Hinweis:

Diese Meldung stammt aus dem Archiv. In archivierten Meldungen sind möglicherweise nicht mehr funktionierende Links zu anderen Websites enthalten. Die Redaktion übernimmt keine Gewähr für die Funktionalität der Links.

Im Süden der USA gewinnen Entsalzungsanlagen an Bedeutung

Im Süden der USA gewinnen Entsalzungsanlagen an Bedeutung

New York (5.2.2015) - Zahlreiche Bundesstaaten im Süden der USA sind aufgrund von Problemen bei der Trinkwasserversorgung auf neue Technologien angewiesen. Der Bau von Entsalzungsanlagen gewinnt dabei vor allem in Texas und Kalifornien an Bedeutung. Im letztgenannten Bundesstaat stehen Megaprojekte zur Meerwasserentsalzung an. Anbieter von Membrantechnologien können von der Entwicklung profitieren.

Zahlreiche Kommunen und Städte im Süden der USA sind von saisonal auftretenden Dürreperioden betroffen. Die zunehmende Trockenheit gefährdet die Trinkwasserversorgung und lässt den Bedarf an neuen Technologien steigen. Die südlichen Bundesstaaten sowie betroffene Städte und Kommunen können sich nicht auf eine Technologie allein verlassen, sondern setzen verstärkt auf eine Kombination von Strategien, inklusive innovativer Wiederaufbereitung und Wasserreservoirs. Entsalzungsanlagen für die Trinkwassergewinnung gelten vor allem in Florida, Kalifornien und Texas als Lösungsmöglichkeit.

Von den anstehenden Großprojekten können Anbieter von hochwertigen Filtrationsmembranen profitieren. Die Umkehrosmose ist mit großem Abstand die dominante Entsalzungstechnologie im Land. Von Seiten der Anlagenbetreiber steigt der Bedarf an effizienten Pumpen und widerstandsfähigen Membranen, berichtet Jim Taft, Executive Director der Association of State Drinking Water Administrators (ASDWA). Mit diesen soll der Entsalzungsprozess weniger energieintensiv gestaltet und der Vorbehandlungsaufwand reduziert werden. Vor allem bei einem mittelfristigen Durchbruch der sehr energieintensiven Meerwasserentsalzung würde sich die Nachfrage nach innovativen, energieeffizienten Membrantechnologien deutlich erhöhen, so Taft.

Große Potenziale in Kalifornien

Kalifornien war 2014 mit einer extremen Dürre konfrontiert. Im Zuge des Klimawandels erwarten Experten im Bundesstaat zukünftig vermehrt extreme klimatische Bedingungen, insbesondere Phasen langer Trockenheit. Das prognostizierte starke Bevölkerungswachstum verschärft die Problematik. Nach Experteneinschätzungen wird die Wassernachfrage das -angebot ab 2050 in zahlreichen Regionen auch außerhalb der Dürreperioden erheblich übersteigen.

Vor allem der Süden Kaliforniens steht vor großen Herausforderungen. Frischwasserquellen sind dort durch eindringendes salzhaltiges Wasser zunehmend gefährdet. Das California Department of Finance erwartet in der Region zudem das kräftigste Bevölkerungswachstum im Bundesstaat. Im Zeitraum von 2013 bis 2060 soll die Einwohnerzahl im Süden Kaliforniens um etwa 8 Mio. auf rund 31 Millionen Personen steigen. Zahlreiche Maßnahmen wurden bereits eingeleitet, um den Wasserverbrauch zu reduzieren. Diese dürften laut Experten allerdings bei weitem nicht ausreichen, um die Versorgung mittelfristig aufrecht zu erhalten.

Der Süden Kaliforniens bezieht insgesamt etwa die Hälfte seines Wasserbedarfs aus dem Colorado River sowie dem Bay-Delta im Norden des Bundesstaates. Das Wasser muss besonders aus dem Bay Delta mit erheblichem Energieaufwand über weite Strecken transportiert werden. Zudem sind die Kommunen mit steigenden Preisen für Wasser aus diesen Quellen konfrontiert. Die Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Entsalzungstechnologie erhöht sich dadurch.

Megaprojekt zur Meerwasserentsalzung

Zahlreiche Städte und Kommunen Kaliforniens sind bestrebt, durch Meerwasserentsalzung unabhängiger zu werden. Bislang sind im Bundesstaat lediglich drei kleine Anlagen zur Meerwasserentsalzung installiert. Der Trend geht zu Großprojekten. California Water Works (Tochtergesellschaft des Wasserversorgers American Water Works) plant beispielsweise eine Anlage mit einer Kapazität von 9,6 Millionen Gallonen pro Tag (gpd; 1 Gallone = 3,785 l) in Monterey.

In der Nähe der Stadt Carlsbad soll 2016 die größte Mehrwasserentsalzungsanlage des Landes mit einer Kapazität von rund 50 Mio. gpd den Trinkwasserbedarf des San Diego County zu etwa 10 Prozent decken. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 1 Mrd. US-Dollar. Der Betreiber der Anlage, die Poseidon Resources Corp., hat mit der San Diego County Water Authority einen Wasserabnahmevertag über 30 Jahre unterzeichnet. In Huntington Beach plant die Firma ein weiteres 50 Mio.-gpd-Projekt. Sollte das Unternehmen grünes Licht bekommen, ist der Produktionsstart für 2018 vorgesehen.

Nach Angaben des Pacific Institute warteten Ende Juli 2014 entlang der kalifornischen Küste 15 Projekte zur Meerwasserentsalzung auf eine Genehmigung. Die Gesamtkapazität der beantragten Anlagen beläuft sich auf circa 450 Millionen gpd. Sollte sich das Carlsbad-Projekt als erfolgreich erweisen, dürften zahlreiche Nachzügler auf den Markt drängen, erwartet Tim Quinn, Geschäftsführer der Association of California Water Agencies. Gleichzeitig würde es die Akzeptanz der Technologie bei den verantwortlichen Behörden erhöhen. Der langwierige und komplexe Genehmigungsprozess könnte verschlankt werden, so Quinn.

Die ausführliche Meldung inklusive zahlreicher Links finden Sie hier.

(Quelle: GTAI)