahe einem Drittel gleich. Im Vergleich zu 2011 ergibt sich aber immer noch eine Zunahme von 27 Prozent. Im Fünfjahresvergleich verzeichnete UN Comtrade sogar einen entsprechenden Anstieg ums Fünffache.

Selbst Automotoren werden teilzerlegt eingeführt und dann vor Ort montiert. Ebenso werden nur selten ganze Karosserien importiert, sondern lediglich die Einzelteile davon. Daneben kauft das Land aber auch komplette Komponenten wie Getriebe oder Bremssysteme im Ausland ein.

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(Quelle: GTAI)